Entgegen einigen Befürchtungen im Vorwege, ausgelöst durch aktuelle Unwägbarkeiten des Milchmarktes, nahm die letzte Zuchtviehauktion des Jahres der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) eG einen positiven Verlauf. Aufgrund sehr guter Qualität der angebotenen Tiere in Verbindung mit flotten Geboten zahlreicher Besucher wurden alle Tiere durch die Auktionatoren Claus-Peter Tordsen und Karsten Winder, der sein Debüt als Auktionator gab, zugeschlagen und vermarktet.
Den Auftakt bildete die qualitativ gut besetzte Kollektion der schwarzbunten Bullen. Diese erzielte durchschnittlich 3.275 €, was einem Plus von 175 € gegenüber dem Ergebnis der vorangegangen Absatzveranstaltung entsprach. Den Höchstpreis von 3.700 € erzielte der homozygot hornlose „Brandy PP“-Sohn „Egin PP“ von der Broosch GbR, Techau, der mit seiner Körperharmonie und guten Eiweißprozenten auf der Mutterseite zu gefallen wusste. In der Rubrik der rotbunten Bullen wurde nur ein Tier angeboten. Der von der Andresen Kattbek GbR vorgestellte Bulle erzielte einen Zuschlag von 2.400 €.
Hohe Nachfrage bei weiblichen Tieren
Der Reigen der weiblichen Tiere begann mit einem Highlight: „ELL Blanka“ aus der Zucht von Philipp Ellerbrock, Westerau, Ellerbrock Holsteins, eine kapitale leistungsbereite Kuh, die gerade das zweite Mal abgekalbt hatte, sicherte sich ein hiesiger Käufer für 4.000 €.
Den Tageshöchstpreis von 5.000 € erzielte die Braunvieh-Färse „Comtesse“, vorgestellt von Jörg Jacobsen, Risum-Lindholm. Sie überzeugte durch Kapazität und ein korrektes Fundament in Verbindung mit besonderer Leistungsbereitschaft, auch sie bleibt im Zuchtgebiet.
Eine weitere Bereicherung der Auktion stellte die 13-köpfige Kollektion des Kreisvereins Rendsburg-Eckenförde dar. Sie erzielte 2.469 € im Durchschnitt, das teuerste Rind dieser Kollektion war mit 2.700 € die hornlose „Duett“ (Vater: „Easy Red“) aus der Zucht von Lars Frohbös, Goosefeld, die eine hohe Mutterleistung mit bemerkenswerten Fett- und Eiweißprozenten vorweisen konnte.
Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Färsen betrug 2.402 € und lag damit nur knapp unter dem der Novemberauktion. Hier erreichte die gefällige und hornlose „Doria P“, eine Tochter von „Hawai PP“ von der Broosch GbR, mit 2.900 € den höchsten Preis.
Eine Gruppe vielversprechender schwarzbunter Jungrinder, vorgestellt von der Rinderzucht Thies/Gröhn GbR, Stuvenborn, wurde für durchschnittlich 963 € zugeschlagen.
Rotbunte übertrafen Novemberergebnis
In der Abteilung Rotbunt erreichten die Färsen durchschnittlich 2.450 €, wobei „ELL Loredana“, eine Tochter von „Dragon P“ und Schwester des gefragten RSH-Vererbers „Daktari PP“ von Philipp Ellerbrock, mit 2.800 € den Höchstpreis erzielte. Bei den Rotbunten wurde damit das Ergebnis der Novemberauktion um 170 € übertroffen. Die Angler Färsen erzielten einen Durchschnittspreis von 2.525 €. Der Höchstpreis von 2.650 €, der zweimal erreicht wurde, ging an Michael Petersen, Taarstedt. Er konnte sowohl eine „Avisto“- als auch eine „Hrivik“-Tochter an einen Kaufinteressenten in Niedersachsen verkaufen. Auch hier wurde der Durchschnittspreis der vorangegangenen Auktion überschritten, und zwar um 189 €.
Fazit
In der letzten Auktion des Jahres 2025 wurde ein positives Marktsignal gesetzt: Nicht nur konnte der Markt in allen Kategorien komplett geräumt werden, sondern auch der Durchschnittspreis der laktierenden Tiere wurde gegenüber der vorangegangenen Auktion um 167 € gesteigert. Gerade in Zeiten, die durch Unsicherheit am Milchmarkt zunehmend beeinflusst sind, macht ein solches Signal den Erzeugern von hochwertigen Zuchtrindern Mut und gibt Hoffnung für die weitere Entwicklung. Auch zukünftig bleiben exterieurstarke Tiere mit guten Einsatzleistungen, insbesondere mit ordentlichen Inhaltsstoffen gefragt. GVO-freie Tiere haben ebenfalls Vermarktungsvorteile. Die Steigerung des Durchschnittspreises ist ein Beleg für diese Einschätzung. Für die Käufer bietet der Zukauf über die Auktionen der RSH eG für die Bestandsergänzung die besten Vergleichsmöglichkeiten.
Die nächste Auktion der RSH eG findet am 15. Januar im Vermarktungszentrum der RSH eG in Dätgen (direkt an der Autobahnabfahrt Bordesholm gelegen) statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen.
Die Rinderzucht Schleswig-Holstein eG bedankt sich bei allen Käufern und Beschickern für die gute Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr, wünscht allen Kunden ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr und hofft auf zahlreiche Anmeldungen für die kommende Auktionssaison.




