Eine schwächelnde Wirtschaft und eine unsichere politische Weltlage wirken sich schon seit Längerem negativ auf die Konsum- und Investitionsbereitschaft in Deutschland aus. Dies trifft auch die Pferdezucht und die Pferdebranche. Wie schon im Vorjahr fällt die Zuchtstatistik 2025 rückläufig aus.
„Damit war leider zu rechnen. Allerdings waren wir im Vorfeld von noch schlechteren Zahlen ausgegangen“, sagt Dr. Klaus Miesner, Vorstand Zucht von Pferdesport Deutschland, wenig überrascht. „Viele Züchter agieren angesichts gestiegener Kosten vorsichtig. Sie schauen sich ihren Stutenbestand genauer an als zuvor und überlegen, welche Stuten sie zur Zucht einsetzen wollen. Das kann ein Vorteil sein, weil die zukünftig geringe Population mehr Qualität, Rittigkeit, Gesundheit und Leistungsbereitschaft mitbringt und dadurch gezielterer Zuchtfortschritt erreicht wird. Davon profitieren am Ende alle, denn für gut ausgebildete, qualitätsvolle Nachwuchspferde gibt es weiterhin einen relativ stabilen Markt im In- und Ausland.“
Von 2024 auf 2025 ging die Zahl der Reitpferdestuten weiter zurück. Die Zahl der Stutbuchaufnahmen erreichte einen historischen Tiefstand. Dementsprechend gab es auch weniger registrierte Fohlen. Erstmals verzichteten die Zuchtverbände auf die Erfassung der Bedeckungszahlen. „Diese führte durch die Entwicklung neuer Reproduktionstechniken in der Vergangenheit zu nicht belastbaren Rückschlüssen auf die zu erwartenden Fohlen“, so Miesner.
Positiv zeigte sich die Entwicklung bei den Schweren Warmblütern. Hier liegt die Anzahl der eingetragenen Stuten leicht über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig gingen auch hier die Stutbuchaufnahmen und die registrierten Fohlen zurück. Bei den Pony- und Kleinpferderassen schließt sich der Rückgang dem der anderen Rassen an. Die Zahl der eingetragenen Zuchtstuten reduzierte sich um etwa 5 %, die Zahl der registrierten Fohlen um knapp 12 %.
Mit Beginn des Jahres 2025 wurde die Hengstleistungsprüfung (HLP) für Reitpferdehengste auf ein mehrstufiges Punktesystem umgestellt. Aufgrund dieser Neukonzeption sank die Zahl der HLP-Absolventen im vergangenen Jahr auf 205 Hengste, während 2024 noch insgesamt 354 Reitpferdehengste eine HLP absolvierten. Dies ist in erster Linie auf den Wegfall der Sportprüfungen für Hengste zurückzuführen.
Alle Zahlen können unter www.pferd-aktuell.de/shop kostenlos heruntergeladen werden. fn




