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Forschende des Julius-Kühn-Instituts (JKI) weisen im Vergleich mit angrenzenden Winterkulturen dreimal so viele Regenwürmer in mehrjährigen Blühstreifen nach.
Untersucht wurden 46 Flächen in Deutschland, in Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Dass mehrjährige Blühstreifen an Feldrändern sich vorteilhaft auf die oberirdische Artenvielfalt auswirken und somit auch die funktionelle Biodiversität fördern, ist durch Studien gut belegt. So bieten Blühstreifen Nahrung und können als Winterquartier für nützliche Gliederfüßer (Arthropoden) fungieren, die wiederum helfen, Schädlinge in Schach zu halten. Forschende des JKI in Berlin konnten nun zeigen, dass Blühstreifen auch unterirdisch die Artenvielfalt fördern, als Lebensraum für Regenwürmer. Die Ergebnisse der umfangreichen Feldstudie sind jetzt im Journal „npj Sustainable Agriculture“ erschienen, das zum Nature-Verlag gehört: https://doi.org/10.1038/s44264-024-00040-2
Dazu verglich das Forschungsteam um Dr. Lukas Beule die Regenwurmgemeinschaften im Wintergetreide und Winterraps mit denen in angrenzenden mehrjährigen Blühstreifen auf 46 Flächen in sechs deutschen Bundesländern. Für die Studie wurden insgesamt 7.526 Regenwürmer gesammelt. Die Regenwürmer wurden mit einer Senföl-Lösung aus dem Boden ausgetrieben, gezählt, gewogen und lebend auf Artniveau bestimmt. Nach der Bestimmung wurden die Würmer wieder freigelassen, damit sie weiterhin ihre nützlichen Funktionen im Boden erfüllen können.
Regenwürmer wurden ausgegraben und ausgezählt, um die Aktivität unter mehrjährigen Blühstreifen beurteilen zu können.Auswertung eines Feldversuchs zur Artenvielfalt von Regenwürmern, hier der Vergleich von Blühstreifen und Winterraps
Regenwürmer leisten Beitrag zum Bodenschutz
„Bereits im Feld waren wir von der enormen Anzahl an Regenwürmern in den Blühstreifen positiv überrascht“, berichtet Dr. Anna Vaupel, die Erstautorin der Publikation. Dieser erste Eindruck bestätigte sich nach Auswertung der Felderhebungen, denn im Mittel fanden die Forschenden mehr als dreimal so viele Regenwürmer in den Blühstreifen wie auf den angrenzenden Ackerflächen. Darüber hinaus beherbergten die Blühstreifen auch mehr Regenwurmarten. „Da Regenwürmer im Boden eine Vielzahl wichtiger Ökosystemfunktionen erfüllen, ist dieses Ergebnis in mehr als einer Hinsicht relevant und zeigt, welches Potenzial mehrjährige Blühstreifen für den Bodenschutz haben“, erklärt der Leiter der Studie, Dr. Lukas Beule. Durch ihr Röhrensystem erhöhen die Würmer die Wasserinfiltration des Bodens und beugen so Bodenerosion vor, was angesichts zunehmender Starkregenereignisse ein wichtiger Beitrag zum Bodenschutz ist. Zudem sind Regenwürmer entscheidend am Humusaufbau beteiligt und tragen so zur verbesserten Nährstoffversorgung der Pflanzen bei. Außerdem sind Regenwurmgemeinschaften ein wichtiger Indikator für den generellen Gesundheitszustand von Böden.
Weitere Forschungsprojekte folgen
„Noch sind etliche Fragen offen, die wir jedoch beantworten müssen, um das Potenzial von mehrjährigen Blühstreifen für das Bodenleben künftig voll ausschöpfen zu können“, ergänzt Beule. Im nächsten Schritt will sein Team erforschen, wie weit die positiven Effekte aus den Blühstreifen in den Acker hineinreichen. Außerdem soll untersucht werden, wie sich Blühstreifen, beispielsweise durch angepasste Pflanzenmischungen, weiter optimieren lassen, um die bestmögliche Förderung des Bodenlebens, auch auf unterschiedlichen Böden, zu erreichen.
