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Bewertung von Ferkelaufzuchtfutter I und II

Schweine aktuell: Vergleichender Mischfuttertest 70/2022
Von Dr. Sophie Diers, Landwirtschaftskammer SH; Dr. Karl-Hermann Grünewald, Verein Futtermitteltest
Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie und Aminosäuren ist für Gesundheit und Zunahmen in der Ferkelaufzucht entscheidend. Foto: Dr. Sophie Diers

Von Juli bis September 2022 wurden in Schleswig-Holstein zwei Ferkelaufzuchtfutter vom Verein Futtermitteltest (VFT) beprobt, überprüft und bewertet.

Durch Mitarbeiter der Schweinespezialberatung Schleswig-Holstein und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurden die Proben direkt bei Anlieferung des Futters auf den Betrieben gezogen. Nach Untersuchung im Labor der Agrolab Lufa Kiel erfolgte die Bewertung beim VFT. Sobald hier eine Abweichung von der Deklaration oder den Vorgaben und Richtwerten festgestellt wird, wird das Futter durch ein zweites Labor überprüft. Dadurch wird die Gefahr von Analysefehlern minimiert und tatsächliche Abweichungen werden abgesichert.

Hinweise zur Vorgehensweise des VFT bei der Bewertung der Futtermittel, zu Anforderungen und fachlichen Vorgaben sind im Internet unter futtermitteltest.de zu finden. Über diese Seite ist ebenfalls ein Zugriff auf die Ergebnisse verschiedener Futtertypen in den einzelnen Regionen möglich.

Ferkelfutter aus Schleswig-Holstein

Es wurden insgesamt sechs Futter aus fünf Mischfutterwerken untersucht. Es handelt sich um fünf Ferkelaufzuchtfutter I (FAZ I) und ein Ferkelaufzuchtfutter II (FAZ II). Für das FAZ I werden je nach Hersteller und Produkt unterschiedliche Einsatzzeiträume benannt. Für das FAZ II ist ein Einsatzzeitraum ab 20 kg bis acht Wochen nach dem Absetzen angegeben.

Fünf der sechs getesteten Aufzuchtfutter enthielten einen Phytasezusatz. Die deklarierten Energie- und Proteingehalte der FAZ I lagen zwischen 13,5 und 15,6 MJ ME/kg beziehungsweise 17,0 und 18,8 % Rohprotein. Das FAZ II war mit einem Energiegehalt von 13,6 MJ ME/kg und einem Rohproteingehalt von 17,5 % deklariert. Die in der Schweinefütterung zuerst limitierend wirkenden Aminosäuren Lysin und Methionin wurden im FAZ I je nach Futter mit 1,30 bis 1,49 % Lysin und 0,36 bis 0,62 % Methionin angegeben. Für das FAZ II waren Gehalte von 1,23 % Lysin und 0,39 % Methionin mit dem Zusatz von Methi­onin-Hydroxy-Analog (MHA) angegeben. Die Kalzium- und Phosphorgehalte sind ebenfalls der Tabelle 1 zu entnehmen.

Kommentierung der Ferkelaufzuchtfutter

Bei Überprüfung der Deklarationen nach futtermittelrechtlichen Vorgaben durch die Laboranalysen konnten fünf der sechs Futter die deklarierten Werte im Rahmen der Toleranzen einhalten.

Das FAZ I der Firma BAT wies einen Energie-Untergehalt auf und wurde daher mit der Note „3“ bewertet (Tabelle 2). Eine ausreichende Versorgung mit Energie und allen wichtigen Aminosäuren ist für eine gute Gesundheit und Zunahme wichtig.

Da die Bezeichnung FAZ I beziehungsweise II nicht eindeutig ist, sind generell Hinweise auf den Einsatzbeginn (x kg Lebendgewicht) notwendig. Ein Einsatzbeginn mit entsprechender Gewichtsangabe wird leider nur von einigen Herstellern mit aufgeführt.

Die vorliegenden Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die geprüften Futterchargen und dürfen nicht generell für die Beurteilung der Futtertypen herangezogen werden. Sie lassen ebenfalls keine Rückschlüsse auf die übrigen Produkte der beteiligten Mischfutterhersteller zu.

Die Prüfung von Mischfutter durch den VFT wird insbesondere durch Zuschüsse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

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