Preisänderungen im Schlachtschweinehandel hielten sich in diesem Jahr eigentlich in Grenzen. Von Juli bis Mitte September blieb der Basispreis unverändert bei 1,95 €/kg SG. Dann geriet der Schweinehandel jedoch aus dem Gleichgewicht. Die Schlachthofseite berichtete von einer zu geringen Fleischnachfrage und erhöhte den Druck auf die Schweinepreise. Der Vereinigungspreis wurde am 17. September um 10 ct auf 1,85 €/IP reduziert.
Die Hoffnung, dass sich die Fleisch- und Schweinenachfrage durch diese Preiskorrektur wieder beleben würde, hat sich leider nicht erfüllt. Die Nachfrage im Fleischgeschäft blieb zögernd. Dazu kam ein erhöhter Angebots- und Preisdruck durch die Anbieter in den europäischen Nachbarländern. China hat Strafzölle auf Einfuhren von Schweinefleisch aus der Europäischen Union eingeführt. Dies war eine Reaktion auf erhöhte Importsteuern der EU auf chinesische Elektroautos. Damit fehlt den exportorientierten Ländern wie Spanien, den Niederlanden und auch Dänemark plötzlich ein wichtiger Absatzmarkt und innerhalb der EU nimmt der Angebotsdruck im Fleischhandel zu. Durch den Feiertag am 3. Oktober geriet der Schweinehandel hierzulande zusätzlich unter Druck. Während bislang eher die Probleme im Fleischabsatz gesehen wurden, zeigten sich plötzlich auch im Lebendhandel große Überhänge. Die Schweinemäster waren verunsichert. Viehhandelsunternehmen berichteten, dass die Anmeldungen sprunghaft anstiegen, während die Schlachtbetriebe Anlieferungen storniert oder verschoben haben. Am 8. Oktober kam es so zu einem weiteren deutlichen Preisabschlag von 15 ct auf 1,70 €/IP der Vereinigung der Schlachtvieherzeugergemeinschaften. Auch die Notierung für Schlachtsauen wurde um 15 ct auf 1,85 €/kg SG herabgesetzt.
Die direkte Reaktion der Schlachtbranche war eher zurückhaltend. Oftmals wurden sogar weitere Preisabschläge für möglich gehalten und nur der vordere Bedarf gedeckt. Dabei zeigt sich auch ein weiteres Problem: In der gesamten Fleischbranche fehlen Arbeitskräfte. Fehlendes Personal in der Zerlegung sorgt zum Beispiel dafür, dass nicht alle gewünschten Fleischartikel ausgeliefert werden können. Auch an den Schlachtbändern fehlen Leute. Dies betrifft ebenso Tierärzte, die den Ablauf beaufsichtigen.
Auch zu Beginn dieser Woche wird von umfangreichen Überhängen im Schweinehandel berichtet, vor allem bei Schweinen von Betrieben, die nicht für ein Markenfleischprogramm produzieren. Der Preisabschlag hat jedoch die Nachfrage etwas belebt. Einige Abnehmer zeigen einen höheren Bedarf. Auch im Exportbereich ist hiesiges Schweinefleisch wieder konkurrenzfähiger. Die Marktbeteiligten hoffen jetzt, dass sich der Vereinigungspreis auf dem erreichten Preisniveau behauptet. Dennoch stellen sich viele Schweine haltende Betriebe besorgt die Frage: Wenn ein Feiertag ausreicht, um den Schweinehandel so unter Druck zu bringen, was soll dann erst am Jahresende passieren?
Marktlage für die Woche vom 13. bis 19.10.25
Getreide: Es blieb weiter ruhig am Getreidemarkt, auch weil die Erzeuger wegen der nicht kostendeckenden Gebote nicht an Verkäufen interessiert waren.
Raps: Die Kurse wurden zuletzt vom stabilen Pflanzenölmarkt gestützt, die malaysischen Palmöl-Futures verzeichneten den zweiten Wochengewinn in Folge.
Futtermittel: Der Handel war mit der Unterbringung der Körnermaisernte beschäftigt, wobei die Lagerkapazitäten knapp waren.
Kartoffeln: Der Angebotsdruck vom Feld ließ nach, die meisten Bestände wurden gerodet und eingelagert.
Schlachtrinder: Der Markt war uneinheitlicher, besonders Schlachtkühe wurden saisonbedingt umfangreicher angeboten, während Jungbullen weiter knapp waren.
Schlachtschweine/-sauen: Der sehr deutliche Preisrückgang wirkte belebend auf die Nachfrage, auch im europäischen Wettbewerb stieg die Wettbewerbsfähigkeit.
Ferkel: Es brauchte einen deutlichen Preisnachlass, um den Ferkelabsatz am Laufen zu halten und die Mäster zum Einstallen zu motivieren.
Milch: Ab Ende September ging die Milchanlieferung saisonbedingt weiter zurück, lag aber deutlich über dem Vorjahresniveau.
Schlachtlämmer/-schafe: Der Handel mit Schlachtlämmern blieb weiter angespannt, weil seit Wochen etwas größere Stückzahlen auf den Markt kommen.
Markttendenz für die Woche vom 20. bis 26.10.25
Getreide: Die Erzeugerpreise bewegen sich bestenfalls seitwärts. Die höhere Ernteschätzung aus Russland erhöht den Preisdruck.
Raps: Angesichts des aktuellen Preisniveaus bleibt die Abgabebereitschaft der Erzeuger unverändert gering, vermarktet wird lediglich das Nötigste.
Futtermittel: Potenzielle Käufer warten auf weiter nachgebende Sojaschrotpreise und decken nur ihren kurzfristigen Bedarf.
Kartoffeln: Eine Wende bei Verarbeitungskartoffeln ist nicht in Sicht, weder Nässe noch Frost werden in den kommenden 14 Tagen Einfluss nehmen.
Schlachtrinder: Das Schlachtkuhangebot ist zuletzt deutlich gestiegen, die Vermarktung gestaltet sich insbesondere bei den schwächeren Qualitäten etwas schwieriger.
Schlachtschweine/-sauen: Das Angebot an Schlachttieren und das Schlachtgewicht nehmen saisonal zu, gerade im Norden führt das teilweise zu Überhängen.
Ferkel: Das Angebot ist groß, dagegen die Nachfrage, bedingt durch den niedrigeren Schlachtschweinepreis, ruhig. Das drückt auf die Ferkelpreise.
Milch: Nach den Preissenkungen für Butter steigt die Nachfrage nach Rahm, um diese zu produzieren, was die Rahmpreise wieder stabilisiert.
Schlachtlämmer/-schafe: Günstige Importe belasten den heimischen Markt, dennoch haben sich die Preise zuletzt in einigen Regionen stabilisiert.