Internationaler Turnier- und Ausbildungsstall und seit Jahrzehnten renommierte Hengststation – der Name Ahlmann aus Reher ist weit über Schleswig-Holstein hinaus bekannt. Nun wartete Hausherr Dirk Ahlmann mit einer Neuerung auf: Der große Ebbe-Flut-Platz ist fertiggestellt, und seine Einweihung wurde im Rahmen des Turniers Ahlmann Masters gefeiert.
„Das ist für mich schwer zu realisieren, ist mit vielen Emotionen verbunden und einer großen Dankbarkeit“, erklärte Dirk Ahlmann zur Eröffnung des Springplatzes. Dieser sei schon lange sein Traum gewesen. Dankbar sei er auch dafür, dass seine Kinder Pheline und Hannes sich entschlossen hätten, in seine Fußstapfen zu treten, und „dass wir diesen Traum nun gemeinsam leben“. Als Würdigung des Starvererbers Cascadello erhielt der neue Ebbe-Flut-Platz mit den Maßen 50 x 100 m den Namen Cascadello-Arena. Um die Qualität des Platzes unter Beweis zu stellen, bat Familie Ahlmann an vier Tagen zum Turnier-Event.
Sportlicher Höhepunkt war der Große Preis am Sonnabend. Von den 32 Startern qualifizierten sich zehn für das Stechen. Rolf-Göran Bengtsson und der Holsteiner Caillan sahen schon wie die sicheren Sieger aus. Sie fegten in der Bestzeit von 37,95 s durch die finale Aufgabe, doch am letzten Hindernis fiel die Stange. Die Dänin Miamaja Lundblad und Crystal Blue markierten mit 38,48 s eine Bestmarke, die nicht mehr getoppt werden konnte. Auf Platz zwei kam Teike Friedrichsen mit Kasanga VA in fehlerfreien 38,61 s, vor Pheline Ahlmann und Carlon SR in 39,38 s.
Vor dem Großen Preis hatte Familie Ahlmann persönlich den Platz betreten, um sich an die Anwesenden zu wenden. „Mit der Cascadello-Arena verfolgen wir eine Vision“, sagte Hannes Ahlmann. „Wir wollen nicht nur den Generationenwechsel bei uns in der Familie einleiten und auf die nächste Stufe heben, damit wir uns als Team mit unseren Schülern und im Sport weiterentwickeln. Sondern wir wollen darüber hinaus der Region etwas zurückgeben, beste Trainings- und Turnierbedingungen für Profis, Amateure und junge Pferde schaffen und so dazu beitragen, dass Holstein seinen Weg zurück an die Spitze des Springsports findet.“
Im Teamwettbewerb „Spiel ohne Grenzen“ traten 20 Mannschaften in Bullenreiten, Hüpfburg, Parcours für Fußgänger und Skifahren an. Am Ende siegte das Team Ritters. Dirk Ahlmann erklärte: „Wenn ich es nicht schaffe, die ländliche Region für unsere Veranstaltung zu gewinnen, dann werde ich es noch weniger schaffen, die Menschen in der Umgebung für den Pferdesport zu begeistern. Ich wollte sie also abholen und zum Mitmachen animieren.“
Die Familie präsentierte im Rahmen der Veranstaltung ihr aktuelles Hengstlot, inklusive des Ausnahmevererbers Cascadello von Casall-Clearway. An der Hand von Dirk Ahlmann präsentierte sich der 17-Jährige frisch und athletisch. Auch der 90-jährige Besitzer Prof. Bernd Heicke und seine Tochter Claudia Heicke waren dafür anwesend. Ahlmann und sein Mäzen haben gemeinsam eine besondere Idee entwickelt: „Von jeder Stute, die von einem Hengst der Station Ahlmann belegt wird, fließen 10 % der eingenommenen Deckgelder in den Sport zurück“, fasste Dirk Ahlmann zusammen.
In Zukunft soll es auf der Anlage einmal im Jahr ein besonderes Event geben, und der Reitverein Hanerau-Hademarschen wird hier sein Hausturnier durchführen. Außerdem sollen Turniere entstehen, bei denen junge Pferde und Reiter ausgebildet werden können. Ahlmanns wollen Menschen, die neu in den Pferdesport einsteigen, die Basis vermitteln. „Das heißt, wir holen die Nachwuchssportler an der Meldestelle ab, gehen den Parcours ab und begleiten sie während der Prüfungen“, erklärte der Hausherr. So möchte die Familie ihren Teil dazu beitragen, dass der Reitsport weiterhin seine Berechtigung hat. pm




