Ein gemeinsames Projekt des Kieler Landwirtschaftsministeriums (MLLEV), der Staatskanzlei und des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH) prüft, wie die Datenübermittlung der landwirtschaftlichen Betriebe im Rahmen von Meldepflichten und Antragsverfahren vereinfacht und die Benutzerfreundlichkeit verbessert werden können. Ziel ist es, den Arbeitsaufwand für die Betriebe spürbar zu reduzieren und doppelte Dateneingaben zu vermeiden.
„Unsere landwirtschaftlichen Betriebe leisten täglich wertvolle Arbeit. Mit dem geplanten Datenportal Landwirtschaft wollen wir Melde- und Antragsverfahren für staatliche Leistungen vereinfachen, doppelte Dateneingaben vermeiden und IT-Zugänge nutzerfreundlicher gestalten“, so Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU). Ziel sei es, den Betrieben mehr Zeit für ihr Kerngeschäft zu verschaffen.
Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (CDU) sagte: „Um unseren Staat weiter zu modernisieren, wollen wir mehr Tempo in die digitale Transformation unseres Landes bringen.“ Die Menschen in Schleswig-Holstein hätten zu Recht den Anspruch an die Verwaltung, dass sie schnell und serviceorientiert agiere – dies gelte im Privaten ebenso wie in Unternehmen und den zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben im Land. Die Dokumentation und Übermittlung von Daten seien wichtig, aber gerade an langen, intensiven Arbeitstagen in der Landwirtschaft müsse dies vollständig digital, medienbruchfrei und möglichst intuitiv geschehen. Aus diesem Grund habe das Projekt eine große Bedeutung.
Geprüft wird darin die Einführung eines zentralen „Datenportals Landwirtschaft“. Dieses soll bestehende Fachverfahren um eine vereinfachte Zugangsstruktur und zentrale Funktionen ergänzen, sodass Landwirtinnen und Landwirte ihre Daten künftig schneller und einfacher übermitteln können – ohne dass alle IT-Verfahren neu entwickelt oder zusammengeführt werden müssen.
Aktuell sind die Betriebe verpflichtet, regelmäßig Daten an verschiedene Landesbehörden und den Bund zu übermitteln. Dazu gehören etwa Tierbestandszahlen, Angaben zur Flächennutzung, Düngedaten oder Daten für Förder- und Ausgleichszahlungen, zum Beispiel im Rahmen der Agrarförderung. Die Meldungen erfolgen über verschiedene IT-Verfahren wie das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) oder den Tierseuchenfonds Schleswig-Holstein. Dadurch kommt es teilweise zu mehrfachen Dateneingaben gleicher Informationen.
Zudem muss für jedes Verfahren ein eigener Zugang genutzt werden, was die Dateneingabe erschwert. Technische Einschränkungen können die Prozesse zusätzlich verlangsamen und den Arbeitsalltag der Betriebe belasten.
In der ersten Projektphase werden Schwachstellen identifiziert und Ansatzpunkte für Verbesserungen erarbeitet. Anschließend wird geprüft, wie ein mögliches Datenportal die Übermittlung effizienter und nutzerfreundlicher gestalten kann.
Da die Dokumentationspflichten nicht in den Zuständigkeitsbereich der Landesverwaltung fallen, liegt der Fokus des Projekts auf den Meldepflichten und dem Antragswesen der Landwirtinnen und Landwirte.
Die Konzeption des Datenportals Landwirtschaft ist bis Ende September 2026 vorgesehen. Im Anschluss soll die technische Umsetzung der konzipierten Lösung für das Datenportal Landwirtschaft erfolgen. Die konkrete Dauer wird von den Ergebnissen der Analysephase abhängen.
BVSH-Präsident Klaus-Peter Lucht untestrich: „Unsere landwirtschaftlichen Betriebe verbringen heute viel zu viel Zeit mit der Eingabe und Übermittlung von Daten in unterschiedliche Systeme. Daher freuen wir uns, dass auf unsere Initiative hin nun ein Datenportal entwickelt werden soll.“ Wenn das Portal dazu beitrage, Informationen künftig nur einmal eingeben zu müssen, und Verfahren einfacher und schneller würden, sei das ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Betriebe. „Entscheidend ist für uns, dass das System wirklich praxistauglich ist und Bürokratie nicht nur digitalisiert, sondern tatsächlich reduziert wird“, so Lucht.




