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StartNachrichtenPferd & Reiter„Megagefühl, hier zu siegen“

„Megagefühl, hier zu siegen“

SH Holstein International in den Holstenhallen in Neumünster
Von Lena Höfer
Etliche der schleswig-holsteinischen Nachwuchstalente und ihre Trainerinnen wurden in den Holstenhallen von den Veranstaltern des SH Holstein International geehrt. Foto: Agentur Holsteinoffice

Mit knapp 500 Anmeldungen für das Turnier SH Holstein International hatten die Veranstalter nicht gerechnet, daher entschieden sich Merve Henningsen aus Rastorf, Kreis Plön, Thomas Voß aus Schülp, Kreis Rendsburg-Eckernförde, und Harm Sievers aus Tasdorf, Kreis Plön, schon am Mittwoch mit den ersten internationalen Prüfungen zu starten.

Unverändert galt das im vergangenen Jahr erneuerte Tourenkonzept für das erste internationale Hallenturnier der gerade erst begonnenen Indoorsaison. Aktive aus ganz Europa waren angereist.

Der Niedersachse Josch Löhden startete schon am Mittwoch besonders gut ins Turnier: Der 30-Jährige gewann mit Egelund‘s Miss Unique das Eröffnungsspringen. Mit 101 Startern war die erste Prüfung der Goldtour mehr als gut genannt worden. Auch die zweite Prüfung des Tages ging an Löhden, mit Leroy Jackson gewann er die Youngstertour für sechsjährige Pferde. In der Tour für siebenjährige Springpferde ließ er dann mal die anderen dran: Mario Maintz war aus Nordrhein-Westfalen angereist und stellte mit der For Pleasure-Tochter Fearless die Siegerin vor. „Für die sechs- und siebenjährigen Pferde birgt ein internationales Hallenturnier die Chance, viel dazuzulernen und Routine und Sicherheit zu gewinnen“, erklärte Harm Sievers.

Die Youngsters hatten einen Tag Pause, bevor es am Freitag wieder in den Parcours ging. Diesmal musste Josch Löhden Philipp Battermann und der Holsteiner Stute Inside of my Heart den Vortritt lassen. Beide Paare zeigten fehlerfreie Runden, aber Battermann, der Neffe von Thomas Voß, Nationenpreisreiter und Mitveranstalter des SH Holstein International, war einfach schneller. Inside of my Heart ist eine Tochter des Crumble und stammt aus der Zucht von Thomas Voß. Reiter und Pferd kommen vom Höllnhof in Schülp. Im Finale der Youngstertour gewann der am Freitag drittplatzierte Simon Heineke vom Moorhof in Wedel mit der Holsteiner Stute Call me Pretty.

Robin Naeve siegt in der Grand Prix Tour

Auch im Finale der Siebenjährigen standen andere auf dem Treppchen als zunächst erwartet. Am Freitag kamen Mario Maintz und Fearless noch auf Platz vier, im Finale am Sonnabend hatten sie dann vier Fehler im Stechen und mussten sich mit Platz zehn zufriedengeben. Siegerin der zweiten Prüfung und des Finales wurde Linn Hamann aus Ammersbek, Kreis Stormarn, mit dem Holsteiner Cool Fox. Die Tochter des Ausbilders Wulf-Hinrich Hamann gehört nicht nur in Schleswig-Holstein zu den talentiertesten Nachwuchsreiterinnen. Als Juniorin und Junge Reiterin war sie bei den Deutschen Meisterschaften mehrfach vorne platziert und ist mit einem Bachelor in Pädagogik und Management in der Hinterhand auf dem Hof ihrer Eltern als Bereiterin angestellt.

Josch Löhden hatte am Donnerstag in der Goldtour seinen dritten Sieg geholt. Diesmal hatte er den Hannoveraner Van Moor gesattelt. Mario Maintz pilotierte den Oldenburger Celentano K auf den zweiten Platz. Im Finale bekamen dann beide Reiter vier Fehler und schafften es nicht in die Platzierung. Claas-Hermann Romeike und der Hannoveraner Crazy Friend siegten hier mit zwei fehlerfreien Runden und der schnellsten Zeit im Stechen.

Den vierten Sieg von Josch Löhden, diesmal in der ersten Qualifikation für den Großen Preis, verhinderte Jan Meves aus Mehlbek, Kreis Steinburg, auf seiner Topstute Dynastie D. Der einstige Landesmeister verwies Löhden mit dem KWPN-Wallach Ultimus auf den zweiten Platz. Die zweite Qualifikation entschied dann Robin Naeve für sich. Im Sattel der Holsteiner Stute Casalia R war der 25-jährige Sohn von Nationenpreisreiter Jörg Naeve aus Ehlersdorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde, fast 3 s schneller als die zweitplatzierte Linn Hamann mit dem Westfalen Quality Choice.

Mit fast 3 s Vorsprung siegte Robin Naeve aus Ehlersdorf mit Casalia R in der zweiten Qualifikation für den Großen Preis. Foto: Agentur Holsteinoffice

„Gewinnen ist immer schön. Morgen ist die wichtigste Prüfung, da versuchen wir dabei zu sein und im Optimalfall zu gewinnen”, hatte Robin Naeve schon am Vortag vor der Fernsehkamera verkündet. Die kleine Casalia R sei dafür die richtige Sportpartnerin, fand Naeve junior, der im August hinter seinem Vater Silber in der Landesmeisterschaft gewonnen hatte. „Der Parcours hatte viele kurze Wendungen und war sehr technisch, das liegt ihr. Blitzschnell umdenken, das kann sie gut”, lachte der Springreiter, der der Holsteiner Stute viele große Erfolge verdankt.

