Für zahlreiche Kameradinnen und Kameraden der Technischen-Hilfeleistungs (TH)-Wehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde hieß es am Sonnabend: aufmerksam sein und praxisnah üben. Der Kreisfeuerwehrverband (KFV) hatte für die 14 TH-Wehren einen Ausbildungstag zum Thema „Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen“ organisiert.
Nach einer theoretischen Einführung starteten die Teilnehmenden gut vorbereitet in den praktischen Teil. Hierzu wurden sie in drei Gruppen aufgeteilt, die nacheinander verschiedene Stationen durchliefen. Wichtige Grundlagen zur Technik eines Mähdreschers vermittelten Lars Harder und Christian Koep an der ersten Station. Neben dem Aufbau und den Funktionsweisen standen insbesondere sicherheitsrelevante Einrichtungen im Fokus. Ziel war es, Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen und die richtigen Maßnahmen für einen sicheren Einsatzablauf zu treffen.
Eine anspruchsvolle, aber lösbare Aufgabe erwartete die Einsatzkräfte an Station zwei: Eine Person war unter einem Mähdrescher eingeklemmt. Unter der Leitung von Marco Weber, Henning Edler (Technische Hilfeleistung Westküste) und Michael Baarth wurde das Szenario Schritt für Schritt abgearbeitet. Der Mähdrescher musste dabei zunächst umfassend gesichert werden. Mithilfe von Kanthölzern und Hebekissen wurde das Fahrzeug angehoben und stabilisiert, sodass die eingeklemmte Person schließlich patientenschonend befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden konnte. Jeder Handgriff wurde dabei besprochen und praktisch erprobt.
Besonders arbeitsintensiv gestaltete sich das dritte Szenario, das von Andreas Schölz und Jan Reicher begleitet wurde. Angenommen wurde ein Frontalzusammenstoß zwischen einem Schlepper mit Pflug und einem Pkw. Der Pkw-Fahrer war eingeklemmt und musste mit schwerem hydraulischen Rettungsgerät befreit werden. Gleichzeitig galt es, auch den Schlepper samt angebautem Pflug umfassend zu sichern, um weitere Gefahren für Einsatzkräfte und Verletzte auszuschließen. Hier zeigte sich deutlich, wie wichtig ein koordiniertes und umsichtiges Vorgehen in solchen komplexen Einsatzlagen ist.
Allen Beteiligten bot der Ausbildungstag die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen, Abläufe zu trainieren und neue Erkenntnisse mit in die eigenen Wehren zu nehmen. Besonders wertvoll war dabei auch die enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst. Unterstützt wurden die Beteiligten durch die Firma Ehrich aus Rendsburg, die Deula Rendsburg und die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), die mit zwei Rettungswagen samt Besatzung vor Ort war. So konnte die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst realitätsnah trainiert und weiter gestärkt werden. Der gelungene Ausbildungstag zeigte einmal mehr, wie wichtig regelmäßige, praxisorientierte Fortbildung für die Sicherheit aller Beteiligten ist.




