StartNachrichtenPferd & Reiter„Es hat Spaß gemacht hier“

„Es hat Spaß gemacht hier“

Holsteiner Familientag mit Fohlenchampionat und -auktion
Von Redaktion
Aus der Zucht von Frank Jessen aus Hörup, Kreis Schleswig-Flensburg, stammte das Fohlen mit dem besten Ergebnis des Championats: ein Sohn des Zirocco Blue-Casall. Foto: Janne Bugtrup

Es war viel los auf der Anlage des Holsteiner Verbandes in Elmshorn: Erst gab es eine Fohlenauktion, dann bot der Familientag ein Kinderreitturnier sowie Spiel und Spaß, Mitmachaktionen und Pferde zum Anfassen. Und dann stand noch das Fohlenchampionat auf dem Programm.

Hochkarätige Pedigrees prägten das Lot der Holsteiner Elitefohlenauktion am Freitag. An der Spitze stand ein Hengstfohlen aus dem erfolgreichen Holsteiner Stamm 776: Catalano HaS von Catoki-Uriko wurde für 31.000 € zugeschlagen. Für 20.000 € wechselten Ustino von United Way-Casello und Vinni Blue von Vigado-Chacco Blue die Besitzer. Der Durchschnittspreis belief sich auf rund 9.700 € bei einer Verkaufsquote von 88 %.

Am nächsten Tag eroberte der zweibeinige Nachwuchs den Herbert-Blöcker-Platz. In Führzügel-, Reiter- und Springreiterwettbewerben konnten Kinder ihre ersten Turniererfahrungen sammeln. Auch ein Vormustern auf der Dreiecksbahn für die jüngsten Züchter stand auf dem Programm.

Anschließend wurde es wieder spannend für die Züchter. Rund 35 in ihren Körbezirken vorqualifizierte Fohlen wurden im Championat vorgestellt. Bei den Stutfohlen setzte sich eine Tochter des vierjährigen Holsteiner Verbandshengstes Conchezz aus einer Mutter von Nevados S durch. Das von Manfred von Allwörden aus Grönwohld, Kreis Stormarn, gezogene Fohlen erhielt 27,75 Punkte und überzeugte das Richtergremium mit Typ, Ausdruck und Kraft.

„Unheimlich toller Typ, schönes Auge, viel Kraft. Da kann man nur gratulieren“, befand Antonius Schulze-Averdieck. Der Züchter von Prämienhengsten, internationalen Sportpferden und Auktionspreisspitzen hatte gemeinsam mit zwei weiteren Pferdeexperten das Richten übernommen. Pferdewirtschaftsmeisterin Hella Kuntz ist selbst bis zum Grand Prix erfolgreich und Körkommissarin des Trakehner Verbandes. Tjark Roll ist Agrarwissenschaftler und ehemaliger Holsteiner Jungzüchter. Er war unter anderem im Stall von Reimer Detlef Hennings und als Zuchtberater bei Maas J. Hell tätig. Heute arbeitet er im Gestüt Lewitz in Mecklenburg-Vorpommern. Als Reservesiegerin sahen die Richter ein Stutfohlen von Cahil-Clarcon aus dem Stamm 306. Es wurde gezogen von Bernd Börger aus Sankt Michaelisdonn, Kreis Dithmarschen, und kam auf 27,70 Punkte. Bemerkenswert ist die Passeranpaarung in diesem Pedigree. Beide Vollbrüder des Stutfohlens waren bereits beim Holsteiner Landesfohlenchampionat siegreich, einer von ihnen ist inzwischen gekört. „Ein modern aufgemachtes Fohlen, sehr sportiv, mit einem sehr guten Auftritt. Ein Fohlen, das seinen Weg im Sport mit Sicherheit gehen wird“, so Schulze-Averdieck.

Bei den Hengstfohlen ging der Sieg an einen Sohn von Zirocco Blue-Casall aus der Zucht von Frank Jessen aus Hörup, Kreis Schleswig-Flensburg. Das Fohlen aus dem Stamm 4025 erreichte mit 28,20 Punkten das höchste Ergebnis des gesamten Championats. „Hochelegant, ein Strahlemann, der sich in allen drei Grundgangarten herausragend zu bewegen weiß“, beurteilte Kuntz.

Reservesieger wurde ein Hengstfohlen von Conchezz-Quick Nick I, gezogen von Barbara Tenge-Rietberg aus Kasseedorf, Kreis Ostholstein. Laut Richtergremium präsentierte sich das Fohlen aus dem Stamm 4847 „harmonisch, geschmeidig, mit guten Bewegungen ins Bergauf“.

Den zweiten Reservesieg sicherte sich ein Sohn des Cascadello I-Cellestial, gezogen von Jens Böckenhauer aus Boostedt, Kreis Segeberg. Das Fohlen aus dem Stamm 7126 erhielt 26,35 Punkte und hatte bereits im Vorfeld auf sich aufmerksam gemacht. Erst im Juni war es Preisspitze der Fohlenauktion auf den Pferdetagen und zudem Siegerfohlen seines Körbezirks. Kuntz sah in ihm einen Hengstanwärter: „Ich hoffe, dass er auch so gut springt, wie er sich bewegen kann.“

Nach der Sichtung des gesamten Starterfeldes zog die Fachfrau ein positives Fazit: „Es hat Spaß gemacht hier. Besonders gut gefallen hat mir, dass zahlreiche Fohlen mit sehr viel Kraft ausgestattet sind. Viele Fohlen konnten sich zudem überdurchschnittlich gut bewegen. Das bleibt mir als Dressurreiterin besonders im Gedächtnis.“
pm

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