Auf dem 22. Internationalen Fachkongress für Erneuerbare Mobilität diskutierten 600 Teilnehmer Lösungen für Klimaschutz im Verkehr. Die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Bioenergie (BBE), Marlene Mortler, eröffnete den zweitägigen Kongress, der als wichtigste Veranstaltung der Branche gilt. Internationale Teilnehmer aus 30 Nationen und vier Kontinenten begrüßten die fünf veranstaltenden Verbände der deutschen Biokraftstoffwirtschaft am ersten Kongresstag. „Das unterstreicht den internationalen Stellenwert des Kongresses“, betonte Mortler.
Angesichts des enormen Energiebedarfs von Straßen-, Schiffs- und Luftverkehr und der drängenden Herausforderung des Klimaschutzes waren sich die Experten an den beiden Kongresstagen vom 20. bis 21. Januar einig, dass für eine zügige Defossilisierung des Transportsektors neben einem ambitionierten Hochlauf der Elektromobilität alle Nachhaltigen, Erneuerbaren Kraftstoffe wie Biodiesel, Bioethanol, Biomethan, HVO und E-Fuels benötigt werden.
Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft appellierten an die Politik, langfristig verlässliche Ziele und Rahmenbedingungen für den Hochlauf aller Erneuerbaren, nachhaltig produzierten Kraftstoffoptionen im Verkehr zu schaffen. Die hierfür benötigten Milliardeninvestitionen erforderten einen langfristig sicheren Rechtsrahmen, der weit über das Zieljahr 2030 der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III, deren nationale Umsetzung jetzt ansteht, hinausgehen müsse. „Wir brauchen Rückendeckung durch die Politik“, sagte Mortler mit Blick auf die näherrückende Bundestagswahl. Die Akteure hoffen darauf, dass eine neue Bundesregierung in ihrer Politik Biokraftstoffe wieder stärker in den Fokus rücken wird.
Komplexes Regelungs-und Marktumfeld
In der ersten von insgesamt fünfzehn Sessions wurden die Klimaschutzziele im Verkehr diskutiert und das Potenzial Nachhaltiger Kraftstoffe und Antriebstechnologien beleuchtet. Mortler erläuterte die künftigen Herausforderungen für Erneuerbare Kraftstoffe in einem zunehmend komplexeren Regelungs- und Marktumfeld: „Damit die Klimaschutzlücke geschlossen werden kann und alle Erneuerbaren Optionen ihr Potenzial entfalten können, muss die Treibhausgasminderungs-Quote auf mindestens 37 Prozent im Jahr 2030 deutlich angehoben und für die langfristige Planungssicherheit zudem bis 2040 fortgeschrieben werden. Aktuell verschenkt Deutschland mit der künstlich niedrig angesetzten Obergrenze zur Anrechnung Nachhaltiger Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse erhebliches Klimaschutzpotenzial, weshalb diese Obergrenze im Zuge der RED-III-Umsetzung auf das europarechtlich zulässige Maß von 5,3 Prozent angehoben werden sollte.“ Deutlich kritisierte die BBE-Vorsitzende die Marktverzerrung durch Biodieselimporte aus China, die doppelt angerechnet werden und so zu einem Verfall der THG-Quotenpreise geführt haben.
Hartmut Höppner, Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr, stellte heraus, wie die Klimalücke im Verkehr durch Erneuerbare Kraftstoffe gefüllt werden kann: „Erneuerbare Kraftstoffe sind wichtig, um unsere Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Sie ermöglichen es, vorhandene Technologien klimaneutral zu betreiben. Um ihr Potenzial schnell zu heben, brauchen wir klare gesetzliche Rahmenbedingungen. In Kombination mit einer gezielten finanziellen Förderung schaffen wir so Anreize für Investitionen in den Hochlauf klimafreundlicher Kraftstoffe und damit für mehr Klimaschutz.“ Auch wenn Deutschland im Jahr 2045 klimaneutral sein will, werden zu diesem Zeitpunkt noch Millionen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor unterwegs sein. „Erneuerbare Kraftstoffe sind eine Ressource, auf die wir nicht verzichten können“, sagte er. Vor allem könne so auch die vorhandene Infrastruktur für eine klimaschonende Mobilität genutzt werden.
