Im Rahmen der Norla in Rendsburg hatten in diesem Jahr die ganz kleinen und die ganz großen Pferde ihren Auftritt. Am Sonnabend fand der fünfte Shetty-Cup Nord mit einer bundesoffenen Schau für Shetlandponys sowie einem Führzügel- und Vorführwettbewerb für Kinder statt. Am Sonntag eroberten die Schleswiger Kaltblüter den großen Vorführring.
„Wir züchten unsere Shettys für Kinder. Deshalb ist die Kombination von Zucht- und Sportprüfungen auf einer Veranstaltung eine tolle Sache“, erklärt Hans-Heinrich Ehlers. Der Erste Vorsitzende der Shetlandponyvereinigung betreibt das Gestüt Schalenburg in Bokhorst, Kreis Steinburg, und hat schon viele Kinderponys gezogen. Er organisierte auch in diesem Jahr die bundesoffene Schau für Shetlandponys, Deutsches Partbred-Shetlandpony, Classic-Pony und American Miniature Horse im großen Vorführring der Norla. „Mit 119 teilnehmenden Ponys war das die bundesweit größte Zuchtschau für Shetlandponys“, berichtet Ehlers stolz. Gesamtsieger über alle Klassen wurde Elmhorst Iniesta. Der Hengst stammt aus Bayern und gehört Kai-Udo Thies vom Gestüt Herrenhof in Hüttblek, Kreis Segeberg.
Auch die Sportwettbewerbe für Kinder waren mit 20 Teilnehmern gut besucht. In den Vorführwettbewerben siegten Jade Witt und Amelie Prieß. Den Führzügelwettbewerb gewann Emily Bendixen. Siegerin im Reiterwettbewerb und in der Kombinierten Wertung wurde Elena Heintze.
Ehlers war am Ende zufrieden. Nur das Wetter sei ein bisschen schwierig gewesen. Grundsätzlich plant er aber, in zwei Jahren den nächsten Shetty-Cup zu veranstalten.
Aktion und Präzision
Am Sonntag hatten dann die knapp 30 Schleswiger Kaltblüter ihren Auftritt. Dies wurde unter anderem im Rahmen des Projekts der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) „Erhaltungszucht Schleswiger Kaltblut“ organisiert. Ausgeschrieben waren Wettbewerbe im Fahren mit Ein- und Zweispännern, die gut nachgefragt waren. Ein Teilnehmer fuhr sogar mit einer historischen Feuerwehrkutsche aus dem Schauprogramm und kam auf den zweiten Platz. Ebenfalls zum Programm gehörten Geschicklichkeits- und Gelassenheitsprüfungen, die Schleswiger-Kaltblut-Games. „Hier waren Aktion und Präzision gefragt“, erklärt Jenny Gonell, die beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg für das EIP-Projekt angestellt ist.
Im Rahmen des Schauprogramms wurden die historischen Kutschen des Museumsdorfs Volksdorf in Hamburg gezeigt, es wurde voltigiert, das Schleppen mit den Schleswigern demonstriert und ein Tauziehen zwischen zehn Männern und Frauen der Landjugend sowie zwei Schleswigern ausgetragen. „Die Schleswiger haben gewonnen“, sagt Gonell lachend.
Besondere Atmosphäre
Für die Zuschauer gab es auch etwas zum Mitmachen: Die Stute Infantin und ihr Hengstfohlen Van Helsing wurden über den Tag hinweg immer wieder in die Arena geführt, und es durfte geraten werden, was die beiden zusammen wiegen. Tatsächlich schätzte jemand das richtige Gewicht von 1.111 kg.
„Tolle Wettbewerbe, großartige Pferde und unglaublich viele interessierte Zuschauer und Freunde des Schleswiger Kaltblutpferdes sorgten für eine ganz besondere Atmosphäre“, so Jenny Gonell. Die Springreiterin und Reitlehrerin aus Eckernförde kommt eigentlich nicht aus der Szene, findet aber: „Es war eine tolle Veranstaltung.“ Besonders beeindruckt war sie von den Ehrenpreisen: „Die waren eines Großen Preises bei einem Springturnier würdig.“



