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Auszahlungspreise leicht angestiegen

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Die angelieferten Milchmengen gingen im Monat Juni weiter zurück, blieben aber über Vorjahresniveau. Die Auszahlungs-Grundpreise der schleswig-holsteinischen Meiereien stiegen im Durchschnitt um 0,77 ct/kg an.

Hierzulande bewegen sich die Grundpreise in einem Bereich zwischen 43,0 und 45,0 ct/kg Milch. Die Spanne hat sich somit im Vergleich zum Monat Mai deutlich verkleinert, indem der untere Bereich der Preisspanne gekappt wurde. In Süddeutschland ist die Spanne etwas größer, sie liegt im Bereich zwischen 43,0 und 48,0 ct. In Ostdeutschland liegt der Durchschnittspreis weiterhin bei 43 ct und im Westen haben wir nun eine Preisspanne, die zwischen 43,0 und 44,5 ct/kg liegt.

Milchanlieferung rückläufig

Die Milchanlieferung in Deutschland war im Monat Juni rückläufig, nachdem die Anlieferungsspitze saisonbedingt Ende Mai überschritten wurde. Der Rückgang betrug in der letzten Juniwoche bereits 0,9 % im Vergleich zu der Woche davor. Die insgesamt in den ersten 26 Wochen des Jahres abgelieferte Milchmenge bewegt sich noch um 0,1 % über der Vorjahreslinie, allerdings befinden sich die Inhaltsstoffe der abgelieferten Milch auf einem sehr niedrigen Niveau. An den Rohstoffmärkten setzten sich Anfang Juli festere Tendenzen durch. Vor allem an den Fettmärkten wird das Angebot als eher knapp eingeschätzt. Dies gilt vor allem für abgepackte Butter und für Formbutter. So hat der Lebensmitteleinzelhandel die abgepackte Butter im Preiseinstiegssegment Anfang Juli auf 1,99 €/250 g angehoben. Für Blockbutter wird die Marktlage als sehr ruhig beschrieben, es kommt momentan kaum zu Abschlüssen. Nach vorn gerichtet gaben die Butterkurse für den Zeitraum Juli 2024 bis März 2025 an der EEX in Leipzig jedoch leicht nach.

Pulvermarkt uneinheitlich

Im Pulvermarkt gibt es unterschiedliche Richtungen. Der Markt für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität befindet sich schon im Ferienmodus, es kommt daher kaum zu Abschlüssen. Allerdings herrscht auf der Angebotsseite auch kein Verkaufsdruck. Die Preise für Magermilchpulver bewegen sich daher seitwärts bis leicht schwächer in der Preisspanne zwischen 2.300 und 2.500 €/t. Auch hier gaben die nach vorn gerichteten Kurse für Magermilchpulver an der EEX weiter nach. Ähnlich sieht die Lage bei Magermilchpulver in Futtermittelqualität aus. Auch hier gibt es momentan kaum neue Abschlüsse, sodass die Notierungen saisontypisch schwächer ausfallen. Für Vollmilchpulver bewegen sich die Preisnotierungen seit Anfang Juni schon auf einem stabilen Niveau seitwärts und liegen daher weiterhin zwischen 3.850 und 3.910 €/t an der Butter- und Käsebörse in Kempten. Bei Süßmolkenpulver in Lebensmittelqualität sieht es etwas anders aus. Hier gibt es aktuell Bedarf. Diese Nachfrage stößt allerdings auf ein begrenztes Angebot, sodass die Preisnotierungen hier etwas angezogen haben. Für Süßmolkenpulver in Futtermittelqualität stellt sich die Marktlage etwas anders dar. Hier geben die Notierungen wie bereits in den Vorwochen weiter leicht nach.

Käsemarkt freundlich

Die Käsenotierungen bewegen sich schon seit Jahresbeginn stabil seitwärts. Kleine Anpassungen nach oben gab es Anfang Juni und auch jetzt in der ersten Julihälfte konnten die Meiereien leicht festere Kurse durchsetzen. Der Grund liegt in der insgesamt hohen Nachfrage nach Meiereiprodukten. So wird Käse nur nach Bedarf produziert und der übrige Milchrohstoff in andere Verarbeitungslinien gelenkt. Es gibt also kaum Lagerbestände, die Ware verlässt jung die Werke. Die Marktteilnehmer zeigen sich auf beiden Seiten zufrieden, es wurden alle Kontingente planmäßig abgerufen. Auch die Kontraktabrufe aus den Urlaubsregionen Südeuropas bewegen sich im saisonüblichen Rahmen, während aus Drittstaaten eine verstärkte Nachfrage zu verzeichnen ist. Dies macht sich auch in den Notierungen der amtlichen Notierungskommission in Hannover bemerkbar, sie wurden im Schnittkäsebereich in der vergangenen Woche um 10 ct auf 4,25 bis 4,45 €/kg angehoben. Die Preise für Blockware blieben hingegen unverändert.

Welche Fruchtfolge im Futterbau?

