Anfang März hatten wir die Gelegenheit, gemeinsam mit der neuen Geschäftsführerin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH), Stephanie Wetekam, ins Gespräch zu kommen. Sie hat ihr Amt zum 1. Januar übernommen und nutzte den Abend, um sich persönlich vorzustellen und mit der Landjugend in den Austausch zu treten.
Zu Beginn stellten sich alle Teilnehmenden kurz vor, um einen Eindruck davon zu bekommen, wer an diesem informativen Treffen teilnahm. Doch natürlich wäre es keine typische Vorstellungsrunde der Landjugend gewesen, wenn nicht auch eine besondere Frage dazugehört hätte: „Mit welcher Schuhgröße betrittst du den Stall?“ So wurde schnell deutlich, dass an diesem Abend sowohl Personen mit Schuhgröße 37 als auch mit Schuhgröße 48 vertreten waren.
Im Anschluss stellte Stephanie Wetekam sich und ihren beruflichen Werdegang genauer vor. Eine besondere Rolle spielt dabei ihre eigene landwirtschaftliche Praxis: Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem erwachsenen Sohn führt sie einen landwirtschaftlichen Betrieb in Hessen mit Ackerbau, Windenergie und Biogasanlage. Dadurch kennt sie viele der Herausforderungen, vor denen auch Betriebe in Schleswig-Holstein stehen – etwa die Frage, wie es mit bestehenden Biogasanlagen künftig weitergehen kann und welche Konzepte langfristig tragfähig sind.
Beratungsangebote auf dem neuesten Stand
Passend dazu hatte sie einen kurzen Impulsvortrag mitgebracht, der unter dem Titel „Deine Zukunft, Dein Betrieb, Deine Kammer“ stand. Dabei betonte sie besonders, dass die Landwirtschaftskammer vor allem für die landwirtschaftlichen Betriebe da sei und diese aktiv unterstützen wolle. Ein wichtiger Punkt des Abends waren die Beratungsangebote der Landwirtschaftskammer. Vorgestellt wurden unter anderem die sozioökonomische Beratung bei Betriebsübergaben sowie das umfangreiche Weiterbildungsangebot der Kammer. Dabei wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch neue Themen angeregt werden könnten, damit Landwirtinnen und Landwirte in allen Bereichen auf dem neuesten Stand blieben.
Anpassungspotenzial bei der Zwischenprüfung?
Im anschließenden Austausch wurde zudem über die Ausbildung im Beruf Landwirt/-in gesprochen. Seitens der Landjugend wurde angeregt, die Zwischenprüfung künftig in irgendeiner Form in die Bewertung einfließen zu lassen. Aktuell dient sie in Schleswig-Holstein lediglich als Standortbestimmung für die Auszubildenden und hat keinen Einfluss auf die Abschlussnote. Die Entscheidung darüber liegt jedoch beim Kultusministerium und wird voraussichtlich auch bei der nächsten Anpassung der Ausbildungsverordnung nicht verändert.
Ein weiterer Punkt, in dem schnell Einigkeit herrschte, war die Idee eines Grüner-Kamp-Straßenfestes. Ziel wäre es, alle Organisationen und Institutionen, die ihren Sitz in der Agrarhochburg rund um den Grünen Kamp in Rendsburg haben, in lockerer Atmosphäre zusammenzubringen. Die Landjugend würde sich sehr gern an einem solchen Straßenfest beteiligen und begrüßt die Idee eines ungezwungenen Netzwerktreffens mit guten Gesprächen und Austausch.
Für zusätzliche Interaktivität sorgte eine Mentimeter-Umfrage, die Stephanie Wetekam vorbereitet hatte. Dabei ging es sowohl um die Herausforderungen junger Landwirtinnen und Landwirte als auch um die Sichtbarkeit der Landwirtschaftskammer. Deutlich wurde, dass die LKSH grundsätzlich wahrgenommen wird, einige Angebote jedoch noch nicht ausreichend bei den Zielgruppen ankommen. Hier möchte die Kammer künftig neue Wege gehen und die Kommunikation weiterentwickeln.
