Stand der Kulturen

Winter in Schleswig-Holstein neigt sich dem Ende zu
Von Achim Seidel, Landwirtschaftskammer SH
Diese Wintergerste bei Gettorf hat den Frost mit Blessuren überstanden, der Vegetationskegel blieb aber während der scharfen Frosttage Anfang Februar vom Schnee geschützt. Foto: Achim Seidel

Bereits der zurückliegende Herbst bremste, bedingt durch regionale Niederschläge, die Aussaat auf Wintergetreide- und Rapsflächen aus.

Während im August die Aussaat von Winterraps noch phasenweise von sehr trockenen Bedingungen im Saathorizont und damit einhergehend zögerndem und verzetteltem Feldaufgang geprägt war, bremsten starke Niederschlagsereignisse Mitte September, Anfang und Ende Oktober vielerorts die Herbstbestellung der Wintergetreideflächen aus. Durch den nachfolgenden nassen November und das einsetzende Vegetationsende im Dezember blieb auch die Entwicklung vieler Bestände hinter dem Durchschnitt der letzten milderen Jahre zurück. Gleichzeitig sorgte regional die Staunässe teilweise für Stress an den Wurzeln, insbesondere auf vielen Flächen der Marsch.

Insgesamt konnten im Herbst 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 60.100 ha Winterraps (−4,2 % gegenüber dem Vorjahr), 138.700 ha Winterweizen (+2,4 %), 76.100 ha Wintergerste (+8,7 %) sowie 9.400 ha Wintertriticale (+24,1 %) ausgesät werden. Eine deutliche Steigerung erfuhr Winterroggen mit 40.300 ha Aussaatfläche, was einem Zuwachs von 23,7 % entspricht.

Derzeit steht der Vegetationsstart bevor, und die ersten Maßnahmen wie die Andüngung der Bestände sollen stattfinden. Aktuell sind die Böden aber oftmals schneebedeckt, gefroren oder nicht befahrbar, sodass noch einige Tage trockene, milde Witterung nötig sind, um starten zu können. Dabei wird sich dann zeigen, wie die Bestände aus dem Winter kommen und ob Schäden aufgetreten sind. Überwiegend hat die Schneedecke schützend gegen den Frost und scharfen Ostwind gewirkt. Auf frei gewehten Teilflächen und Kuppen könnten aber Blattschäden aufgetreten sein. Während Blattverluste kein schwerwiegendes Problem darstellen, können jedoch offenliegende Vegetationskegel bei weit entwickeltem Raps oder bereits nässegestresste Getreidepflanzen unter Umständen stärker geschädigt sein. Daher sollten eigene Flächen genau beurteilt werden, inwiefern eine Umbruchentscheidung, auch von Teilflächen, in Betracht gezogen werden muss.

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