Die Vorfreude beim Zwiebelsetzen ist groß, denn in Gedanken malt man sich schon aus, wie im Frühling der Garten mit frischen Farben erwachen wird. Doch bei der großen Palette an Zwiebelblumen fällt die Auswahl gar nicht so leicht. Und zudem stellt sich noch die Frage, ob die Zwiebeln besser locker verstreut oder als üppiges Tulpenmeer gepflanzt werden sollen.
Zur herbstlichen Pflanzzeit der Zwiebelblumen lohnen sich daher ein paar Gedanken über Abwechslung von Farben und Blütenformen, über rhythmische Verteilung und interessante Höhenstaffelungen. Schließlich soll ja in einem halben Jahr der Garten ganz nach den eigenen Vorstellungen erblühen. Auch wenn der Frühling als bunte Jahreszeit gilt, kann ein sparsamer Umgang mit Farben ebenso reizvoll sein.
Zartes Pastell in Rosa und ein kräftiges Violett bei Tulpen harmonieren wunderbar miteinander, ohne knallig zu wirken. Wenn sich zu diesen Farben noch die weiße Viridiflora-Tulpe ‚Spring Green‘ und die weiß blühende Traubenhyazinthe ‚Album‘ (Muscari botryoides) gesellen, entsteht ein reizvoller Kontrast. Steigern lässt sich dieser noch, indem die Zwiebeln zu den dunkelvioletten Blättern des Purpurglöckchens ‚Obsidian‘ (Heuchera-Hybride) arrangiert werden. Tipp: Die fantastische Blattfarbe dieser Sorte verblasst nicht in der Sonne.
Doch die Tulpe ‚Spring Green‘ bietet weitere interessante Kombinationsmöglichkeiten. Ihre weißen Blütenköpfe öffnen sich im Mai. Sie wirken in größeren Gruppen gemeinsam mit der gelb blühenden ‚Yellow Spinggreen‘ überaus elegant. Ganz apart kommen beide Sorten eingestreut zwischen austreibenden Funkien (Hosta) oder Taglilien (Hemerocallis) daher. Ein zarter Kontrast entsteht mit dem blau blühenden Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla). Wer Ton in Ton bevorzugt, pflanzt die weiß blühende Sorte ‚Betty Bowring‘. Gegenseitig in Szene setzen sich die weißen Blüten von Tulpe ‚Spring Green‘ und Tränendem Herz ‚Alba‘ (Dicentra spectabilis). Diese Sorte blüht länger als die Art und zieht ihr Laub erfreulicherweise auch später ein.
Ohnehin finden Blumenzwiebeln einen passenden Rahmen gezielt eingestreut zwischen Stauden und niedrigen Sträuchern. Solche gemischten Beete sind im Frühling schneller dicht, da der frische Austrieb der Stauden den Boden bedeckt. Aus den Lücken recken dann Tulpen, Hyazinthen und Narzissen ihre farbigen Blütenköpfe. Am Rand des Staudenbeetes werden eher niedrige Tulpen wie ‚Pinocchio‘ und ‚Zampa Parrot‘ gepflanzt. Hohe Tulpen wie ‚Purple Prince‘ lockern das Staudenbeet angenehm auf.
Reine Tulpenpflanzungen an einem sonnigen Platz sorgen für ein farbenprächtiges Schauspiel. Kräftige Farben harmonieren gut mit Weiß. Farbenfroh kommt auch vorherrschendes Rosa mit gelben Akzenten daher. Für ein solches Tulpenbeet mitten im Rasen bieten sich Mischungen wie ‚Triumph-Tulpe Pastell Farbenspiel‘ (von Kiepenkerl) an. Sie enthalten ein- und zweifarbige Tulpen mit einer Blütezeit von April bis Mai und einer Höhe von bis zu 45 cm. Pflanzt man dazu noch elegante, hoch wachsende Lilienblütige Tulpen wie ‚Flashback‘ (gelb) oder ‚Ballade Lady‘ (rosa) und ergänzt das Ganze noch mit der gefüllten, mehrblütigen Tulpe ‚Belicia‘, ist das Ergebnis schon fast perfekt. Einzig die nur 25 cm hohe Greigii-Tulpe ‚Czaar Peter‘ könnte das Arrangement als Randbepflanzung noch vervollständigen.
Wer eher pastellige Creme- oder Gelbtöne bevorzugt, wird im reichen Zwiebelblumen-Sortiment ebenfalls fündig. Dafür empfiehlt sich die Zusammenstellung der Tulpensorten ‚Mount Tacoma‘, ‚Maja‘ und ‚Maureen‘ neben den Engelstränen-Narzissen ‚Thalia‘ und Angel‘s Whisper‘ (Narcissus). Diese grazilen, zierlich wirkenden Narzissen schmücken sich mit zwei oder sogar mehreren glockenförmigen Blüten. Wenn ihnen der Standort zusagt, breiten sie sich willig aus.
Wer also tolle Akzente im Frühling genießen möchte, sollte nun Zwiebelblumen in den Boden bringen. Ob im Rasen oder Beet, ob auf der Baumscheibe, am Gehölzrand oder im Kübel: Es lohnt sich, zu klotzen anstatt zu kleckern. Je mehr Zwiebeln in den Boden gebracht werden, desto beeindruckender die Wirkung. Der Experimentierfreude sind wirklich keine Grenzen gesetzt. Und jedes Jahr lässt sich die Pflanzung verbessern, ergänzen oder komplett neu gestalten. Mit Zwiebelblumen wird es nie langweilig.



