StartNachrichtenPflanzeVorstellung der Kammer-Versuchsstandorte – Kastorf

Vorstellung der Kammer-Versuchsstandorte – Kastorf

Teil 1: Die Versuchsstation Kastorf im Kreis Herzogtum Lauenburg
Von Sebastian Schwarz, Landwirtschaftskammer SH
Der Parzellenmähdrescher von Staphyt bei der Ernte der Kerndruschparzellen in Winterweizenversuchen im Jahr 2024.

Die Versuchsstation Kastorf wurde im Jahr 2008 ­gegründet. Durch die Angliederung des Pflanzenschutzdienstes des Amtes für ländliche Räume an die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurde für das südöstliche Dienstgebiet (HL, OD, RZ, SE) ein geeigneter Versuchsstandort gesucht und in Kastorf gefunden. Der Standort im Kreis Herzogtum Lauenburg zeichnet sich durch homogene Böden sowie eine gute Teilflächenstruktur aus. Die vorherrschende Bodenart ist sandiger Lehm (sL). Im Laufe der Jahre hat sich die Station Kastorf zu einer festen Größe im Feldversuchswesen der Landwirtschaftskammer entwickelt und etabliert.

Die Versuche, die an der Station durchgeführt werden, sind auf den Praxisflächen der hiesigen Landwirte angelegt. Dies ermöglicht eine flexible Anlageform der Versuche. Durch die Rotation innerhalb der Fruchtfolge werden negative Vorjahreseffekte (zum Beispiel Düngerparzellen oder Trennwege) vermieden. Insbesondere für die Fragestellungen im Bereich der Krankheiten werden in den Kulturen Weizen und Gerste je zwei bis drei anfällige Sorten mit praxisüblicher Technik von den Landwirten in der üblichen Fahrgassenweite für die Station ausgedrillt. In diesen Sortenstreifen werden im Frühjahr die Pflanzenschutzversuche für Fungizide und Wachstumsregler angelegt. Für spezielle Versuchsfragen wie die Ungras- und Unkrautbekämpfung, die Bekämpfung von Schadinsekten (Schwerpunkt Raps) und für Herbizidversuche im Mais nutzt die Versuchsstation gezielt Praxisflächen in der näheren Umgebung.

Aussaat 2025: Sommergetreide, Heck- (li.) und Frontansicht der Aussaattechnik von Staphyt

2.500 Versuchsparzellen

Auf der Versuchsstation Kastorf werden zirka 2.500 Versuchsparzellen in den Kulturen Weizen, Raps, Gerste, Sommergetreide, Ackerbohne, Roggen und Mais bearbeitet. Im Unterschied zu anderen Versuchsstationen der Landwirtschaftskammer ist die technische Ausstattung der Station begrenzt. Daher wird die Station in den Bereichen Aussaat und Ernte von der Firma Staphyt unterstützt, die direkt vor Ort ansässig ist. Die Bodenbearbeitung sowie sämtliche Begleitmaßnahmen im Bereich Düngung und Pflanzenschutz werden von den jeweiligen Landwirten übernommen, sofern die Versuchsfrage es zulässt. Für den Fall, dass dies nicht möglich ist, stehen der Station seit 2021 ein Schlepper und eine Anbauspritze zur Verfügung, um die Pflanzenschutzbegleitmaßnahmen durchzuführen. In der Ernte kann auf ein älteres Mähdreschermodell, einen Claas Dominator 38S, zurückgegriffen werden. Er wird zur Beerntung der Ränder der Kerndruschparzellen im Getreide genutzt.

Versuchsfragen rund um den Rapserdfloh

Pflanzenbauliche Fragestellungen betreffen die Landessortenversuche in Winterweizen, Winterraps (zuzüglich der Wertprüfung), Wintergerste, Sommergetreide und Ackerbohne. Produktionstechnische Versuche sind die Saatzeitversuche im sowie die Exaktversuche zur Düngung im Winterweizen. Im Pflanzenschutz werden Versuche zur biologischen Wirksamkeit und zur Kulturverträglichkeit von Pflanzenschutzmitteln gegenüber Pilzkrankheiten (Mittelvergleiche) durchgeführt. Diese Mittelvergleiche bilden die Grundlage für Strategieversuche, die die unterschiedlichen Krankheitsanfälligkeiten verschiedener Winterweizen- und Wintergerstensorten berücksichtigen. Eine weitere wichtige Komponente im Versuchsprogramm sind die Wachstumsreglerversuche. Als Hauptschwerpunkt haben sich die vergangenen Jahre die Versuchsfragen rund um den Rapserdfloh herauskristallisiert. Da die Versuche in der Durchführung sehr aufwendig sind, ist der Versuchsumfang insgesamt limitiert.

Der Drusch der Kernparzellen des Winterweizenversuchs erfolgte zur Ernte 2023 mit einem Drescher von Staphyt.
Im Jahr 2024 war der Parzellenmähdrescher von Staphyt auch in den Gerstenversuchen unterwegs.

Unser Team in Kastorf

Im Dezember 2017 übernahm Sebastian Schwarz die Leitung der Versuchsstation und kümmert sich schwerpunktmäßig um Koordination, Anlage und Durchführung der Versuche. Unterstützt wird er durch Birte Gladenbeck-Bober, die seit dem Jahr 2010 die Station begleitet. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt in den Bonituren der Pflanzenschutzversuche sowie der Diagnostik von Schaderregern. Für das Anbaujahr 2026 übernahm sie auch die Bonituren der pflanzenbaulichen Versuche. Als Sachbearbeiterin im Pflanzenschutz ist Lilli Stooß auf dem Standort für die Beratung und die Pflanzenschutzversuche zuständig. Als Referentin im Pflanzenschutz für die Region Südost ist Manja Landschreiber für die Station verantwortlich.

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