Deutschlands Wälder können auch in trockenen und heißen Jahren das Klimagas Methan in großem Umfang speichern, und zwar über ihre Böden. Mit diesem aktuell vorgelegten Forschungsergebnis widersprechen die Universität Göttingen und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) internationalen Analysen und fordern eine regional differenziertere Betrachtung der Senkenfunktion der Wälder.
Wie die Universität Göttingen und die FVA in der Fachzeitschrift „Agricultural and Forest Meteorology“ unter Verweis auf eine gemeinsam durchgeführte Langzeitanalyse berichten, entziehen die Böden auf den Untersuchungsstandorten im Südwesten Deutschland der Atmosphäre große Mengen Methan. Und diese Leistung werde bei zunehmender Dürre und Wärme noch erhöht, denn in trockenere Böden könne Methan leichter eindringen. Zudem bauten Mikroorganismen bei steigenden Temperaturen Methan schneller ab.
Die Universität Göttingen räumt ein, dass das Forschungsergebnis konträr zu aktuellen internationalen Meta-Analysen ausfalle. Diese kämen eher zu dem Schluss, dass die Aufnahme von Methan in Waldböden in Zukunft abnehmen werde. Nach Einschätzungen der Forschenden verdeutlicht dieser Gegensatz die Bedeutung regional differenzierter Betrachtungen. Langfristige Messreihen und damit auch Monitoringprogramme seien unverzichtbar, um die Auswirkungen des Klimawandels realistisch einzuordnen.
Das Thünen-Institut für Waldökosysteme hatte kürzlich berichtet, dass die Böden im deutschen Wald in den Dürrejahren 2018 bis 2020 fast alle Kohlenstoffverluste der Bäume ausgeglichen und die Senkenfunktion der Bäume übernommen hätten. Das habe eine Neuberechnung der Daten der Bodenzustandserhebung zum Kohlenstoff gezeigt. Zu erklären sei das Ergebnis damit, dass mehr Kohlenstoff aus dem abgestorbenen organischen Material in Bodenkohlenstoff umgesetzt worden sei. Zwar schwäche sich dieser Prozess nach einigen Jahren ab, dann wüchsen auf den Schadflächen aber neue, Kohlenstoff bindende Bäume heran.