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Fruchtfolgen im Futterbau bekommen im Zuge der neuen GAP- Regelungen bei Antragstellung aufgrund des geforderten dreijährigen Fruchtwechsels auf jedem Ackerschlag (Glöz 7) eine große Bedeutung. Auf der Versuchsstation Schuby, Kreis Schleswig-Flensburg, führt die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein seit 2015 einen Streifen-Fruchtfolgeversuch mit Ackerfutterbaukulturen unter praxisüblichen Bedingungen durch.

Es zeigt sich, dass Ackergras und Winterroggen-Ganzpflanzensilage auf der Geest in Fruchtfolge den Silomais ertraglich ergänzen können. Zum Vergleich wird in langjähriger Selbstfolge angebauter Silomais herangezogen.

In der Wiederkäuerernährung ist Welsches Weidelgras ein sehr guter Ergänzungspartner zum Silomais.

Produktionstechnik und Erntezeitpunkt beachten

Silomais, Winterroggen als Ganzpflanzensilage (GPS) und Welsches Weidelgras (Ackergras) sind hinsichtlich Standortansprüchen, Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung, Saattechnik, Saattermin, Saatstärke, Nährstoffversorgung und Pflanzenschutz nach Empfehlung anzubauen. Die in der jeweiligen Produktionsrichtung ertragssteigernden und ertragssichernden Maßnahmen sind durchzuführen.

Jede Kulturart hat zum Erntezeitpunkt eigene Ansprüche. So wird der Getreidebestand zur Ganzpflanzensilage optimalerweise zum Ende der Milchreife bis Anfang der Teigreife gehäckselt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Halmknoten grün, das Stroh beginnt mit der Gelbfärbung. Das Korn lässt sich noch mit dem Fingernagel eindrücken, es spritzt aber nicht mehr.

Der tägliche Zuwachs an Trockenmasseertrag und der Anstieg des Trockensubstanzgehaltes während der Abreife des Getreides sind bei kühler Witterung niedriger als bei warmer. Trockenphasen hingegen beschleunigen den Abreifeprozess deutlich. Angestrebt wird wie beim Silomais ein Trockensub­stanzgehalt der gesamten Winterroggenpflanze von 32 bis 35 %. In diesem Erntestadium sind noch genügend leicht lösliche Kohlenhydrate für eine gute Vergärung enthalten.

Idealerweise befindet sich der Silomais zur Ernte in der Teigreife. Beim Anritzen der Körner tritt kein milchiger Saft mehr aus, der Korninhalt ist teigartig. Der optimale Erntezeitpunkt beim Welschen Weidelgras zum ersten Schnitt ist erreicht, wenn zirka 50 % der Ähren im Bestand sichtbar sind. Für jede Kulturart ist der optimale Erntezeitpunkt immer ein Kompromiss zwischen möglichst hohen Trockenmasseerträgen und ordentlicher Abreife bei guten Silier- und Futterqualitäten.

Auf der Geest kann Winterroggen als Ganzpflanzensilage den Mais ertraglich gut ergänzen.

Fruchtfolge ohne Ertragsverluste

Die aufgezeigten Trockenmasseerträge über Jahre in Tabelle 1 zeigen, dass sowohl Welsches Weidelgras (Ackergras) als auch Winterroggen als Ganzpflanzensilage in der Fruchtfolge Mais am Geest­standort gut ergänzen. Ein breiteres Aufstellen mit mehreren Kulturen in der Fruchtfolge hat den Vorteil einer Minimierung des Ertragsrisikos, wie die vergangenen beiden Versuchsjahre 2022 und 2023 zeigen.

Es wird deutlich, dass 2022 der Witterungsverlauf während der Vegetation dem Silomais deutlich zusetzte. Niederschlagsdefizite ab Mitte Juli zur Blüte bis Ende August führten zum Ertragsabfall des Silomaises. Auch beim Welschen Weidelgras als Kultur mit hohem Wasserbedarf waren die Ertragsdepressionen deutlicher ausgeprägt. Die Getreide-GPS profitierte vom eingebrochenen Silomaisertrag im vorletzten Jahr. 2023 hingegen waren Winterroggen-GPS und Welsches Weidelgras stark von der Frühsommertrockenheit betroffen.

Silomais ist eine sehr attraktive Frucht sowohl in der Rinderfütterung als auch für die Biogaserzeugung und nimmt somit einen sehr hohen Anteil in den Fruchtfolgen auf der Geest ein.

Wichtige Frucht für Biogas

Auch für Biogasbetriebe ist Silomais eine sehr attraktive Frucht und nimmt somit einen sehr hohen Anteil in den Fruchtfolgen ein. Der Anbau von Silomais in Selbstfolge wird trotz langjährig hoher Trockenmasseerträge, wie in der Grafik dargestellt, nicht empfohlen, auch wenn reine Ertragsausfälle durch langjährigen Anbau von Mais in Selbstfolge nicht festgestellt werden konnten. Festzuhalten ist außerdem, dass der Maisanbau in Fruchtfolge keine pflanzenbaulichen Nachteile mit sich bringt.

