Die Ausbildung und Beratung sind wichtige Kernaufgaben der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH). Die Mitglieder des Fachausschusses diskutierten vor Kurzem im Gartenbauzentrum in Ellerhoop lebhaft darüber, wie die Zukunft in diesem Bereich gestaltet werden sollte. Stephanie Wetekam, Geschäftsführerin der LKSH, sagte unter anderem, dass aus ihrer Sicht weniger Informationen, sondern Entscheidungen bedeutsam seien.
Im Anschluss stellte Frank Möller, Fachbereichsleiter Bildung im Gartenbau, Felix Erbe vor, der seit Kurzem als Ausbildungsberater für die Bereiche Baumschule, Gemüsebau, Friedhofs- und Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau zuständig ist und sich bereits sehr gut eingearbeitet habe. „Es macht mir sehr viel Spaß“, sagte der neue Mitarbeiter der Kammer. „Ich wurde sehr gut aufgenommen und freue mich auf die Herausforderungen innerhalb der verschiedenen Fachrichtungen.“
Sorge bereite allerdings, so Frank Möller, weiterhin die Zukunft der Norddeutschen Fachschule für Gartenbau, die seit 20 Jahren besteht. Dort sei es möglich, nach der abgeschlossenen Ausbildung zum Gärtner oder zur Gärtnerin und einer zweijährigen Berufspraxis in den Fachrichtungen Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau sowie Zierpflanzenbau sich innerhalb eines Jahres zum staatlich geprüften Wirtschafter zur oder Wirtschafterin in der jeweiligen Fachrichtung weiterzubilden. Allerdings habe die Nachfrage im Laufe der Jahre immer weiter abgenommen, sodass mittlerweile die Schließung diskutiert werde: „Für uns wäre es dramatisch, wenn wir die Fachschule verlieren würden.“
Jörg Fieseler, Unternehmens- und Prozessberater der LKSH im Bereich Gartenbau und Baumschulbetriebe, berichtete im Anschluss über seinen Tätigkeitsbereich, der sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert habe: „Unsere Intention als Berater ist es, unseren schönen Beruf weiterzugeben. Den wenigsten ist zum Beispiel bewusst, wie viel Technik mittlerweile von Bedeutung ist.“ Darüber hinaus sei es wichtig, mit der Zeit zu gehen: „Viele Betriebe setzen zum Beispiel keinen Pflanzenschutz ein, aber Sachkunde in diesem Bereich ist dennoch sehr wichtig.“ Vor allem seien aktuelle Kenntnisse erforderlich, sodass die Kammer jedes Jahr entsprechende Fortbildungen anbiete.
Er berät Betriebe aber auch in Prozessen der Betriebsnachfolge und nannte ein Beispiel aus der Praxis: „Drei Kinder übernehmen einen elterlichen Betrieb, und unsere Erfahrung ist, dass in diesem Fall Streit vorprogrammiert ist.“ Für Jörg Fieseler ist die Beratung eine Herzensangelegenheit: „Der Unternehmer trifft die Entscheidung, und wir kümmern uns um die Verbesserung der Fähigkeiten zur Selbstorganisation.“ Als Berater müsse man offen sein und nicht von oben herab agieren: „Einen Besserwisser will keiner haben. Es gilt daher, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.“
Die Inhalte der Beratung und Ausbildung im Gartenbau müssen sich den aktuellen Herausforderungen in diesen Bereichen anpassen. Die notwenigen Entscheidungen treffen die Unternehmer und Unternehmerinnen, aber es hat sich bewährt, dass der Weg dorthin von den Gartenbauberatern und -beraterinnen der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein begleitet wird, wobei die Kommunikation auf Augenhöhe ein sehr wichtiger Faktor ist.




