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Corona-Jahre fordern auch die Jäger

Hochwildring Segeberger Heide zog Bilanz in Hartenholm
Von Karsten Paulsen
Das 11 kg schwere Geweih des Medaillenhirsches von Sönke Mohr aus Rickling-Fehrenbötel des Jagdjahres 2021/22 im Hochwildring Segeberger Heide

Die Hege des Wildes ist für die Jägerschaft nicht einfacher geworden, im Gegenteil. Das wurde kürzlich deutlich während der gut besuchten Jahreshauptversammlung des Hochwildringes Segeberger Heide in Hartenholm. 81 private Reviere rund um den Segeberger Forst und fünf Reviere der Landesforsten Schleswig-Holstein bilden die Hegegemeinschaft.

Walter Mahnert aus Großen­aspe-Eekholt leitete die Jahreshauptversammlung des Hochwildringes Segeberger Heide in Hartenholm als Vorsitzender. Fotos: Karsten Paulsen

Vorsitzender Walter Mahnert (Großenaspe-Eekholt) blickte vor rund 110 Mitgliedern und Gästen auf zwei fordernde Corona-Jahre zurück. Die seien in den Revieren des Hochwildringes – und nicht nur in diesen – nicht ohne Aus- und Nachwirkung geblieben. „Touristen und Erholungssuchende waren in allen Revieren in hoher Anzahl anzutreffen.“ Die vom Wild genutzten Wege würden zugeparkt und das Wild auf andere Weise beeinträchtigt und beunruhigt. Mahnert äußerte Verständnis für das Bedürfnis der Menschen, Erholung in der Natur zu suchen. Doch müsse dies unter Rücksichtnahme auf die Mitwelt geschehen.

Zudem seien, so Mahnert, die großen, revierübergreifenden Drückjagden zum Teil von der Anwesenheit des Wolfes geprägt gewesen. „Das Wild stand in Revierteilen, wo es sonst nicht anzutreffen war, und fehlte daher in den Teilen, wo wir es normalerweise erwartet haben.“ Der Vorsitzende verwies auf die von den Wolfsbetreuern des Landes veröffentlichte und stets aktualisierte Tabelle über Wolfnachweise. Danach wurden auch in den vergangenen Wochen wieder mehrere Sichtungen und Wolfsrisse bei Wild- und Nutztieren unter anderem in den Ämtern des Kreises Segeberg Bad Bramstedt-Land, Leezen und Bornhöved dokumentiert.

Extrem hoher Wildbestand

Außerdem sprach Mahnert die als bekannten Schwerpunkt bestehende Großrudelbildung des Rotwildes im Hochwildring an. „Dies wird für den jagdlichen Hegeauftrag in der Zukunft nicht weniger oder leichter.“ Die Hirschrudel hätten Stückzahlen erreicht, „wie wir es sonst nur beim weiblichen Rotwild kennen“.

Im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) dürfe im Bereich der Bejagung des Schwarz­wildes nicht nachgelassen werden, forderte der Vorsitzende mit Nachdruck. Die Zahl der mit der ASP infizierten Wildschweine in Deutschland beträgt laut Landesjagdverband inzwischen bereits über 3.800 Tiere.

Zahlen zur Jagd

Im vergangenen Jagdjahr ist weniger Rotwild (184 Abschüsse und 23-mal Fallwild bei einem Planungsziel von 234 Stück) und Schwarzwild (343 Abschüsse und neunmal Fallwild; im Vorjahr 570 und davor fast 800 Tiere) zur Strecke gekommen. Besonders hoch ist die Zahl des Fallwildes (durch Verkehr und Krankheit) einschließlich Hegeabschüssen. Hirsche seien verstärkt im Brunftbetrieb oder unmittelbar danach verendet, so Mahnert. Beim Damwild sei das Ziel, auch aufgrund des Fallwildes und der Hegeabschüsse, übererfüllt worden (313 Abschüsse und Fallwild bei einer Freigabe von 300 Tieren).

Zu den Abschussrichtlinien für das Rot- und Damwild sagte Mahnert: „Wir haben mit deren Anpassung beim männlichen Wild den Schritt hin zu einer Bejagung nicht nach den Geweihmerkmalen, sondern nach der körperlichen Konstitution gemacht.“ Er verwies dabei auf die Richtlinien des Landes.

Kreisjägermeister Klaus Rathje (Groß Rönnau) bescheinigte den Mitgliedern des Hochwildringes wieder ein gutes hegerisches Waidwerken und die Umsetzung angepasster Richtlinien. Für jagdlichen Nachwuchs ist gesorgt. Laut Rathje haben bei der diesjährigen Jägerprüfung von 45 Bewerbern 42 Prüflinge bestanden.

Auszeichnungen

Der staatliche Revierleiter im Ruhestand bei den Landesforsten, Lutz Gohle (r.), zeichnete Jäger Sönke Mohr (Rickling-Fehrenbötel) mit der Hegemedaille für den besten Abschuss beim Rotwild aus. Förster Gohle war von 1981 bis 2008 Leiter des Reviers Buchholz und bis zur Pensionierung 2011 des Reviers Glashütte. Seit 25 Jahren hat Gohle beim Hochwildring die Hegeabschüsse beim Rot- und Damwild besprochen. Nun verabschiedete sich der Wild­experte auch hier in den Ruhestand.

Hegemedaillen für die besten Abschüsse im Jagdjahr 2021/2022 erhielten Sönke Mohr (Rickling-Fehrenbötel) beim Rotwild für den Abschuss eines 13-jährigen ungeraden 20-Enders mit einem Geweihgewicht von 11 kg, Werner Buch (Revier Wiesenhof/Hasenmoor) beim Damwild (Alter neun Jahre, Geweihgewicht knapp 4 kg) und Hans-Burkhard Fallmeier (Hartenholm) beim Schwarzwild.

Seit nunmehr 70 Jahren wird, so Vorsitzender Mahnert, in einem „freiwilligen Zusammenschluss das Privileg genossen und gepflegt, gemeinsam Jagd auf Hochwild zu betreiben, mit Achtung und Respekt Wildarten zu hegen, zu erhalten und deren Lebensraum zu fördern“. Dafür dankte Mahnert allen, „welche das mitgestaltet haben und vor uns hier waren“.

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