Immer mehr Dieselmotoren werden ab Werk mit einer Tankfüllung des aus Abfall- und Reststoffen gewonnenen HVO versehen. Das gilt für führende Landmaschinenhersteller, aber auch BMW betankt seit Januar alle neuen Dieselfahrzeuge damit, wie Dr. Lars Menger von der BMW Group auf dem Kongress bestätigte. „Erneuerbarer Diesel spielt weltweit eine wichtige Rolle auf dem Weg zur Nachhaltigen Mobilität“, ergänzte Jörg Hübeler vom Biokraftstoffhersteller Neste Germany GmbH.
Niels Anspach, Vizepräsident Wertschöpfungskette Biokraftstoffe der BP Europa SE, erläuterte, wie Biokraftstoffe den Übergang zu Netto-Null in verschiedenen Branchen beschleunigen könnten: „Die kosteneffizientesten Lösungen sollten Vorrang haben, während neue Rohstoffe und neue Technologien wie Fischer Tropsch oder Methanol to Jet entwickelt und verbreitet werden sollten. Anstatt die Optionen einzuschränken, brauchen wir alle Wege, die in ihrem eigenen Tempo entwickelt und eingesetzt werden, und zwar nach einem ganzheitlichen Ansatz, der keine der nachhaltigen Optionen einschränkt.“
E-Kraftstoffe oder Elektromobilität?
Claire Couet, Business Development Manager bei SGS Inspire, stellte heraus, was für die Dekarbonisierung des europäischen Verkehrssektors bis 2030 zu erwarten sei: „Die ehrgeizige Klimaagenda der Europäischen Union wird auch weiterhin eine treibende Kraft bei der Gestaltung der Zukunft des Straßenverkehrs sein. Allerdings steht die EU vor einer wichtigen Entscheidung: ob sie die Rolle von E-Kraftstoffen und anderen Erneuerbaren Kraftstoffen in der Dekarbonisierungsstrategie neben der Elektrifizierung ausbauen will. Diese Entscheidung könnte die Zukunft der europäischen Automobilindustrie und ihre Fähigkeit, auf der globalen Bühne wettbewerbsfähig zu bleiben, erheblich beeinflussen.“
Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer von en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie, stellte die regulatorischen Hemmnisse für Investitionen in innovative Technologien für Grüne Moleküle heraus: „Die Molekülwende ist elementar für das Gelingen der Energiewende. Denn ohne CO2-neutrale Kraft-, Brenn- und chemische Grundstoffe für die Industrie werden wir eine starke Wirtschaft nicht mit Klimaschutz in Einklang bringen können. Damit die Transformation endlich Fahrt aufnimmt, muss die nächste Bundesregierung dringend die regulatorischen Weichen so stellen, dass Investitionen in Grüne Technologien möglichst attraktiv werden. Dabei sollte keine Alternative von vornherein durch Verbote ausgeschlossen werden. Wir brauchen weniger Bürokratie und einen Wettbewerb um die besten Lösungen für mehr Klimaschutz.“
Pflanzenöltraktoren müssen der Dieselvariante bei Leistung, Emissionen und Einsatzfähigkeit ebenbürtig sein. Dies wird etwa im Projekt „ResiTrac“ untersucht. Foto: Thomas Gaul
Planungs- und Investitionssicherheit seien entscheidend, damit Unternehmen in den Auf- und Ausbau der Produktionskapazitäten von Erneuerbaren Kraftstoffen investierten. Dies sei jetzt erforderlich, damit fossile Kraftstoffe in zunehmend globalisierten Märkten durch Erneuerbare Alternativen ersetzt würden. Um den auch in den nächsten Jahrzehnten noch enormen Fahrzeugbestand mit Verbrennungsmotor und zusätzlich die nicht elektrifizierbaren Anwendungen klimaschonend zu gestalten, seien alternative Kraftstoffoptionen notwendig, die einen ganzheitlichen Förderansatz bei sachgerechter Ausgestaltung erforderten.
