Ein brennender Pferdestall, ein im Anhänger feststeckendes Pferd, ein gestürztes Pferd im Graben oder eine ausgebrochene Pferdeherde, das sind alles mögliche Szenarien, die Einsatzkräfte im Ernstfall vor große Herausforderungen stellen.
Nach einem Tierrettungseinsatz hatte Gruppenführer Timo Christophersen die Idee, seine Feuerwehrkameraden im Rahmen der turnusmäßig durchgeführten Feuerwehrübungen besser auf solche Situationen vorzubereiten. Auf Anfrage waren Familie Tuschke vom Wilhelminenhof und der Reit- und Fahrverein Wilhelminenhof Ladelund sowie der Tierarzt Dr. Thomas Montag sofort bereit, ihre Anlagen, ihr Know-how und die Pferde zur Verfügung zu stellen. An dieser Übung nahmen 21 Feuerwehrleute teil. Es wurde in drei rotierenden Gruppen trainiert.
Lena Tuschke befasste sich in ihrer Gruppe mit dem Aufhalftern der Pferde und dem Retten der Tiere bei einem Stallbrand. Dann ging es um das praktische Verladen und die Notbefreiung auf beziehungsweise von dem Pferdeanhänger und Lkw.
Nächste Station war die Reithalle. Grundsätzliches Verhalten von Pferden, wie Herdentrieb, Fluchttierverhalten sowie das Verhalten in Stresssituationen, war das Thema von Rita Cordsen-Tuschke. Auch der Umgang mit den Emotionen betroffener Reiter und Pferdebesitzer wurde thematisiert. Darüber hinaus wurden das praktische Annähern an das Pferd und das Führen trainiert.
Die dritte Station wurde von Dr. Thomas Montag geleitet. Hier ging es explizit um die schonende Pferderettung, auch mit technischen Hilfsmitteln, und um die Sicherheit der Helfer, also um die Einhaltung der sogenannten Kickzone.
Am Ende wurde sehr deutlich, wie wichtig solche Übungen für den Ernstfall sind, um die Gefahren für Einsatzkräfte und Tiere zu minimieren. Es wurden viele Fragen gestellt und auch einige Hemmschwellen überwunden. In der Manöverkritik bedankte sich Timo Christophersen für die Vorbereitung und Durchführung der Übung bei allen Akteuren. Es wurde klar, dass die Thematik sehr herausfordernd ist und dass bei einigen Einsatzkräften das Interesse an einer Spezialausbildung zum Thema Großtierrettung besteht. Wieder einmal hat sich gezeigt, wie produktiv und unkompliziert die Vereine und Verbände in der Gemeinde Ladelund mit gegenseitiger Wertschätzung zusammenarbeiten.