Wird der Blick auf den Variationskoeffizienten (CV) in Tabelle 1 gerichtet, zeigt sich eine minimal höhere Ertragsstabilität bei Mais in Selbstfolge im Vergleich zu Mais in Fruchtfolge im Beobachtungszeitraum 2015 bis 2023. Der Variationskoeffizient als Maß für die relative Streuung beschreibt das Verhältnis der Standardabweichung zum Mittelwert. Winterroggen-GPS zeigt aufgrund des hohen Ertragsverlusts 2018 eine geringere Ertragsstabilität als Silomais.

Wird das Versuchsjahr 2018 in den aufgeführten Kulturen nicht berücksichtigt, liegt die Streuung der Variationskoeffizienten von Silomais in Fruchtfolge und Getreide-GPS um nur noch 1 % zugunsten des Silomais auseinander. Deutlich größere Ertragsschwankungen des Welschen Weidelgrases und folglich deutlich höhere Varianz lassen sich anhand der Erträge im Vergleich zu Silomais und Winterroggen-GPS (2015-2023) mit den zurückliegenden trockenen Jahren, hohem Wasseranspruch des Welschen Weidelgrases und geringer Wasserhaltekapazität aufgrund niedriger nutzbarer Feldkapazität (nFK) erklären.

Die Grafik zeigt die aufsummierten TM-Erträge der jeweiligen Fruchtfolgen aus den Versuchsjahren 2015 bis 2023 (letztes Versuchsjahr 2023 oben). Es wird deutlich, dass beim Anbau von Mais in Fruchtfolge keine Risiken hinsichtlich der Gesamttrockenmasseerträge zu erwarten sind. In diesem Versuch wurde eine mögliche Beweidung beziehungsweise Schnittnutzung bei günstiger Entwicklung des Ackergrases nach GPS vor Wintereintritt nicht berücksichtigt.

Wird das Augenmerk auf die Qualitäten der Kulturen gerichtet, so sind deutliche Unterschiede zugunsten vom Mais auszumachen (Tabelle 2). Die Stärkegehalte waren beim Roggen als Ganzpflanze 2023 im Vergleich zum errechneten Mittelwert über die Versuchsjahre 2015 bis 2023 (in Klammern) sehr niedrig. Insgesamt betrachtet reichten Stärke-, Energie- und Proteinwerte der Winterroggen-GPS nicht an den Qualitäten von Silomais heran.

Ackergras als wichtiges Fruchtfolgeglied

In der Wiederkäuerernährung ist Ackergras ein sehr guter Ergänzungspartner zum Silomais. Die Nutzungsintensität der Kultur hat hierbei einen entscheidenden Einfluss auf die Futterqualität. Unter Schnittnutzung sind die Qualitäten bei richtigem Management als sehr hoch einzuschätzen. Der Anbau von Gras-Leguminosen-Mischkulturen hat zudem den Vorteil des hohen Vorfruchtwerts und der Einsparung von mineralischen Stickstoffdüngern. Hinweise zur Arten- und Mischungswahl im Ackerfutterbau können auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer (www.lksh.de) abgerufen werden.

Resistenzen nicht überbewerten

In Futterbaufruchtfolgen mit Silomais, Wintergetreide-GPS und Welschem Weidelgras ist das Risiko der Herbizid-Resistenzentstehung von Weidelgräsern als ausdauerndem, mehrjährigem Ährengras mit wurzelnden Seitentrieben gering einzuschätzen. Bei normaler und angepasster Schnittnutzung des Welschen Weidelgrases in Fruchtfolge wird das Stadium der Samenreife nicht erreicht. Ein Aufbau des Samenpotenzials resistenter Biotypen im Boden ist daher sehr unwahrscheinlich; eine Vermehrung von Problem-Weidelgräsern kann ohne toleranten oder resistenten Samen nicht stattfinden.

Fazit

Aufgrund hervorragender Qualitäts- und Futtereigenschaften wird Silomais auch künftig eine große Bedeutung im Futterbau behalten. Ertraglich ergänzen Wintergetreide-Ganzpflanzensilage und Welsches Weidelgras die Fruchtfolgen für Futterbaubetriebe gut. Die Ergebnisse des langjährigen Fruchtfolgeversuchs in Schuby der Landwirtschaftskammer zeigen, dass in Maisfruchtfolgen auf der Geest mit Winterroggen-GPS und Welschem Weidelgras nicht mit Ertragseinbußen zu rechnen ist und Ertragsrisiken durch Anbau mehrerer Kulturen minimiert werden.

Gravert GbR in Lindau ausgezeichnet

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Die Kammer vergibt seit Jahrzehnten den Ehrenpreis für züchterische Leistungen, seit einigen Jahren für Innovationen und beispielhafte Tierhaltung. Im Folgenden wird einer der diesjährigen Preisträger vorgestellt, die Gravert GbR in Lindau im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Vorgaben von Gesellschaft und Politik, aber auch die Krisen der vergangenen Jahre schaffen immer wieder neue Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Das betrifft vor allem die Tierhaltung. Wie viele andere Wirtschaftszweige hat die Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten viele Veränderungsprozesse durchlebt.

