Die Erwartungen im Vorfeld der Mai-Auktion der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) in Dätgen waren eher verhalten. Gründe dafür waren der Milchmarkt ohne wesentliche Impulse für die Erzeugerpreise sowie eine gegenüber den vorangegangenen Absatzveranstaltungen begrenzte Käuferpräsenz aufgrund der Silageernte. Dennoch zeigte sich erneut, dass Qualitätsrinder weiterhin gefragt sind. Bis auf wenige Ausnahmen konnten die angebotenen Tiere vermarktet werden.
Das kleine Bullenangebot überzeugte durch gut Qualität. Einziger Rotbuntbulle im Angebot war der rahmige und typstarke „Elanko“ („Rocket RDC“ x VG 85 „Spread P“) aus der Zucht von Stefan Voß, Nehms. Der Zuschlag fiel bei 2.900 €.
Die aufgetriebenen Schwarzbuntbullen erzielten im Schnitt 2.900 €. Die Preisspitze von 3.100 € wurde dabei gleich zweimal erreicht, und zwar für Tiere aus der Zuchtstätte Milchhof Broosch GbR, Techau. Zum einen handelte es sich um den homozygot hornlosen und harmonischen „Egmont PP“, einen Sohn des breit eingesetzten RSH-Vererbers „Dax PP“, zum anderen um den typstarken und heterozygot hornlosen „Einar P“ (Vater: „Caban“). Beide Vatertiere überzeugten durch ihre überdurchschnittliche Bemuskelung.
Bei den weiblichen Tieren entfiel das auftriebsstärkste Kontingent auf die Schwarzbunten. Hier wurde flott und qualitätsorientiert geboten. Der Durchschnittspreis lag bei 2.340 € und damit nur knapp unter dem Niveau der vorangegangenen Auktion. Die teuerste schwarzbunte Färse, „Dona“ („Geronimo“ x GP 84 „Vivico“), ein langes, überragend körperstarkes, ausgeglichenes und genetisch hornloses Tier aus der Zucht des Milchhof Wesenberg, Thomas Schmahl, Wesenberg, wurde von einem hiesigen Käufer für 3.000 € erworben.
Aufgewertet wurde das schwarzbunte Verkaufskontingent durch eine Betriebskollektion der Timm GbR, Krumstedt, die mit überdurchschnittlicher Kapazität in Verbindung mit hohen Einsatzleistungen und sehr guten Eutern überzeugte. Dies honorierten die Käufer mit einem Durchschnittspreis von 2.436 €.
Das Kontingent der Angler Färsen wurde vom Auktionator Claus-Peter Tordsen im Durchschnitt für 2.256 € zugeschlagen. Hier hatte Agnes Greggersen, Hasselberg, mit ihrer genetisch hornlosen „Dolly“, einer Tochter von „Volt P“, die Nase vorn. Bei 2.600 € fiel der Hammer für einen Käufer aus Niedersachsen.
Die rotbunten Färsen erreichten im Durchschnitt 2.209 €. Mit jeweils 2.450 € waren zwei Färsen aus dem Bestand von Willem Lüschow, Huje, die teuersten. Dabei handelte es sich um „Dreieck“, eine Tochter von „Stanfort P“, sowie um die genetisch hornlose „Drei“, (Vater: „Say PP“). Beide überzeugten durch sehr flache Euter und viel Körperharmonie.
Fazit
Die Nachfrage nach weiblichen Tieren ist ungebrochen. Der Trend zum qualitätsorientierten und differenzierten Bieten setzt sich konsequent fort. Auch wenn das Preisniveau gegenüber der April-Auktion etwas nachgab, wurde insgesamt flott geboten. Nach wie vor honorieren die Käufer ordentliche Einsatzleistungen sowie den Betriebsstatus „GVO-frei“. Mittelrahmige Tiere mit Vorteilen in den Körpermerkmalen erzielen dabei deutliche Preisvorteile. Zu beachten ist, dass für interessierte Käufer in der gegenwärtigen Marktsituation gute Einkaufsmöglichkeiten für abgekalbte Färsen zur Bestandsergänzung bestehen, die genutzt werden sollten.
Die nächste Auktion der RSH eG findet am 16. Juli im Vermarktungszentrum in Dätgen statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen. Anmeldungen der Auktionstiere sind dafür bis Montag, 29. Juni an die RSH, Neumünster unter Tel.: 0 43 21-905-307, Fax: 0 43 21-905-395, E-Mail: s.rahn@rsheg.de zu richten.