Betrugsskandal belastet Vertrauen
Die Podiumsdiskussion fokussierte sich darauf, wie mutmaßliche Betrugsfälle mit angeblich fortschrittlichen Biokraftstoffimporten aus China künftig verhindert werden können. Der Betrugsskandal und auch die Unregelmäßigkeiten bei Klimaschutzprojekten im Rahmen der Erdölförderung in China belasten das Image und das Vertrauen in die gesetzlich vorgegebene Zertifizierung, weil die erforderliche begleitende Verwaltungskontrolle der zuständigen Stellen im Bundesumweltministerium (BMUV) versagt haben. Auch die mangelnde Verantwortungsübernahme vonseiten der EU-Kommission wurde kritisiert und der Nachbesserungsbedarf in der behördlichen Zuständigkeit angemahnt. Dies gelte insbesondere dann, wenn die noch immer im Aufbau befindliche Unionsdatenbank ihrer Aufgabe der Rückverfolgbarkeit, auch im Sinne der Betrugsprävention, gerecht werden solle.
Die im Verlauf der Podiumsdiskussion durchgeführte Umfrage bestätigte nachdrücklich die erforderliche und auch von der Biokraftstoffwirtschaft selbst geforderte Verschärfung der Überwachung. Von den Fachkongressteilnehmern stimmten 80 % in einer Umfrage der Aussage zu, dass behördliche Vor-Ort-Kontrollen das wirkungsvollste Mittel zur Betrugsvermeidung seien. Ob entsprechende Gesetzesänderungen, die jetzt doch noch kurzfristig vom BMUV erarbeitet und dem scheidenden Parlament übermittelt wurden, noch vor dem Ende der Legislaturperiode und den Neuwahlen zum Deutschen Bundestag beschlossen werden, blieb allerdings offen. Die Veranstalter des Fachkongresses kündigten an, dass diese Herausforderungen auch Thema des nächsten Fachkongresses sein würden, wenn die EU-Mitgliedstaaten bis Mitte 2025 die RED III in nationales Recht umgesetzt haben müssten.
Erneuerbare Antriebeauf dem Acker
Erneuerbare Antriebsenergien kommen aktuell in der Land- und Forstwirtschaft noch wenig zum Einsatz. Das war vor mehr als 20 Jahren schon einmal anders, als in der landwirtschaftlichen Praxis bereits einige Schlepper mit Rapsöl und Biodiesel liefen. Dabei gibt es durchaus marktreife Technologien, die perspektivisch das gesamte Leistungsspektrum des Fuhrparks bedienen können. In einer Session am zweiten Kongresstag wurden die Potenziale sowie vor allem die noch bestehenden Hürden diskutiert.
Vor einem Jahr war der Wunsch nach Dieselalternativen besonders groß: Die von der Bundesregierung beschlossene Abschaffung der Agrardieselsteuerrückerstattung, die notwendige Verringerung der CO2-Emissionen in allen Wirtschaftssektoren und der Wunsch nach einer energieautarken Landwirtschaft hatten das Interesse an Erneuerbaren Antriebsenergien für die Land- und Forstwirtschaft deutlich erhöht. Denn obgleich die Landtechnikunternehmen mit diversen innovativen Technologieoptionen theoretisch das gesamte abzudeckende Leistungsspektrum bedienen könnten und in der Praxis schon mehrfach die Tauglichkeit und Zuverlässigkeit wissenschaftlich bewiesen wurden, kommt die Mobilitätswende auf dem Acker nicht ins Rollen.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Die größte Herausforderung ist, dass eine sofortige komplette Umstellung des landwirtschaftlichen Maschinenparks nicht zu realisieren ist (siehe Seite 25). Verschärft wird dies dadurch, dass viele Maschinen eine sehr lange Lebensdauer haben. Für vorzeitige Neuanschaffungen oder Umrüstungen müssen die Betriebe enorme Investitionen stemmen, jedoch fehlt es hier gegenwärtig an klaren politischen Signalen sowie wirtschaftlichen und vor allem verlässlichen Investitionsanreizen sowohl für die landwirtschaftlichen Betriebe als auch für die Landtechnikunternehmen. Dabei sei die Bereitschaft der Landwirte zur Umstellung durchaus vorhanden, wie Johannes Buchner von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ausführte: „Gerade bei jüngeren Landwirten ist das Interesse groß, auch alternative Antriebe auszuprobieren.“
Problem der Wirtschaftlichkeit
Buchner räumte aber auch ein, dass in wirtschaftlicher Hinsicht ein Umstieg derzeit nicht lohnt: „Die Landwirte sagen, dass sie mit fossilem Diesel immer noch günstiger fahren.“ Vom Hörensagen existierten auch noch negative Erfahrungen mit alternativen Kraftstoffen in der Landwirtschaft. „Es ist aber auch viel Wissen über die Lagerung etwa von Pflanzenöl verloren gegangen“, machte Dr. Peter Emberger vom TFZ Straubing deutlich. Wer einen offenen IBC-Behälter mit Pflanzenöl in der staubigen Scheune abstelle, brauche sich über verstopfte Kraftstofffilter später nicht zu wundern.