Die Präsidentin der Landwirtschaftskammer (LKSH), Ute Volquardsen, hat zwei Betriebe ausgezeichnet, die den Wandel erfolgreich bestritten haben. Sie besuchte Anfang Juli den Milchviehbetrieb Gravert GbR und den Zuchtbetrieb seltener Rauwolliger Pommerscher Landschafe Hardy Marienfeld in Blunk im Kreis Segeberg. Beiden wurde in feierlichem Rahmen der Ehrenpreis der LKSH für beispielhafte Tierhaltung übergeben.

Timo Gravert mit einer der Seniorinnen, „Ralli 253“, im Stall

Mut haben, Neues zu wagen

„Aus Jahrhunderten stetiger Anpassung und des Wandels kann eines mit Fug und Recht festgehalten werden: Landwirtinnen und Landwirte sind Profis darin, Ideen zu entwickeln und neue Wege zu gehen“, sagte Volquardsen. „Wissenschaft, Forschung und Beratung tragen natürlich zum Entwicklungsprozess landwirtschaftlicher Neuerungen aktiv bei. Aber der Ursprung vieler Ideen entfaltet sich oft auf den landwirtschaftlichen Betrieben, meistens in Form eines Prototyps. Wir Landwirtinnen und Landwirte schrauben, tüfteln und grübeln so lange, bis wir eine Lösung für fast jedes auftretende Problem gefunden haben.“

Aber Kreativität allein schaffe keine Veränderung. Der Mut, Neues zu wagen, die Hingabe und Ausdauer seien es, die aus einer Idee eine in der Praxis anwendbare und in der Gesellschaft akzeptierte Neuerung machten. Wahrscheinlich sei es dieser eine Grundsatz, der neue Ideen hervorbringe und auf Betrieben von einer Generation zur anderen weitergegeben werde: „Geht nicht gibt es nicht!“

Die ausgezeichneten Betriebe seien sehr unterschiedlich, aber es verbinde sie die Hingabe für ihre Tiere. Beide zeigten, dass bereits kleine Maßnahmen große Wirkung erzielen könnten, sagte Volquardsen bei der Verleihung des schweren Bronzetellers und der Urkunde. Der Preis wird von der LKSH seit Jahrzehnten einmal im Jahr vergeben und ist dieses Jahr im Design generalüberholt worden.

Die Gravert GbR melkt seit 2015 mit vier Robotern, was zu deutlicher Entlastung bei den täglichen Routinen geführt hat.

Geht’s dem Menschen gut, geht’s der Kuh gut

Seit 1929 bewirtschaftet die Familie den Betrieb und hat ihn über die vergangenen Jahrzehnte in mehreren Wachstumsschritten stetig weiterentwickelt. Aktuell sind das 280 Rinder plus Nachzucht, rund 650 ha und seit 2009 eine Biogasanlage. Die Brüder Timo und Arno Gravert mit ihren Familien und ihren Eltern, drei Festangestellten und drei Auszubildenden bewirtschaften den Betrieb.

Timo Gravert ist der Kuhmensch. Anlässlich der Preisverleihung stellt er seine Schützlinge vor: „Ich liebe hübsche Kühe, aber wir wollen auch nicht in Schönheit sterben.“ Will heißen, langlebig sollen die Tiere sein, hochleistend, aber wenn sie schick sind, schadet das nicht. Sein jüngerer Brüder Arno bewirtschaftet die Biogasanlage. Die beiden vertreten sich und so gibt es auch einmal freie Tage. Beide Graverts sind stolze Familienväter und möchten Zeit mit den insgesamt elf Kindern verbringen.

Timo Gravert (li.) und Arno Gravert bilden die Gravert GbR mit Aufgabenteilung: Der eine ist Kuhmensch, der andere betreibt die Außenwirtschaft mit Biogasanlage und Unterstützung des anderen.

Nach den zahlreichen Erweiterungsbauten in den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde bewusst entschieden, aktuell keine wesentliche Bestandserweiterung vorzunehmen. Vielmehr ist es das erklärte Ziel, die Haltungsbedingungen der Tiere weiter zu verbessern und die erarbeiteten Freiräume für Mitarbeiter und Betriebsleiterfamilien zu erhalten.

