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Kein leichter Start für den Mais

Landessortenversuche in Praxisflächen gesät
Von Dr. Elke Grimme, Landwirtschaftskammer SH
Pflanzenausfälle durch Vogelfraß treten in diesem Jahr in den Versuchen kaum auf. Im gezeigten produktionstechnischen Versuch sitzt die Krähe in der Parzellentrennung. Fotos (2): Dr. Elke Grimme

Gülleausbringung sowie Saatbettvorbereitungen zur Maisaussaat liefen zunächst nur zögernd an. Nach dem für Schleswig-Holstein schneereichen Winter trockneten viele Ackerflächen nur langsam ab. Im März fielen vor allem in der zweiten Dekade und zum Monatsende hin insgesamt 40 l/m² Niederschlag. Mit regionalen Unterschieden und wöchentlicher Verteilung kamen bis zum 20. April weitere 28 l/m² Niederschlag hinzu. Die Nachttemperaturen erreichten im April vielerorts noch den Gefrierpunkt oder lagen ein wenig darüber, tagsüber wurden knapp zweistellige Temperaturen erreicht, Tage mit über 15 °C Höchsttemperatur bildeten die Ausnahme.

Bis Mitte des vierten Monats wurden nur wenige Ackerflächen bestellt. Die ab der dritten Dekade vorherrschenden trockenen und sonnigen Wetterbedingungen trieben die Aussaatvorbereitungen und die Maisaussaat bis Ende April ordentlich voran. Bodentemperaturen von mindestens 8 °C waren erreicht und wurden tagsüber deutlich überschritten, trotz empfindlich kalter Nächte. Die Saatkörner konnten auf den Versuchsstandorten der Landwirtschaftskammer überwiegend ins feuchte Saatbett gelegt werden. Anfang Mai war die konventionelle Maisaussaat abgeschlossen. Mitte April gesäter Mais lief nach 14 Tagen auf. Am 3. Mai kamen regional sehr unterschiedlich Gewitter mit Niederschlag und Hagel auf, von 0 l/ m² bis über 50 l/m² war die Verteilung über Schleswig-Holstein hinweg. Bis Mitte Mai herrschten überwiegend niedrige Temperaturen vor, die jungen Maispflanzen vergilbten zusehends. Die Eisheiligen waren in diesem Jahr deutlich zu spüren, die Nachttemperaturen fielen mancherorts unter den Gefrierpunkt. Totalverluste von jungen Maisbeständen wurden nach den Frostereignissen nicht beobachtet, doch abgefrorene braune Blattspitzen, Eintütung und starke Schlingenbildung der Blätter waren nach der anhaltenden Kälteeinwirkung am bis Ende April gesäten Mais deutlich sichtbar. Die Kälteperiode führte in den letzten Maitagen bedingt auch zu temporären Blattverfärbungen der Maispflanzen nach Bläulich-Violett, Sortenunterschiede im Phosphataneignungsvermögen wurden sichtbar. Mit zunehmender Wärme nehmen Verfärbungen wieder ab. Der Wuchs von nach der Ackergrasernte gesätem Mais zeigt nach den aufgeführten extremen Witterungsverhältnissen bis Ende Mai keine abiotischen Auffälligkeiten.

Schlingenbildung und Eintütung der Blätter sowie abgefrorene Blattspitzen nach Kälteeinwirkung am 29. Mai 

Die in Praxisschlägen liegenden Landessortenversuche (LSV) wurden vom 23. April bis 6. Mai gesät. LSV Silomais früh mit Siloreife S 200-S 220 liegen in Wallsbüll (SL), Husum (NF), Scholderup (SL) und Barkhorn (RD), mittelfrühe Silomais-LSV mit Siloreife S 230-S 250 wurden in Hemdingen (PI), Leezen (SE), Kumstedt (HEI) und ebenfalls Barkhorn (RD) gesät. Landessortenversuche zu Körnermais mit Körnerreife K 200-K 230 liegen auf den Versuchsstandorten Hüsby (SL) und Futterkamp (PLÖ). Pflanzenausfälle durch Vogelfraß bilden die Ausnahme.

In den durchgeführten Landessortenversuchen Mais werden vom Bundessortenamt neu zugelassene Sorten dreijährig geprüft, nachdem die neu gezüchteten Maissorten in zweijährigen nationalen Wertprüfungen des Bundessortenamtes auf den landeskulturellen Wert hin geprüft und mit verbesserten Eigenschaften im Vergleich eine erfolgreiche Zulassung durchlaufen haben. Eine Anbauempfehlung für diese neuen Sorten spricht die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein allerdings erst aus, wenn Ertrags- und Qualitätspotenziale der Sorten in den hiesigen Landessortenversuchen bestätigt wurden. Jede neu zugelassene Sorte des Bundessortenamtes wird entsprechend der Reifegruppe in die LSV aufgenommen und dreijährig geprüft.

Im Gegensatz zum Getreide sind die Marktaussichten für Raps vergleichsweise heiter. Foto: Andreas Pohl

Außerdem können Maissorten mit einer Zulassung in einem EU-Mitgliedstaat auch in Deutschland angebaut werden. Um sicherzugehen, dass diese Sorten auch unter lokalen Bedingungen bestehen, wird ein mehrstufiges Prüfverfahren angeboten, indem die EU-Sorten in einer zweijährigen EU-Sortenprüfung (EUP) je nach Reifegruppe an bis zu 25 Standorten bundesweit getestet werden. Die operative Organisation sowie die fachliche Auswertung der EUP übernimmt die Pro-Corn Gesellschaft für Beratung und Sortenprüfung mbH. Bei nachgewiesener Leistung erfolgt gegebenenfalls die Aufnahme in die LSV. Hier müssen sich die EU-Sorten im direkten Vergleich mit national zugelassenen Sorten beweisen.

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