StartNachrichtenPferd & ReiterBetriebetour des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein

Betriebetour des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein

Fachlicher Austausch und spannende Einblicke
Von Miriam Engel-Zinßius
Während der Betriebetour fand ein reger Austausch über die Wirtschaftlichkeit verschiedener Betriebsformen und die zukünftigen Anforderungen an Pferdebetriebe statt. Foto: privat

Bei bestem Sommerwetter folgten rund 30 Teilnehmende der Einladung des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein (PSH) zur diesjährigen Betriebetour. Insbesondere Betriebsleiter aus ganz Schleswig-Holstein nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über unterschiedliche Betriebsmodelle zu informieren und Erfahrungen auszutauschen.

Die Tour wurde von Miriam Engel-Zinßius aus der Geschäftsstelle des PSH sowie Dr. Christiane Müller, Tierschutzbeauftragte des PSH, begleitet. Sie führte zu drei unterschiedlich aufgestellten Pferdebetrieben, die eindrucksvoll die Vielfalt der Pferdehaltung im Land widerspiegeln.

Den Auftakt bildete der Evershof in Travemünde bei Lübeck. Betriebsleiter Jörn Evers und die zweite Vorsitzende des Reitvereins, Susanne Hahn, stellten das enge Zusammenspiel zwischen dem Pensionsbetrieb und dem angeschlossenen Reitverein Travemünde von 1925 vor. Beide Bereiche profitieren voneinander und arbeiten Hand in Hand. Die vorhandenen Auslaufflächen werden optimal genutzt, sodass die Pferde täglich möglichst viel Zeit im Freien verbringen können. Hervorgehoben wurden zudem die sehr guten Trainingsbedingungen sowie das große Serviceangebot, das maßgeblich auf ein engagiertes und zuverlässiges Mitarbeiterteam zurückzuführen ist.

Anschließend führte die Tour zum Hof Springbek in Wesenberg, Kreis Stormarn. Der in den 1960er Jahren errichtete Stall wurde bereits damals zukunftsorientiert geplant und im Laufe der Jahre kontinuierlich an aktuelle Anforderungen angepasst. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die schrittweise Weiterentwicklung und Modernisierung der gesamten Anlage. Besonders vorgestellt wurden die erst kürzlich neu angelegten Paddocks, die mit einer Drainage und pferdegerechten Heuraufen ausgestattet sind. Dadurch stehen den Pferden auch im Winter großzügige, matschfreie Ausläufe zur Verfügung. Dort werden sie tagsüber in Gruppen gehalten, nachts beziehen sie ihre Boxen.

Den Abschluss bildete der Bewegungsstall Butenhof in Lübeck. Der Betrieb entstand durch den Umbau ehemaliger Schweineställe und zeigt beispielhaft, wie bestehende landwirtschaftliche Gebäude erfolgreich für eine moderne Pferdehaltung umgenutzt werden können. Der Bewegungsstall kommt vollständig ohne technische Steuerungssysteme aus und bietet den Pferden dennoch vielfältige Bewegungs-, Fress- und Rückzugsmöglichkeiten. Die große, gemischte Herde ohne Geschlechtertrennung funktioniert dank ausreichendem Platz und einer durchdachten Ressourcenverteilung hervorragend und sorgte bei den Teilnehmenden für großes Interesse.

Neben den Betriebsbesichtigungen stand der intensive fachliche Austausch im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem die Wirtschaftlichkeit verschiedener Betriebsformen, regionale Unterschiede von Preisstrukturen und Leistungsangeboten sowie die zukünftigen Anforderungen an Pferdebetriebe. Einigkeit bestand darüber, dass sich Investitionen zunehmend an den Bedürfnissen einer tiergerechten Haltung und den Erwartungen der Pferdehalter orientieren sollten. Auch Carla Brohme von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein nahm an der Betriebetour teil. Sie informierte über das EIP-Projekt „Tiergerecht­heit Pferd“. Außerdem stellte sie die ab November verfügbare kostenlose Checkliste zur betrieblichen Eigenkontrolle Pferde haltender Betriebe vor. Sie soll Betriebsleitern eine praxisnahe Unterstützung bei der Bewertung und Optimierung ihrer Haltungsbedingungen bieten.

Beim abschließenden gemeinsamen Grillen auf dem Butenhof wurde der fachliche Austausch in entspannter Atmosphäre fortgesetzt. Die positive Resonanz der Teilnehmenden zeigte einmal mehr, wie wertvoll der direkte Einblick in unterschiedliche Betriebskonzepte und der persönliche Erfahrungsaustausch für die Weiterentwicklung der Pferdehaltung in Schleswig-Holstein sind.

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