Volquardsen dazu: „Ich finde es bemerkenswert, wenn man in der heutigen Zeit eines stetigen Wachstums einfach mal sagt, dass man zufrieden mit dem Erreichten ist und seine Energie eher in die Feinjustierung des Betriebes steckt. Im Hinblick auf die Tiergesundheit haben Sie in den vergangenen Jahren in neue Fußbodenbeläge investiert oder das tägliche Klauenbad eingebaut, um Mortellaro vorzubeugen. Aber auch Investitionen in Lüftungstechnik oder den Futterschieber sind Sie trotz manchmal schwieriger Wirtschaftslage mutig angegangen. Im Management haben Sie den Fokus auf die kontinuierliche Nutzung der gesammelten Daten gelegt, um frühzeitig auf Gesundheitsprobleme reagieren zu können. Da eine gesunde Herde auf gesunden Kälbern aufbaut, ist Ihr aktueller Schwerpunkt die Verbesserung der Kälberhaltung. Diese wollen Sie ab sofort mit ihrer neuen Herdenmanagerin zusammen angehen.“

Der schwere Bronzeteller ist dieses Jahr optisch generalüberholt worden.

Die zeitlichen Freiräume wurden 2015 durch den Kauf von vier Melkrobotern geschaffen und zusätzlich durch die Festanstellung der neuen Herdenmanagerin in diesem Jahr. Diese Freiräume werden genutzt für Fortbildung, Ehrenämter oder auch für die Freizeitgestaltung. Dabei spielt auch die Betriebsform GbR eine entscheidende Rolle. Durch die doppelte Führungsverantwortung und das 100%ige Vertrauen untereinander sind diese Freiräume erst möglich. Der Betrieb zeichnet sich durch ein konsequentes Tier- und Arbeitsmanagement aus, was sich auch in der Leistung widerspiegelt. Aktuell liegt diese bei 11.850 kg mit 3,86 % Fett und 3,48 % Eiweiß. Zudem hat der Betrieb sieben 100.000-l-Kühe, also Tiere, die alt werden und sich lange bester Gesundheit erfreuen.

Bedeutung der Tierhaltung in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein ist landwirtschaftlich durch die Tierhaltung geprägt. Rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche ist Grünland. Die Rinderhaltung umfasst 934.149 Tiere mit 341.631 Milchkühen. Die übrigen sind Fleischrinder, Mutterkühe und Nachzuchten. Auf rund 920 Betrieben werden 197.600 Schafe mit anteilig 66 % Mutterschafen gehalten.

In der Milchkuhhaltung ist die vornehmliche Haltungsform der Liegeboxenlaufstall mit und ohne Laufhof, zudem hat rund die Hälfte aller schleswig-holsteinischen Milchkühe Zugang zur Weide. Schleswig-holsteinische Milchviehbetriebe lieferten 2023 rund 3 Mio. t Milch an die Meiereien.

In der Schafhaltung wird der größte Anteil der Tiere auf Weiden gehalten. Zwar werden über Winter beziehungsweise über die Lammzeit auch vermehrt Tiere aufgestallt, den überwiegenden Teil des Jahres verbringen die Mutterschafe und Lämmer dann jedoch draußen. Zu ihren Aufgaben zählen neben der Fleisch-, Milch- und Wollproduktion die Landschafts- und Deichpflege.  

Butter schütteln, Kälber füttern, Maschinen bestaunen

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Der Schulunterricht der dritten Klassen der Grundschule Schule am Meer in Büsum fand zum Tag der Milch auf dem Milchviehbetrieb Christian Hollmann in Österdeichstrich statt.

Butter gab es aus dem Glas, in dem die Schüler selbst die Milch geschüttelt hatten.

Bei herrlichem Wetter wurden die Kinder nach der Anfahrt mit dem Linienbus und einem kurzen Fußmarsch in zwei Gruppen aufgeteilt. Die „hungrigen“ Kinder durften unter Anleitung der LandFrauen Antje und Linde vom OV Büsum mit dem Butterschütteln beginnen und ihr Brot mit der selbst gemachten Butter – wahlweise verfeinert zu Kräuterbutter – direkt verzehren. Danach ging es für diese Gruppe zu den Melkrobotern, die bei den Kindern große Faszination auslösten, und dann weiter zu den Maschinen und Silos, die für das Futter benötigt werden.

Die zweite Gruppe begann den Tag mit dem Füttern der Kälber und wechselte danach zu der Kuh „Wagnis“, die für diesen Tag einen bunten Anstrich zur Erläuterung bekommen hatte. An ihr wurden nämlich der besondere Verdauungstrakt und die für die Kuh erforderliche Ernährung erklärt. Auch sonst gab es allerhand Infos rund um die Kuh und die Milch. Die Kinder hörten gespannt zu und hatten viele Fragen.

Bereits einige Tage zuvor waren Mädchen und Jungen sowie Betreuer des Naturkindergartens Hedwigenkoog vor Ort. Sie wurden in die Arbeit einbezogen, konnten Kälber füttern und Stroh streuen, und auch die eine oder andere Streicheleinheit durfte nicht fehlen. Stolz waren die Kinder auf ihre ersten Melkerfolge an der Kuh­attrappe. Krönender Abschluss war der Hoflader, auf dem alle einmal sitzen durften.

