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Satellitendaten zeigen schwache Ernte in der Ukraine

Geowissenschaftliche Fernerkundung und Künstliche Intelligenz liefern belastbare Daten
Von Mechthilde Becker-Weigel
Ernteschätzung aus dem All Foto: Imago

Auf den Feldern der Ukraine reifen derzeit 22,48 Mio. t Brotweizen für die diesjährige Ernte heran. Dies geht aus aktuellen Berechnungen der BayWa Tochter Vista Geowissenschaftliche Fern­erkundung hervor, die seit 20 Jahren im Bereich der Fernerkundung forscht.

Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen vier Jahre wird die Ukraine 17 % weniger Getreide ernten, das zeigen die Satelllitendaten. „Durch die kleinere Ernte in der Ukraine fehlen rund 20 Millionen Tonnen Weizen am Weltmarkt. Teile der Welt werden hungern. Ohne Öffnung der Häfen wird das Getreide nicht außer Landes kommen”, kommentierte Prof. Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG. Es fehlt – auch angesichts des Fachkräftemangels – an Ressourcen, die weiten Wege zu den Ostsee- und Schwarzmeerhäfen treiben die ohnehin schon hohen Preise zusätzlich.

„Die bis auf Landkreise runter gebrochenen Daten können genutzt werden, um die kriegsbedingt eingeschränkten Ernteressourcen gezielt dort einzusetzen, wo der Ertrag am höchsten ist”, so Dr. Heike Bach, Gründerin und Geschäftsführerin der Vista: „Wir haben Hunderttausende von Satellitenbildern ausgewertet und einen digitalen Zwilling der Landwirtschaft gebaut.“ Man könne nicht nur genau nachvollziehen, was auf den Feldern aktuell wachse, sondern auch zuverlässige Prognosen ableiten und Simulationen erstellen.

„Die Daten sind für die Ukraine zum jetzigen Zeitpunkt von großem Wert. Durch die präzise Einschätzung des zu erwartenden Ertragsvolumens je Region könnten wir unsere Ernte und deren Lagerung genauer und sicherer planen. Dies wird die Ernährungssicherheit und das Exportpotenzial der Ukraine stärken“, berichtet Mariya Yaro­shko vom Deutsch-Ukrainischen Agrarpolitischen Dialog aus Kiew.

Vista hat vor fünf Jahren den Ypsilon Ertragsprognose Service entwickelt, der kontinuierlich den Aufwuchs von Getreide, Mais und Ölsaaten aus dem All beobachtet. Biomasseaufwuchs und Pflanzenentwicklung auf den einzelnen Feldern lassen sich bis auf 100 m2 genau und früher als aus anderen Quellen verfolgen.

Grundlage der Vista Ertragsprognosen sind die Aufnahmen der Satelliten aus dem Copernicus-Raumfahrtprogramm der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Diese umrunden die Erde in 786 km Höhe und liefern alle vier bis fünf Tage ein neues Bild. Die EU-Kommission stellt die Daten für die zivile Nutzung zur Verfügung. Für landwirtschaftliche Prognosen werden im Vista eigenen Simulationsmodell neben Satellitendaten auch Wetterdaten, Bodenbeschaffenheit und Topografie berücksichtigt und durch Künstliche Intelligenz optimiert. age

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