Virtueller Einblick in landwirtschaftliche Betriebe
Ein weiteres Highlight des Abends brachte Jane Kröger aus der Abteilung Bildung der Landwirtschaftskammer mit: Virtual Reality (VR)-Brillen mit interaktiven Filmen, die einen virtuellen Einblick in landwirtschaftliche Betriebe ermöglichen. Die Nutzerinnen und Nutzer können verschiedene Szenarien auf dem Betrieb erleben und so einen sehr realistischen Eindruck von den Grünen Berufen bekommen. Diese Technik wird bereits auf Messen und in Schulen eingesetzt, um Interesse an landwirtschaftlichen Berufen zu wecken. Darüber hinaus existieren bereits weitere Filme, etwa zu Themen wie Klauenpflege oder dem Einsatz von Brunsterkennungssystemen. Dadurch können Inhalte zunächst im Klassenraum vermittelt werden, bevor sie später praktisch am Tier umgesetzt werden. Auch für die überbetriebliche Ausbildung sollen diese digitalen Möglichkeiten künftig verstärkt genutzt werden.
Beratung künftig auch per Avatar?
Grundsätzlich wurde deutlich, dass sich die Landwirtschaftskammer in den vergangenen Jahren kontinuierlich modernisiert hat – sowohl am Standort Futterkamp, an dem in den kommenden Jahren unter anderem ein neuer Milchviehstall entstehen soll, als auch im Bereich der Beratung. Perspektivisch ist beispielsweise ein digitaler Beratungsavatar zum Thema Düngung in Schleswig-Holstein geplant, der über die Webseite der Kammer erreichbar sein wird. Auch die Homepage selbst soll im kommenden Jahr neu gestaltet werden.
Von der Landjugend wünscht sich die neue Geschäftsführerin vor allem eines: offenen Austausch. Themen, Ideen, Inhalte, aber auch Kritikpunkte sollten gern direkt an sie herangetragen werden. Denn nur gemeinsam könne man stärker werden und die Landwirtschaft weiterentwickeln. Außerdem ermutigte sie die Landjugendlichen, sich aktiv in die Ausschüsse der Landwirtschaftskammer einzubringen. Wer daran Interesse hat, kann sich bei der Geschäftsstelle der Landjugend melden, um den Kontakt herzustellen.
Während des Gesprächs bezeichnete sich Stephanie Wetekam augenzwinkernd selbst als „Integrationsbeauftragte zwischen Hessen und Schleswig-Holstein“. Die beiden Bundesländer könnten sicherlich voneinander lernen und voneinander profitieren.
Wir von der Landjugend Schleswig-Holstein wünschen der neuen Geschäftsführerin der Landwirtschaftskammer alles Gute für ihre neue Aufgabe. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und hoffen, dass die „Integration“ gelingt, damit wir gemeinsam die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein auf ein noch stärkeres Fundament stellen können.
Agrarausschuss im Austausch mit dem Bauernverband
Der nächste Austausch steht bereits in Kürze an: Wie in jedem Jahr möchten wir mit dem Vorstand des Bauernverbandes Schleswig-Holstein ins Gespräch kommen. In diesem Jahr begrüßen wir Präsident Klaus-Peter Lucht und Vizepräsident Malte Jacobsen. Gemeinsam wollen wir über aktuelle Themen sprechen, diskutieren und unsere Sicht als Junglandwirtinnen und Junglandwirte einbringen. Das Themenspektrum ist dabei sehr vielfältig: von der Schließung des Schlachthofes in Perleberg über die aktuelle Entwicklung des Milchpreises bis hin zur ehrenamtlichen Tätigkeit im Bauernverband. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, ganz persönliche Fragen mitzubringen – alles, was euch schon lange unter den Nägeln brennt, kann in einem offenen Austausch angesprochen werden.
Wir treffen uns am Donnerstag, 19. März, um 19 Uhr im Detlef-Struve-Haus, Grüner Kamp 19-21, 24768 Rendsburg im Raum Schleswig.
Wir freuen uns über deine Anmeldung bis zum 16. März unter