Kohl kühlen mit Köpfchen

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Für die jährliche Sommerexkursion des Agrarausschusses des Landjugendverbands war diesmal der Gemüsehandel Hagge in Neuenkirchen im Kreis Dithmarschen Anlaufpunkt. Fast 40 Personen folgten dem Aufruf zur Besichtigung, teilweise mit annähernd 180 km Anfahrtsweg.

Peter Hagge stellt die einzelnen Betriebszweige vor, zu denen neben dem Gemüsehandel die Landwirtschaft mit Mastfärsen, das Logistikunternehmen mit sechs Lkw sowie ein Unternehmen zum Haltbarmachen von Kohl gehören. Insgesamt gliedert sich der vielseitige Betrieb in sieben einzelne Unternehmen mit jeweiligem Betriebsleiter, zu denen in der Hauptsaison 110 Mitarbeiter gehören. Im Winter oder wenn nicht gerade Saison ist, sind 30 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Der Kern besteht aus einem jungen, dynamischen Team, das in jede Sparte Einblick hat und wo jeder jeden in seinen Aufgaben vertreten kann. Die Vermarktung geschieht jeweils zu einem Drittel direkt über regionale Wochenmärkte in der Umgebung, über den Lebensmitteleinzelhandel und über den Export in 18 Länder, wobei die meisten in der EU liegen.

Im Lager 

Die Flächenstruktur des Betriebes umfasst rund 330 ha Gemüse, darunter vor allem Kohlgewächse wie Blumenkohl, Spitzkohl, Rot- und Weißkohl, und erstreckt sich von Büsum bis Lunden. Das entspricht einer Entfernung von bis zu 30 km. Rund um Büsum werden zudem einige Hektar Biokohl angebaut und weitestgehend vor Ort direkt vermarktet. Betriebsleiter Peter Hagge machte deutlich, dass sich die Herstellungskosten, worunter auch die Erntekosten fallen, inzwischen annähernd verdoppelt haben und damit bei rund 6.200 € / ha liegen. Diese Werte waren vor fünf bis zehn Jahren undenkbar.

Die Vermarktung ist das Tagesgeschäft und muss gut geplant sein. So kann es vorkommen, dass der Grünkohl an einem Tag für 1,80 € den Hof verlässt und am darauffolgenden für 22 € (!). Schwankungen von 100 % seien ganz normal, extreme Schwankungen von 400 % aber auch bei Weitem keine Seltenheit mehr.

Die Kohlreinigungsmaschine

Ein großer Vorteil des Gemüsehandels Hagge ist die Verfügbarkeit von Kohlgemüse über das gesamte Jahr hinweg. Damit ist er gerade für die Gastronomie ein idealer Ansprechpartner und könnte seinen Mitbewerbern überlegen sein. Dies gelingt aber nur durch sechs Betriebsstätten mit Kühlräumen. Ware, die über einen längeren Zeitraum eingelagert werden soll, wird auf 0,3 bis 0,2 °C heruntergekühlt. Hierbei ist Fingerspitzengefühl gefragt, da das Gemüse sehr leicht erfrieren kann. Eingelagert wird jedoch erst ab dem 10. September, vorher kann man sicher sein, das ausschließlich frische Ware in den Verkauf geht, die am Vortag geerntet wurde.

Bei der Ernte ist Handarbeit gefragt – jeder Handgriff muss exakt sitzen, und das Gemüse ab Feld muss perfekt sein. Die Saisonarbeitskräfte werden von einem Vorarbeiter in ihre Arbeit eingewiesen. Bis zu 80 % der Arbeitskräfte waren bereits in den vergangenen Jahren als Helfende auf dem Betrieb, ein geringer Teil wechselt in jedem Jahr und muss neu eingearbeitet werden. Von November bis Juni läuft die Kohlputzmaschine, denn nur Lagerware wird geputzt. Dabei sind mindestens drei Personen an der Maschine beschäftigt.

Bestellungen gehen auf dem Betrieb bis 14 Uhr ein und müssen am nächsten Morgen in den Versand oder in die Auslieferung gehen. Daher ist das eigene Logistikunternehmen wichtig, um die Kunden zur vollen Zufriedenheit versorgen und auf Wünsche und kurzfristige Bestellungen eingehen zu können.

Im Lebensmitteleinzelhandel sei eine Zahlungsfrist von 90 Tagen Standard, erklärte Hagge. Er müsse mit seinen Produkten und den unterschiedlichen Pfandkisten immer in Vorleistung gehen, was bei einer Pfandgebühr von 3,96 € pro Kiste und einer zusätzlichen Nutzungsgebühr ganz schön zu Buche schlägt.

Eine Besonderheit, die der Brokkoli mit sich bringt, ist, dass dieser nur mit Folie versehen in den Verkauf beim LEH gehen darf. Die entsprechende Maschine musste für rund 120.000 € angeschafft werden. Allerdings ist der Brokkoli auf den Tellern im Land gern gesehen, und daher war diese Anschaffung wichtig und richtig.

Im Anschluss an die Betriebsbesichtigung kam man bei einem Hotdog vom Grill ins Gespräch.

