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Hier wird Gutes gesät

Landjugend Neustadt in Holstein organisierte DRK-Blutspendeaktion
Von Susanne von Rabenau, DRK
Das Team der Landjugend (Sarah Schlimmermann, Lukas Rakow, Simon Wulf und Katharina Hansen, v. li.) bereitet den Spenderimbiss vor. Foto: DRK Blutspendedienst Nord-Ost

Bereits zum fünften Mal rollte Ende Mai der 7,5-Tonner des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost vor den Eingang der Mehrzweckhalle in Merkendorf, Kreis Ostholstein. Eine komplette Blutspendezentrale passt in den Laderaum des Lkw, an dessen Seitenwand ein kleines Blutspende-Maskottchen die alles entscheidende Frage stellt: „Ich spende Blut! Und Du?“

Empfangen wurde das sechsköpfige DRK-Team von den Helferinnen und Helfern der Landjugend Neustadt in Holstein und Umgebung. Die Gruppe um die Vorstandsmitglieder Sarah Schlimmermann und Lukas Rakow hatte in der Halle bereits alles für den Aufbau der mobilen Blutspendeaktion vorbereitet. Und auch auf der Wiese neben der Halle liefen die Vorbereitungen für die Verpflegung der Spenderinnen und Spender auf Hochtouren: Im Anschluss an ihre Spende sollten sich alle Lebensretter auf eine Stärkung mit deftigem Fleisch, gesundem Obst und selbst gebackenem Kuchen freuen.

Christian-Patrick Schmetzer kam aus Eutin zum ersten Mal zur Spendeaktion nach Merkendorf. Foto: DRK Blutspendedienst Nord-Ost

Zu Spendebeginn um 16.30 Uhr passierte der erste Schwung eintreffender Blutspenderinnen und –spender zunächst den Anmeldebereich am Halleneingang. Auch diese erste Station im Ablauf einer Blutspende war selbstverständlich von der Landjugend besetzt. Sarah Schlimmermann, Philipp Wieczorek und Bennett Knoop empfingen alle Besucher mit einem freundlichen Lächeln und gaben erste Informationen zum Spendeablauf.

Zum zweiten Mal war Katharina Hansen in diesem Jahr eine der Mitorganisatorinnen aufseiten der Landjugend. Unter anderem rührte sie die Werbetrommel für den Termin, auch in den Sozialen Medien, und war selbstverständlich eine der Ersten, die an diesem Blutspendenachmittag auf der Spendeliege Platz nahmen. Die 500 ml ihrer Blutspende liefen in rekordverdächtigen rund 4 min in den Blutbeutel auf der Blutmischwaage neben der Liege. Rund 5 bis 7 min werden durchschnittlich für die reine Blutentnahme angesetzt. „Ich hatte mich gut vorbereitet und viel getrunken“, erklärte die 24-Jährige. Ihr gefällt der Gedanke, mit diesem geringen Aufwand etwas Gutes für die Gemeinschaft tun zu können. „Blutkonserven sind ein knappes Gut, und in der Landjugend sind wir eine starke Gemeinschaft, die zusammen viel bewegen kann.“

Aber nicht nur Spenderinnen und Spender aus der Landjugend nutzten die Aktion in Merkendorf für ihr Engagement. Christian-Patrick Schmetzer aus Eutin weiß als ehemaliger Fahrer im Rettungsdienst genau, wie dringend Blut gebraucht wird, und leistet mehrere Blutspenden jährlich an unterschiedlichen Orten. Nach Merkendorf zum Termin der Landjugend kam er zum ersten Mal. „Ich fühle mich hier sehr gut betreut, und dass es nach der Spende sogar noch Leckeres vom Grill gibt, finde ich super.“

Das Team der Landjugend setzt mit der DRK-Blutspendeaktion eine Tradition fort, die 2022 ihre Premiere hatte. Vor vier Jahren war erstmalig mit diesem Engagement eindrücklich bewiesen worden, dass die Landjugend viel mehr kann, als Scheunenfeten zu feiern. Damals wurden knapp 70 Menschen motiviert, die mit jeweils einem halben Liter Blut einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Patientenversorgung in der Region leisteten.

Sarah Schlimmermann, Philipp Wieczorek und Bennett Knoop (v. li.) an der Spenderanmeldung Foto: DRK Blutspendedienst Nord-Ost

Sarah Schlimmermann aus dem Landjugend-Vorstand erklärte, wie ihr Team den DRK-Blutspendetermin zusätzlich zur Win-win-Situation macht: „Im Nachgang der Aktion leisten wir jedes Jahr eine Spende an eine Organisation hier im nahen Umkreis. Die gespendete Summe erhöht sich, je mehr Blutspender vor Ort sind, denn zur Deckung der Unkosten für die Lebensmittel, die wir besorgen, erhalten wir vom Blutspendedienst pro Spender einen kleinen Geldbetrag. Die Gesamtsumme wird von uns in diesem Jahr an das Karl-Schütze-Heim, eine Wohnmöglichkeit für Menschen mit Behinderung hier in Merkendorf, gespendet.“ Sarah und ihr Team hätten sich allerdings eine höhere Teilnehmerzahl gewünscht, denn in diesem Jahr blieb die Besucherzahl bei knapp unter 40 Personen.

Till Quint, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Blutspendedienst und für die Terminorganisation im Kreis Ostholstein auf DRK-Seite zuständig, freut sich dennoch über das vorbildliche Engagement der jungen Generation: „Gerade in der Altersgruppe der jungen Erwachsenen fehlen uns regelmäßige Spenderinnen und Spender. Mit Blick auf die langfristige Absicherung der Blutversorgung sind die aber unverzichtbar, denn die Generation der Baby-Boomer wird in den kommenden Jahren aus der Gruppe der Spender ausscheiden. Und deren Risiko steigt mit zunehmendem Alter, selbst auf Blutspenden angewiesen zu sein.“ Das Weitertragen der Spende-Erfahrung junger Menschen in deren eigenen Netzwerken sei ein wesentlicher Pfeiler bei der Werbung um Erstspenderinnen und -spender, so Quint.

Wer Blut spenden möchte, kann sich auf der Webseite des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost über die Blutspende informieren und sich Termine in seiner Nähe suchen: www.blutspende-nordost.de


Wer kann Blut spenden?

Gesunde Menschen ab 18 Jahren können Blut spenden. Bei einer ärztlichen Voruntersuchung wird die Eignung zur Blutspende jeweils tagesaktuell auf dem Termin geprüft. Bis zu sechs Mal innerhalb eines Jahres dürfen gesunde Männer spenden, Frauen bis zu vier Mal innerhalb von zwölf Monaten. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens 56 Tage liegen. Bitte zur Blutspende den Personalausweis mitbringen.

In Deutschland werden jeden Tag rund 15.000 Blutspenden benötigt, um den Bedarf zu decken. Schleswig-Holstein und Hamburg gehören zum Versorgungsgebiet des DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. Hier sind es rund 500 Blutspenden täglich, die Kliniken und beispielsweise onkologische Arztpraxen zur Sicherstellung der lückenlosen Patientenversorgung in der Region brauchen. Blutpräparate haben eine kurze Haltbarkeit von teilweise nur wenigen Tagen. Deshalb ist eine kontinuierlich hohe Spendebereitschaft so wichtig. Rund ein Fünftel aller Blutpräparate wird heutzutage bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt.

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