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StartNachrichtenWald & JagdDie Westliche Hemlocktanne

Die Westliche Hemlocktanne

Eine weitere Nadelbaumart mit Chancen in Schleswig-Holstein
Von Rolf-Martin Niemöller, Landwirtschaftskammer SH
Eine 25 Jahre alte Hemlocktanne in der Gemeinde Aukrug in Mischung mit anderen Laub- und Nadelhölzern Fotos: Rolf-Martin Niemöller

Als weitere Nadelbaumart, um sich im Wald zukünftig angesichts des sich abzeichnenden Klimawandels noch besser und breiter aufzustellen, kommt die Westliche Hemlocktanne (Tsuga heterophylla) in Betracht. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im westlichen Nordamerika zwischen Alaska und dem nordwestlichen Kalifornien sowie in einem schmalen Streifen in der Nähe der Grenze zwischen den USA und Kanada. Günstig für den Anbau sind Böden mit guter bis mittlerer Wasser- und Nährstoffversorgung. Sehr trockene und sehr nasse (auch staunasse und moorige) Böden gelten als nicht geeignet.

Die Westliche Hemlocktanne verträgt Schatten sehr gut und kann daher ähnlich wie Fichte und Douglasie behandelt werden. In der Jungwuchsphase erfolgt der erste Pflegegang, bei dem gegebenenfalls Zwiesel und ganz krummwüchsige Bäume entfernt werden. Ähnlich wie Douglasie wächst sie nicht ganz so homogen wie die Fichte und neigt etwas mehr zu Zwieselbildung, Krummschäftigkeit und Grobästigkeit. Sofern der Bestand eng begründet wurde, wird die Stammzahl auf etwa 2.500 Stück je Hektar reduziert.

Der Stamm einer etwa 50-jährigen, geasteten Westlichen Hemlocktanne in Ostholstein

Ab einer Oberhöhe von 8 bis 10 m wird ein Feinerschließungssystem angelegt und durchforstet. Nach derzeitiger Einschätzung sollten im Endbestand nach zirka 60 bis 80 Jahren auf dem Hektar noch etwa 400 Bäume (mindestens in Bauholzqualität) stehen. Ab einem Alter von etwa 20 Jahren beginnt die Westliche Hemlocktanne zu fruktifizieren.

Chancen auf
dem Holzmarkt

Nach derzeitiger Einschätzung hat das Holz der Westlichen Hemlocktanne durchaus Chancen auf dem Holzmarkt, da es qualitativ gute Eigenschaften hat. Die Hemlocktanne produziert ein helles und leichtes Holz, das gut zu bearbeiten, aber im Außenbereich wenig dauerhaft ist. Das Holz wird in Amerika für viele Bereiche vor allem im Innenausbau genutzt und dürfte somit auch hier Chancen haben, wenn es in größeren Mengen angeboten werden kann. So gilt es zum Beispiel auch für den Saunabau als sehr gut geeignet, da es relativ harzarm ist und sich gut bearbeiten lässt.

Typisch für die Westliche Hemlocktanne ist die gebogene Baumspitze.

Die Hemlocktannen
im Anbau

Im Bereich der Forstbetriebsgemeinschaft Hohenwestedt gibt es die ersten Anbauten der Westlichen Hemlocktanne im Bereich der Gemeinde Aukrug seit knapp 25 Jahren. Sie hat sich hier sowohl auf den einfachen, schwach nährstoffversorgten Sandböden wie auch auf den besseren – mäßig bis ziemlich gut nährstoff- und wasserversorgten – Böden gut etabliert. Die Hemlocktanne zeigt sich hier sehr wüchsig und sehr gut schattenertragend. Der auf dem ersten Foto gezeigte Baum hat bereits nach 23 Jahren (aufgewachsen auf einer Freifläche) eine Höhe von 20 m erreicht. Diese Baumart lässt sich hier auch gut ohne Zaun neu begründen. Bezüglich des Verbisses ist die Baumart hier kaum gefährdet. Gelegentlich werden aber Bäume durch Rehböcke gefegt.

Die Hemlocktanne ist schattenertragend und kann somit auch im Voranbau eingesetzt werden, wie hier mit Naturverjüngung von Fichte.

Nach den hier gemachten Erfahrungen sollte die Kulturbegründung relativ eng und nicht im Weitverband erfolgen, damit genügend qualitativ gute, feinastige Bäume in den Beständen stehen, die dann im Zuge von Pflegemaßnahmen herausgepflegt werden können. Auch die Wertästung sollte bei der Westlichen Hemlocktanne in Erwägung gezogen werden, um möglichst wertvolles Holz produzieren zu können. Als heimische Mischbaumarten bieten sich für die schleswig-holsteinischen Verhältnisse vor allem Rotbuche oder Hainbuche an, die unter den hiesigen Verhältnissen zum Teil mitwachsen und dabei auch eine dienende Funktion in der zweiten Baumschicht übernehmen können.

Die Hemlocktanne ist auch in der Lage, sich bei schwierigen Bodenverhältnissen, etwa in Konkurrenz mit dem Adlerfarn, zu etablieren.
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