Laura Stolley

Die Böden sind gut versorgt

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In Schleswig-Holstein sind nahezu alle Böden ausreichend mit Phosphor (P) versorgt. Allerdings ist nur ein Bruchteil vom Gesamt-P-Pool des Bodens, zirka 1 bis 3 %, sofort pflanzenverfügbar. Der Rest ist stabil an Bodenpartikel beziehungsweise in der organischen Substanz gebunden und nur schwer von den Pflanzen zu mobilisieren oder muss erst durch Mikroorganismen pflanzenverfügbar gemacht werden.

Deshalb wird üblicherweise P mineralisch ergänzt, um den Bedarf der Kulturen zeitnah zu decken, zum Beispiel als Unterfußdüngung zur Maisaussaat. Nur 5 bis 25 % des vom Bestand aufgenommenen Phosphors stammen aus der aktuellen Düngung, wobei Mineraldünger direkter als Wirtschaftsdünger wirkt. Es ist sinnvoll, über das P-Management nachzudenken.

Zwar treten bei der P-Düngung praktisch keine gasförmigen Verluste und nur geringe Auswaschungsverluste von gelöstem P auf, allerdings wird durch Starkregen und Wind an Bodenpartikel gebundener Phosphor von der Fläche abtransportiert.

Die Abbildung 1 zeigt dazu jährliche P-Verlustpotenziale für verschiedene Pfade auf, die bei Erosion und über Drainagen besonders hoch sind. In Gewässer eingetragen führt dies zu einer massiven P-Überversorgung und schlussendlich zu einem schlechten Gewässerzustand. Diesen gilt es zu vermeiden. Auf bestimmten Flächen ist das P-Verlustrisiko besonders stark ausgeprägt. Somit sind angrenzende Ökosysteme/Gewässer besonders gefährdet. Hierzu zählen vor allem Schläge mit großer Hangneigung, hohen P-Gehalten, Moorböden, Flächen mit einem hohen Wirtschaftsdüngereinsatz sowie Flächen mit einer direkten Gewässeranbindung.

Da Schleswig-Holstein auf eine Ausweisung von phosphorbelasteten Gebieten verzichtet hat, gelten bei der Düngung landesweit die verschärften bundesrechtlichen Vorgaben. Dies wird zum Beispiel bei der Anwendung von Endo-SH ersichtlich, da hier alle Schläge als P-Kulisse ausgewiesen werden. Auch wenn oft argumentiert wird, dass Punktquellen wie zum Beispiel Kläranlagen den maßgeblichen Anteil an P-Nährstoffeinträgen in Gewässer verursachten, zeigen Studien, dass auch in Schleswig-Holstein 50 bis 65 % aller P-Einträge aus der Landwirtschaft stammen (vergleiche Abbildung 2).

Boden-P mobilisieren

Besonders auf überversorgten Böden (P-Gehaltsklasse E) führt eine ausbleibende P-Düngung erst nach Jahren oder Jahrzehnten zu einem sichtbaren Ertragsrückgang. Nach Expertenmeinung sollte auf diesen Böden keine P-Düngung mehr durchgeführt werden, um potenzielle Umweltbelastungen zu reduzieren. Vielmehr gilt es, Phosphor im Boden pflanzenverfügbar zu machen.

P wird von Pflanzen nur als im Bodenwasser gelöstes Phosphat im wurzelnahen Raum aufgenommen. Die weitere Erschließung geschieht ausschließlich durch das Wachstum der Wurzeln. Dieser wurzelnahe Raum kann durch symbiontische Pilze (Mykorrhiza) bis zum fünffachen Volumen vergrößert werden.

Etwa 80 % der ackerbaulich genutzten Pflanzen sind zur Symbiose fähig, insbesondere Mais, Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Luzerne, Klee und Kartoffeln. Die Pflanze gibt bestimmte Zuckerlösungen an die Pilze ab und diese schließen dafür gebundenen Phosphor für die Pflanzen auf. So können 30 bis 90 % des P-Bedarfes der Pflanze gedeckt werden, wobei die P-Mobilisierung durch Mykorrhizapilze vor allem in nährstoffärmeren und ungestörten Böden besonders hoch ist. Würde man dieses natürliche Potenzial fördern, ließen sich womöglich die umweltschädlichen Folgen der P-Düngung vermeiden, Kosten sparen und die P-Versorgung auch dort sicherstellen, wo Düngemittel nicht vorhanden sind.

Durch den Anbau von besonders geeigneten Zwischenfrüchten, wie zum Beispiel Mischungen mit Weißer Lupine oder Buchweizen, kann P für die Folgekultur aufgeschlossen werden. Kulturen mit geringer oder fehlender Mykorrhizierungsneigung ersetzen den Nutzen der Symbiose meist durch ein größeres Wurzelsystem und eine höhere Durchwurzelungsintensität. Es gibt Hinweise darauf, dass Biostimulanzien eingesetzt werden können, um die Bildung von Feinwurzeln zu fördern, was unter anderen in Demoversuchen der GWS-Nord gezeigt werden konnte. Auch eine ausreichende Kalkung kann die biologische Umsetzung organischen Materials fördern und so die P-Verfügbarkeit erhöhen.