Großer Preis für Carsten-Otto Nagel

Robin Naeve war damit für den mit 15.000 € dotierten Großen Preis am Sonnabend qualifiziert, ebenso wie Jan Meves, der Sieger der ersten Qualifikation. Die 50 punktbesten Reiterinnen und Reiter durften dort starten. Mylene Nagel, in der ersten Qualifikation bereits Dritte und in der zweiten an sechster Stelle platziert, führte diese Zwischenwertung an.

Im Großen Preis qualifizierten sich 13 der 50 angetretenen Paare für das alles entscheidende Stechen, mit dabei auch Robin und Jörg Naeve sowie Mylene Nagel und ihre Schwester Mynou Diederichsmeyer. Doch es war ein anderer, der hier siegen konnte. Carsten-Otto Nagel grinste: „In Neumünster zu gewinnen ist ja immer schön.” Das Gefühl durfte der ehemalige Schleswig-Holsteiner an diesem Sonnabend noch einmal so richtig auskosten. „Megagefühl hier in der Holstenhalle bei der Stimmung. Neues Pferd, alle freuen sich“, resümierte er.


Carsten-Otto Nagel holte sich mit Cancaneur zum zweiten Mal innerhalb von neun Jahren den Sieg im Großen Preis des SH Holstein International. Foto: Agentur Holsteinoffice

Das neue Pferd ist der neunjährige Cancaneur von Connor-Lacros. Er und Nagel kennen sich erst seit knapp vier Monaten. „Der ist dressurmäßig allerbestens ausgebildet. Paula de Boer hat ihn nämlich vor mir geritten”, lachte Nagel und fügte hinzu: „Das ist jetzt sehr angenehm für mich.” Die Tochter des Dressurausbilders Wieger de Boer aus Pinneberg war ebenfalls vor Ort und verteilte Küsschen an ihren vierbeinigen Freund. Cancaneur stammt aus der Zucht von Johann Heinrich Witt, Kreis Pinneberg.

Nagel, der mit seiner Ehefrau Mylene seit einigen Jahren in der Nähe von Bremen lebt und arbeitet, freute sich auch über deren dritten Platz. Die Springreiterin saß im Sattel von Look at Me R und war im Stechen nur Sekundenbruchteile langsamer als ihr Mann. „Das Publikum feiert so toll mit. Wenn man dann noch fehlerfrei ist, macht es noch mehr Spaß“, befand sie. Auf Platz zwei reihte sich Sofie Svensson mit Cooper VA ein. Die Schwedin mit Wohnsitz in Trittau, Kreis Stormarn, reitet für den Stall von Allwörden auf dem Grönwohldhof.

Robin Naeve zeigte zwar zwei Nullrunden, war aber nicht schnell genug für einen der vorderen Plätze. Er ließ allerdings noch seinen Vater auf Platz acht abrutschen. „Das war ein richtig gutes Stechen“, befand Harm Sievers. Zehn von 13 Startern waren fehlerfrei geblieben und hatten richtig aufs Gas gedrückt. Die vorderen Plätze waren nur durch Hundertstelsekunden getrennt. „Die Halle war richtig voll und die Stimmung prima“, freute sich der Veranstalter.

Ehrung für die norddeutschen Jungtalente

Die Bedeutung der Holstenhallen für den Pferdesport kennen die Veranstalter von SH Holstein International nur zu gut, daher holen sie jene Nachwuchsreiter und -reiterinnen in die Hallen, die in der Sommersaison mit bemerkenswerten Erfolgen glänzen konnten. „Eltern, Trainerinnen, Unterstützer – sie alle sollen dann einmal in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken“, so Sievers. Es waren viele Medaillengewinner, die da im Südturm der Holstenhalle zusammenkamen. Gespickt mit kleinen Anekdoten stellte Sievers die jungen Talente und ihre Eltern vor.

Mit dabei war auch der Sieger der spannenden Indoorvielseitigkeit, die kurz davor entschieden worden war: Mathies Rüder. Bei ihm bat Sievers auch die Großeltern mit nach vorn, denn „das ist so eine richtige Holsteiner Pferdefamilie“, befand der Redner. Sievers erinnerte sich an Zeiten, in denen die Großeltern auf fünf verschiedenen Turnieren unterwegs waren, um allen gerecht zu werden: „So ein Einsatz ist selten.“

Auch die Schwestern Schmitz-Morkramer aus Hamburg bekommen von ihren Eltern eine solche Unterstützung. Helena und Allegra Schmitz-Morkramer gewannen fünf Goldmedaillen bei den Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reiter. Doch nicht nur sie und ihre Eltern wurden geehrt. Auch ihre Trainerin Sonja Marie Ellerbrock aus Kayhude, Kreis Segeberg, stand mit im Zentrum. Sie erhielt den SH Holstein International Award für ihre herausragend gute Ausbildungsarbeit.

Einen weiteren Preis verlieh Harm Sievers am nächsten Tag Heike Petersen. Die Richterin, Ausbilderin und langjährige Mitarbeiterin des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein rief vor 15 Jahren die Initiative „Jungs aufs Pferd” ins Leben, als der „Männer“-Anteil in den Nachwuchsklassen rapide sank. Seither haben etliche Jungen an Trainingslagern teilgenommen und bei Turnieren, Shows und inzwischen auch in großen Prüfungen geglänzt. Aktuell packen die jungen Herren beim Parcoursdienst mit an. Das Engagement der Bad Segebergerin, die unermüdlich für die Initiative im Einsatz ist, würdigten die Veranstalter vor dem Großen Preis mit einem SH Holstein International Award. pm

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