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Hornlos-Genetik gefragt

Zuchtviehauktion der RSH in Dätgen im April
Von Dr. Heiner Kahle, Rinderzucht Schleswig-Holstein
Die „Tadel“-Enkelin „Donau“ von Volker Asmussen aus Dannewerk konnte im Ring überzeugen. Foto: Anna Lindemann

Mit einem lebhaften Bullenmarkt startete die Auktion in Dätgen. Besonders genetisch hornlose Vererber standen im Fokus der Auktion. Auch bei den weiblichen Tieren zeigte sich eine differenzierte Nachfrage.

Mit dem Verkauf der schwarzbunten Bullen begann die Auktion schwungvoll. Auktionator Claus-Peter Tordsen konnte gleich dreimal bei 3.300 € zuschlagen: für den schicken, gut bemuskelten und lackschwarzen „Gladius“-Sohn „OFH Eilan“ aus der Zucht der Andresen GbR, Kattbek, Ostseefjord-Holsteins sowie für zwei genetisch hornlose Bullen der Milchhof Broosch GbR, Techau. Dabei handelte es sich um den homozygot hornlosen „Ekuss PP“, einen „Hydro-P“-Sohn, sowie um „Elano P“ (Vater: „Sir PP“). Beide überzeugten mit korrektem Fundament und guten Inhaltsstoffen auf der Mutterseite. Damit setzte sich die anhaltend starke Nachfrage nach genetisch hornlosen Vatertieren eindrucksvoll fort. Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Bullen betrug 3.120 €.

Verhaltener Markt bei den Färsen

Bei den schwarzbunten Färsen verlief der Markt verhaltener. Der Höchstpreis von 2.800 € wurde zweimal erreicht. Dies gelang zum einen „Dia“ (Vater: „Senator“) aus der Zucht von Karsten Kaack, Ratzbek, die mit bester Euterqualität und insbesondere einem sehr breiten und hohen Hintereuter überzeugte. Zum anderen erzielte auch die genetisch hornlose „Diane P“ (Vater: „Hansen PP“) aus der Zucht des Milchhof Broosch GbR diesen Preis, ebenfalls mit hervorragender Euterqualität und sehr hoher Einsatzleistung. Das weibliche Kontingent der schwarzbunten Färsen wurde durch zwei Kollektionen ergänzt. Zum einen stellte die Engelbrecht GbR, Bokholt-Hanredder, eine sehr milchtypische und leistungsbereite Tierkollektion. Die Zuchtstätte Stefan Voß, Nehms, war ebenfalls mit einer Betriebskollektion vertreten. Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Färsen lag bei 2.388 €.

Tagesspitze bei den Rotbunten

Preissiegerin des Tages war erneut eine Färse aus der Zuchtstätte Philip Ellerbrock, Westerau, Ellerbrock Holsteins. Die rotbunte „ELL Lika“, eine sehr frühe „Redford“-Tochter, erzielte mit 3.800 € den Tageshöchstpreis. Sie überzeugte mit einem Relativzuchtwert Gesamt (RZG) von 149, überragender Einsatzleistung und durchweg hohen Eiweißprozenten auf der gesamten mütterlichen Seite. Der Durchschnittspreis der rotbunten Färsen betrug 2.430 €.

Die teuerste Angler Färse war „Dolores“, eine enorm entwickelte „VR-Vehmaa“-Tochter von Volker Asmussen, Dannewerk, mit 2.800 €. Der Durchschnittspreis der Angler Färsen lag bei 2.700 €. Teuerste Kreuzungsfärse war „Dschungel“ aus dem Bestand von Malte Krohn, Kummerfeld, die für 2.750 € zugeschlagen wurde. Die harmonische Färse überzeugte mit einem sehr guten und flachen Euter.

Fazit

Die Nachfrage nach weiblichen Tieren verlief im Vergleich zur vorangegangenen Auktion deutlich ruhiger, was in einem um zirka 130 € geringerem Durchschnittserlös und einem gewissen Überstand zum Ausdruck kam. Vor dem Hintergrund der aktuellen Milcherzeugerpreise boten die Kaufinteressenten noch gezielter und qualitätsorientierter. Besonders gefragt waren neben Tieren mit ordentlichen Einsatzleistungen auch Tiere aus Betrieben mit dem Status „GVO-frei“, die beim Verkauf Preisvorteile erzielten. Mittelrahmige Tiere mit solidem Fundament fanden ebenfalls guten Zuspruch. In der gegenwärtigen Marktsituation bestehen gute Einkaufsmöglichkeiten für abgekalbte Färsen zur Bestandsergänzung.

Die nächste Auktion der RSH eG findet am 21. Mai im Vermarktungszentrum in Dätgen (direkt an der Autobahnabfahrt Bordesholm gelegen) statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen.

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