Ein Tisch, zwei Mikrofone, Kopfhörer und ein leuchtendes Aufnahmesignal: Auf den ersten Blick wirkt das Setting eines Podcasts überschaubar. Doch damit aus einem Gespräch ein echtes Hörerlebnis wird, braucht es mehr.
Die Mikrofone fangen jede Nuance der Stimmen ein, ein Mischpult sorgt für den richtigen Klang, und die Aufnahmesoftware hält jedes Wort fest. Neben der richtigen Technik braucht es eine Atmosphäre, die Menschen veranlasst, offen zu erzählen, aufmerksam zuzuhören und Gedanken Raum zu lassen. Genau diesen Raum schafft der Podcast des Deutschen LandFrauenVerbandes – für Themen, die Frauen auf dem Land bewegen, und für Stimmen, die gehört werden sollten.
Altersvorsorge für Frauen, Mobilität im ländlichen Raum, digitale Gewalt im Netz, häusliche Gewalt, Demokratie, Wechseljahre – das sind nur einige Themen, denen sich der Podcast „zukunft_Land – Wer die ländlichen Räume bewegt“ in bisher 17 Folgen gewidmet hat. Seit 2023 erscheint er etwa alle zwei Monate.
Relevante Themen
Einen Podcast zu produzieren ist eine komplexe Angelegenheit. Die Vorbereitungen sind umfangreich, die Produktion aufwendig. Dennoch hat sich der dlv dafür entschieden, diesen Weg zu gehen. „Wir wollten gern unsere politische Arbeit, unsere Positionspapiere und die Inhalte der zahlreichen Gespräche, die unser Präsidium führt, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen“, erzählt Anja Goetz, Leitung Presse und Kommunikation beim dlv. „Wichtig war uns, die Themen nicht zu wissenschaftlich anzugehen, sondern sie auf eine verständliche Art und Weise aufzubereiten, die Spaß macht und gleichzeitig zeigt, welche Meinung LandFrauen dazu haben.“
Auf der Suche nach passenden Themen muss das Team um Anja Goetz nicht weit suchen. „Einige ergeben sich durch Beratungen und Diskussionen der Delegierten in den Fachausschüssen. Andere ploppen in Gesprächen innerhalb unseres Netzwerks auf, und natürlich reagieren wir auch auf aktuelle Entwicklungen und Tendenzen, die gesellschaftlich relevant sind, und ordnen sie ein“, erklärt sie.
Das Format ist immer gleich aufgebaut: Eine LandFrau, die in der Regel aus dem Präsidium des dlv kommt, und eine externe Expertin oder ein externer Experte sprechen über ein Thema. O-Töne und Kurzinterviews ergänzen das Setting. Die Folgen sollen nicht länger als 40 min dauern. „Wenn man sehr wortgewandte Gesprächspartner hat, wird das schon mal eng“, schmunzelt Anja Goetz. „Manchmal ist es dann meine Aufgabe, zu winken und zu sagen, dass man langsam zum Ende kommen muss. Das ist nicht immer ganz einfach, denn viele Themen verdienen einfach Aufmerksamkeit.“
Intensive Vorbereitung
Die Podcast-Welt ist riesengroß und voller Konkurrenz. Wie kann man da mithalten? „Die Antwort ist ziemlich einfach – man muss das sehr professionell umsetzen“, betont Anja Goetz. Das beginnt mit den technischen Voraussetzungen und endet in der Begleitung durch eine professionelle Moderatorin. Seit Folge 1 ist Jessica Witte-Winter mit im Boot, gibt den LandFrauen eine Stimme und ordnet Themen und Meinungen ein.
Nach der Aufnahme geht es an den Feinschliff. „Die Agentur, die unseren Podcast begleitet, schneidet zum Beispiel jedes ,Äh‘ und jedes ,Hm‘ heraus und fügt dann die einzelnen Elemente der jeweiligen Sendung zusammen“, erklärt Goetz. Mit der Recherchearbeit im Vorfeld, der Suche nach der passenden Expertise, der eigentlichen Aufnahme und der abschließenden Produktion gehen einige Stunden ins Land. „Bei den ersten Folgen waren das rund 14 Stunden – ohne die Arbeit der Agentur. Heute sind wir deutlich schneller. Und wir haben gelernt: Je intensiver wir die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner thematisch vorbereiten und briefen, desto weniger natürlich entwickelt sich das Gespräch. Statt so miteinander in einen echten Austausch zu kommen, stand der Leitfaden eher im Weg. Deshalb haben wir ihn deutlich gekürzt – eine wichtige Erkenntnis.“
Die Resonanz auf den Podcast zeigt, dass Konzept und Umsetzung ankommen. Die Zahl der Hörerinnen ist stabil – sie dürfte aber gern steigen. „Wir möchten unsere Themen möglichst weit in die Gesellschaft tragen. Mehr Hörerinnen wären da natürlich hilfreich“, betont Anja Goetz. „Uns ist wichtig, den Werten, Ansichten und Meinungen der LandFrauen eine Stimme zu geben, die weit gehört wird – also hören Sie mal rein!“
Info
Die nächste Folge erscheint am 1. Oktober und heißt „Keinen Bock auf Sexismus: Weinmajestäten und kommunalpolitische Kämpferinnen“. Siehe hier https://t1p.de/Podcast_sexismus



