„Digitalisierung – wir wollen sie alle, aber wir müssen auch alle dabei mitnehmen“, sagt LandFrauenpräsidentin Claudia Jürgensen. Dabei kann Inke Studt-Jürs helfen. Wie kann eine Webseite ansprechend und nutzerfreundlich gestaltet werden? Wie sind dort Termine schnell und übersichtlich zu finden? Bei diesen und anderen digitalen Themen berät die Fachfrau landesweit und darüber hinaus Kreis- und Ortsvereine der LandFrauen.
An der Andreas-Hermes-Akademie in Bonn hat sich Inke Studt-Jürs ihr Grundwissen angeeignet. „Modellprojekt IT-LandFrauen“ des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) hieß der Kurs, der 2002 ein Jahr lang alle sechs bis acht Wochen für ein verlängertes Wochenende stattfand – acht Präsenzveranstaltungen und weitere Treffen als „virtuelles Klassenzimmer“ von zu Hause aus. „Was heute als Videokonferenz normal ist, war damals ganz neu“, sagt sie. 2003 machte sie sich selbstständig, bildet sich ständig weiter. „Inzwischen hat sich ja alles technisch dreimal überholt.“
Studt-Jürs lebt in Weede, ist Mitglied im Ortsverein (OV) Neuengörs der LandFrauen und zweite stellvertretende Vorsitzende im KreisLandFrauenverband (KLFV) Segeberg. Sie berät überwiegend die LandFrauen landesweit und in Niedersachsen, aber auch andere Vereine, Unternehmerinnen und Firmengründer. Ein Schwerpunkt ist die Gestaltung von Webseiten. Auch gibt sie Kurse und hält Vorträge im digitalen Bereich, etwa zu Vereinsverwaltung und -buchhaltung, zur effektiven Nutzung von Sozialen Medien und neuerdings auch von Künstliche-Intelligenz (KI)-Tools – „Willkommen im Zeitalter der schlauen Maschinen“. Eine Pressemeldung oder Bilder schnell verschicken? Termine koordinieren, obwohl ein Teil der Nutzerinnen kein WhatsApp hat? Für all das gibt es technische Möglichkeiten. Aktuell ist ihr Vortrag „Mein digitaler Nachlass“ im Angebot.
Webseiten aktuell halten
Heute haben alle KreisLandFrauenverbände in Schleswig-Holstein eine eigene Webseite – entweder mit Studt-Jürs erstellt oder im Rahmen eines anderen Seminars. Die meisten Ortsvereine haben eine, aber nicht alle. Ihre Ratschläge? „Manche Webseiten sollten regelmäßiger gepflegt und aktualisiert werden.“ So etwa, wenn die Rubrik „Aktuelles“ zurückgeht bis 2017, aber voran nur bis 2024. Für eine Nutzerin ist es unpraktisch, wenn ihr zu viele überholte Eintragungen entgegenkommen. „Die Webseite ist nicht das Archiv des Vereins, sondern sein Aushängeschild. Alte Berichte sind nach spätestens zwei Jahren uninteressant, die Leute wollen wissen, was aktuell los ist“, betont die Digitalbetreuerin.
Dafür ist der kreisweite Übersichtskalender hilfreich, den die KLFV Segeberg, Plön, Steinburg und Pinneberg eingerichtet haben. Die Ortsvereine schicken Studt-Jürs ihr Jahresprogramm, und das pflegt sie mit dem Kreisprogramm und wichtigen Landestreffen dort ein. So kann jede Nutzerin auf einen Blick sehen, was im nahen Umfeld angeboten wird, ohne sich durch die einzelnen OV-Homepages zu scrollen. „Vielleicht habe ich einen bestimmten Vortrag verpasst und schaue, wo er demnächst noch gehalten wird.“
Foto: Screenshot
Keine Termine als PDF
Besonders ungünstig findet es Studt-Jürs, wenn Terminkalender als fertiges PDF eingestellt sind. Nicht nur, dass diese oft überladen und schwer zu entziffern sind – insbesondere auf dem Handy –, sie können auch von Suchmaschinen nicht ausgelesen werden, zumindest heute noch nicht. Sprich, man findet Stichworte dort nicht über Google. Außerdem sind diese Ansichten nicht barrierefrei, zum Beispiel für Sehbehinderte, die zum Lesen eine zusätzliche Software nutzen. Überhaupt sind viele Webseiten nicht für mobile Endgeräte optimiert. „Mehr als 50 % nutzen sie – mobile first!“
Wichtig ist auch, Besucher geschmeidig durch die Webseite zu führen. „Die Hauptnavigation sollte nicht mehr als sieben Punkte umfassen“, empfiehlt die Beraterin. „Was interessiert die Frau, die nach Aktivitäten sucht, am meisten? Das sollte auf der Homepage sehr bald kommen.“ Es kann zu einer wahren Schnitzeljagd werden, bis man herausbekommt, wo sich die Ortsvereine versteckt haben oder wo Kontaktdaten zu finden sind. Oder die Vorstandsdamen erscheinen nur als Gruppenbild ohne Namen und Funktionen. „Vorteilhaft sind Schnelleinstiege von der Startseite zu Terminen, Ortsvereinen und zu den Jungen LandFrauen. Übrigens: Auch diese Generation, die man als Digital Native einschätzt, tritt zuweilen mit überladenen PDF als Terminseiten auf!“
Und schließlich geht es auch um eine ansprechende Optik – ruhig, nicht mit wanderndem Bildmaterial. Und mit guten, ausgesuchten Fotos. Was es bei diesen zu beachten gibt, ist ein eigenes Thema.
Die Webseite von Inke Studt-Jürs: www.studt-juers.de
Save the Date
Das Forum für Frauen in der Landwirtschaft findet am 27. Mai von 11 bis 17 Uhr statt. Neben Grußworten von Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU), des Vorstandsvorsitzenden der IB.SH, Erk Westermann-Lammers, und der LandFrauenpräsidentin Claudia Jürgensen erwarten die Teilnehmerinnen eine Talkrunde und Workshops zu den Themen:
– Absicherung der Frauen
– ein eigenes Standbein
– meine Rolle auf dem Betrieb
Darüber hinaus hält Kathrin Volquardsen (die landmarie) einen Motivationsvortrag.
Anmeldungen sind per E-Mail bis zum 13. Mai möglich:
buero@landfrauen-sh.de