Regional verschieden hohe P-Salden

In Schleswig-Holstein gibt es unter den Betrieben regional große Unterschiede im P-Anfall und in der P-Verfügbarkeit. Ein Transfer der Nährstoffe wäre sinnvoll: Es gibt einerseits viehstarke Regionen mit einem hohen P-Aufkommen in Form von Wirtschaftsdüngern, die innerhalb des Betriebes nicht mehr pflanzenbaulich sinnvoll ausgebracht werden können.

Die Begrenzung der P-Düngung zu hochversorgten Schlägen (über 25 mg/100 g) auf die P-Abfuhr stellt aktuell schon besonders viehstarke Milchvieh und Schweine haltende Betriebe vor Herausforderungen. Hier zeigen sich oft hohe bis sehr hohe positive P-Bilanzsalden. Ein P-Überhang wird derzeit in der Stoffstrombilanz aber noch nicht bewertet. Doch auch hier rückt mit der aktuellen Düngeverordnung und der Entwicklung des Düngemonitorings P zunehmend in den Fokus und soll im Rahmen der neuen Nährstoffbilanz in Abhängigkeit von der P-Versorgungsstufe des Bodens begrenzt werden.

Die Steigerung der Grundfutterleistung und der Einsatz P-reduzierter beziehungsweise stark P-reduzierter Kraftfuttermittel können bei gleich bleibender Viehzahl den P-Saldo reduzieren, aber auch hier sind Grenzen gesetzt. Andererseits gibt es Ackerbauregionen, in denen oft P mineralisch gedüngt wird, um das Ertragspotenzial der Pflanzen voll auszunutzen. Diese Betriebe weisen ausgeglichene bis leicht negative P-Salden auf. Jedoch ist der Vorrat an Rohphosphat zur Mineraldüngerherstellung endlich.

Daher ist ein effizienterer Umgang mit P in der Landwirtschaft geboten, indem in Schleswig-Holstein etwa P-reiche Wirtschaftsdünger aus viehstarken Regionen in Ackerbauregionen Mineraldünger ersetzen. Dies vermeidet lokale Umweltbelastungen durch zu hohe P-Aufkommen in der Fläche und in angrenzenden Ökosystemen.

Separation kann P-Recycling unterstützen

Die Separation von flüssigen Wirtschaftsdüngern stellt eine Möglichkeit dar, um den Nährstofftransfer aus Veredelungsregionen in Ackerbauregionen zu erleichtern, da die Transportwürdigkeit durch Nährstoffaufkonzentration steigt. Wie viel P letztlich nach der Separation in der festen Phase verbleibt, ist von vielen Faktoren abhängig. Je nach Ausgangssubstrat und Separationsverfahren kann ein Betrieb 15 bis 80 % des Phosphors aus dem Wirtschaftsdünger über die feste Phase exportieren, da P vorrangig an den organischen Feststoffen gebunden ist.

Bei der Nutzung als Düngemittel sollten Sperrfristen und weitere Vorgaben wie bei Gülle beachtet werden, da die feste Phase düngerechtlich als Gülle und nicht als Kompost oder Mist eingestuft wird. Weiterhin sind separierte Feststoffe als Gärsubstrat in Biogasanlagen gefragt und dabei verbleibende Gärreste in Ackerbauregionen als Düngemittel geschätzt. Ob die Separation für den einzelnen Betrieb empfehlenswert ist, kann der Entscheidungshilfe (Abbildung 3) entnommen werden.

Weitere Infos zum Thema Separation sind auch bei der Allianz für den Gewässerschutz zu finden: https://t1p.de/56sbi


Info

Mittel- bis langfristig wirkende Maßnahmen zur Reduktion von P-Austrägen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen:

bedarfsgerechte P-Düngung

Wirtschaftsdünger regelmäßig analysieren

Unterfußdüngung statt flächiger Düngung

Abstand zu Gewässern einhalten

Anlegen von Gewässerrandstreifen (zum Beispiel Weiden für P-Rückhalt)

Fruchtfolge optimieren, Anbau von Zwischenfrüchten, Untersaaten

Bodenbearbeitung quer zum Hang

Mulch- und Direktsaat beziehungsweise Strip-Till in erosionsgefährdeten Lagen

Moorböden als Grünland nutzen


Fazit

Bei Schleswig-Holsteins Böden besteht für P eher ein Verfügbarkeits-, weniger ein Versorgungsproblem.

Schlagspezifische Maßnahmen können vor P-Einträgen in Gewässer schützen.

Mykorrhizapilze können Kulturpflanzen helfen, P verfügbar und erreichbar zu machen.

Die Separation von flüssigen Wirtschaftsdüngern hilft, P transportwürdig zu machen und so regionale P-Lasten umzuverteilen.