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Zu üppige Grünlandbestände vor dem Winter

Was ist zu tun?
Von Tammo Peters, Landwirtschaftskammer SH
Die Beweidung im Herbst ist mit leichten Tieren zu empfehlen, um Trittschäden zu vermeiden. Foto: Tammo Peters

Die Temperaturen im Oktober und November waren in diesem Jahr ungewöhnlich hoch und ließen das Gras weiterwachsen. Vielerorts sind daher recht üppige Grasbestände vorhanden, die durch eine Herbst-Gülledüngung gefördert wurden und aktuell die Zielbestandshöhe von 10 cm vor dem Winter deutlich überschreiten.

Zu hohe Grasbestände sollten vermieden werden, weil für den Fall eines kalten Winters mit Schneedecke für den Bestand die Gefahr von Pilzkrankheiten besteht (Schneeschimmel, Typhula-Fäule). Zudem sind Blätter mit einer langen Verweildauer über den Winter im Frühjahr photosynthetisch weniger aktiv als junge, frisch nachgewachsene Blätter. Die Bildung junger Blätter mit hoher photosynthetischer Leistung wird gefördert durch kurze Bestände zu Vegetationsbeginn, die das Eindringen von Licht in tiefere Vegetationsschichten und die Blattneubildung begünstigen.

Was ist also zu tun mit den üppigen Grasbeständen? Ein Silageschnitt kommt witterungsbedingt nicht mehr infrage und generell rechtfertigt die relativ geringe Qualität des Aufwuchses nicht den kostenintensiven maschinellen Aufwand einer Silageproduktion. Möglich wären das Mähen (Schnitthöhe 8 bis 10 cm) und Einfahren des frischen Ernteguts zur direkten Verfütterung im Stall („Eingrasen“). Auch das Mulchen ist möglich, sofern die Mulchschicht nicht zu dick ist, denn diese kann den Pilzbefall des darunter liegenden Pflanzenbestands fördern.

Am ratsamsten ist schließlich die kostengünstigste Variante der Beweidung. Jeder Tag auf der Weide reduziert die Fütterungskosten und wirkt sich bei richtigem Management positiv auf die Grasnarbe aus. Bei einer Milchviehherde im Hochleistungsbereich kommt eine Beweidung mit Tieren im späten Laktationsstadium am ehesten infrage, da diese Kühe einen geringeren Anspruch haben. Bei einer Milchviehherde im geringeren Leistungsspektrum kann auch weiterhin beweidet werden, sofern die Trittbelastbarkeit der Flächen es zulässt. Vorzugsweise sollte mit Jungtieren oder Schafen beweidet werden, da diese aufgrund ihres geringeren Gewichts weniger Trittschäden verursachen. Auf nasseren Standorten kann über eine kurze Dauer mit hoher Besatzdichte beweidet werden, um tiefgreifende Narben- und Trittschäden sowie Klauenkrankheiten zu vermeiden. 

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