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Mitmischen, miteinander reden und Flagge zeigen

Landjugend auf der Norla
Von Thore Groth
Ministerpräsident Daniel Günther beim Besuch der Landjugend Foto: Thore Groth

In diesem Jahr stand die Norla ganz im Zeichen der Frauen in der Landwirtschaft. Mit lilafarbenen Astern und Schleifen am Revers wurde auf dem Messegelände sichtbar gemacht, wie stark Frauen die Landwirtschaft prägen und wie wichtig Solidarität untereinander ist. Auch der Landjugendverband Schleswig-Holstein hat sich klar dazu bekannt. Im Landjugendpavillon konnten sich über 40 Landjugendliche, die in der Landwirtschaft tätig sind, an einer Fotowand verewigen und so zeigen: Frauen gehören selbstverständlich zur Landwirtschaft und gestalten sie aktiv mit.

Doch nicht nur mit dieser Aktion war die Landjugend Schleswig-Holstein auf der Norla präsent. Auch 2026 war der Landjugendverband wieder mit seinem Pavillon auf dem Messegelände in Rendsburg vertreten. Über die gesamten Messetage hinweg wurde dort gebacken, geschminkt, diskutiert und vor allem miteinander gesprochen.

Ins Gespräch kommen

Beim täglichen Waffelverkauf und beim Kinderschminken kam die Landjugend mit zahlreichen Besuchern ins Gespräch. Gleichzeitig bot der Stand Raum für Gespräche über die Anliegen junger Menschen im ländlichen Raum. Gerade diese Gespräche machten einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert die Norla für die Landjugend hat. Hier treffen Landwirtschaft, Politik, Verbände und Gesellschaft unmittelbar aufeinander. Für die Landjugend bedeutet das die Möglichkeit, ihre Themen sichtbar zu machen und mit denjenigen ins Gespräch zu kommen, die politische Entscheidungen treffen. Über die Messetage hinweg konnten zahlreiche Gäste aus Politik und befreundeten Verbänden am Landjugendpavillon begrüßt werden. Unter anderem kamen Nelly Waldeck und Umweltminister Tobias Goldschmidt von Bündnis 90/Die Grünen, Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU), Landtagspräsidentin Kristina Herbst und Ministerpräsident Daniel Günther (beide CDU) sowie viele weitere Gäste vorbei. Dabei blieb es nicht bei kurzen Fototerminen oder höflichen Floskeln. Es wurde diskutiert, nachgefragt und über konkrete Themen gesprochen, die junge Menschen auf dem Land und die Landwirtschaft beschäftigen.

Ein besonderes Highlight war der Besuch von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU). Im Gespräch mit ihm konnten die Landjugendlichen ihre Anliegen auch auf Bundesebene einbringen. Für den Verband ist es wichtig, nicht nur in Schleswig-Holstein Gehör zu finden, sondern die Perspektive junger Menschen aus dem ländlichen Raum auch dort zu präsentieren, wo bundespolitische Entscheidungen getroffen werden.

Erfolgreiche Politikaktion

Für zusätzliche Spannung sorgte die alljährliche Politikaktion. Dabei konnten sich verschiedene Politikerinnen und Politiker Redezeit zu den Forderungen der Landjugend erspielen. So mussten sich die Teilnehmenden mit den Positionen des Verbandes auseinandersetzen und konnten gleichzeitig zeigen, wie gut sie die Themen der Landjugend kennen. Die Aktion sorgte dabei nicht nur für Unterhaltung, sondern vor allem für einen direkten Austausch über politische Forderungen und die Zukunft des ländlichen Raumes.

Das Schminken von Kindern und Erwachsenen ist fester Bestandteil der Landjugend auf der Norla. Foto: Thore Groth

Auch abseits des Landjugendpavillons war der Verband präsent. Am Rande der Norla fand der Landesbauerntag statt, wo die Landesvorsitzenden Marlies Muxfeld und Mirco Engelbrecht ein eindrucksvolles Grußwort halten durften. Dabei unterstrichen sie erneut das klare Bekenntnis der Landjugend zur parteipolitischen Unabhängigkeit. Der Verband versteht sich als Stimme junger Menschen im ländlichen Raum, unabhängig davon, welcher Partei sie angehören. Gleichzeitig machte die Landjugend deutlich, dass für Extremismus jeglicher Art kein Platz ist.

Diese Haltung ist fest in der Geschichte des Verbandes verankert. Seit seiner Gründung vor mehr als 75 Jahren ist der Landjugendverband paritätisch besetzt. Gleichberechtigung und die Beteiligung von Frauen und Männern gehören damit nicht erst seit aktuellen gesellschaftlichen Debatten zum Selbstverständnis des Verbandes.

Ein weiterer Höhepunkt der Norla war die Siegerehrung der diesjährigen Strohpuppenaktion. Fünf Landjugendgruppen hatten mit ihren Strohpuppen eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn gemeinsam angepackt wird. Für ihren Einsatz konnten sich die Ortsgruppen über finanzielle Unterstützung freuen. Ermöglicht wurde diese durch die Sponsoren der Aktion, darunter der Giro- und Sparkassenverband und die Rinderzucht Schleswig-Holstein. Die Strohpuppenaktion steht damit beispielhaft für das, was Landjugend ausmacht: Gemeinschaft, Kreativität und die Bereitschaft, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Während des Wettmelkens mussten Fragen beantwortet werden. Foto: Thore Groth

Am Sonntag gab es schließlich noch einen besonderen Termin bei der Sparkasse. Am Messestand der Sparkasse waren während der Norla Eimer gegen eine Spende vergeben worden. Der Erlös kam dem Landjugendverband zugute. Dabei kam erneut eine beachtliche Summe zusammen, für die man sehr dankbar ist; schließlich trägt Unterstützung wie diese auch dazu dabei, dass die Angebote des Verbandes aufrechterhalten werden können.

Gegen 18 Uhr schlossen sich am Sonntag die Messetore. Damit ging eine ereignisreiche Norla zu Ende. Hinter den vielen Gesprächen, Aktionen und Begegnungen stehen vor allem Menschen, die sich für den ländlichen Raum engagieren und ihre Interessen selbstbewusst vertreten. Die Norla 2026 hat einmal mehr gezeigt: Landjugend ist mehr als ein Treffpunkt auf dem Messegelände. Sie mischt sich ein, sucht den Dialog und bringt die Perspektive junger Menschen dorthin, wo über ihre Zukunft gesprochen und entschieden wird. Und genau dafür bietet die Norla jedes Jahr die richtige Bühne.

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