Pflanzenöltraktoren müssen der Dieselvariante in Bezug auf Leistung, Emissionen und die Einsatzfähigkeit ebenbürtig sein. Dass dies gelingen kann, wird im Projekt „ResiTrac“ in Bayern mit einer Testflotte von John Deere-Schleppern im realen Einsatz erprobt. Dabei solle betont werden, dass neben der Ölproduktion weitere Produkte anfallen, wie etwa Presskuchen für die Milchviehfütterung.
Auf politischer Ebene könnten eine zeitnahe Novellierung der EU-Energiesteuerrichtlinie und eine Umsetzung in nationales Recht ein notwendiger Impulsgeber sein. Dies sei ein wichtiger Schritt zur Harmonisierung der Energiebesteuerung in der EU und sehe eine nach Umweltleistung ausgerichtete Steuerfestsetzung unter anderem für die in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzten Biokraftstoffe vor. Hürden gebe es aber auch beim Landmaschinenhandel und den Werkstätten. So rieten Verkäufer häufig von Antriebsalternativen ab. Praktische Erfahrungen könnten Interessenten nicht sammeln, wenn kein Vorführschlepper vor Ort zur Verfügung stehe. Zudem müssten die Mitarbeiter in den Werkstätten für die alternative Technologie trainiert werden.
Sabine Kempka-Beth aus Mönkeberg im Kreis Plön hat ein seltenes Hobby. Vor 23 Jahren entdeckte sie, wie viel Freude es ihr bereitet, Federn zu bemalen. An ihrem Esstisch entstehen federleichte Kunstwerke, mit denen sie auch anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Für besonders kleine Motive, wie dieser Eisvogel auf einer Pfauenfeder, nutzt die Künstlerin manchmal eine Lupe. Foto: Silke Bromm-Krieger
Gerade hat sie eine kleine Kreativpause eingelegt. Aber nun, wenn die Tage wieder länger werden und der Frühling vor der Tür steht, wird sie wieder fast täglich am Esstisch oder bei wärmerem Wetter im Garten sitzen und sich begeistert ihrer Passion widmen. „Durch einen Fernsehbeitrag über eine Künstlerin, die Federn bemalte, wurde ich zufällig auf mein späteres Hobby aufmerksam. Die filigrane Federkunst, die ich dort sah, beeindruckte mich sehr. Ich dachte gleich: Das will ich auch ausprobieren“, schaut die 63-Jährige zurück. Schon von Kindesbeinen an liebte es die gebürtige Niedersächsin aus der Nähe von Uelzen, künstlerisch kreativ zu sein. Sie zeichnete und bemalte Ostereier. Später kam sie zum Studium der Kunstgeschichte in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt, lernte hier ihren zukünftigen Ehemann kennen und blieb.
Die Federn für ihre ersten Versuche waren Möwenfedern, die sie bei Spaziergängen an der Kieler Förde sammelte. Den größten Teil des benötigten Nachschubs steuert jedoch Schwester Gabi bei. Sie wohnt noch in der alten Heimat und führte mit ihrem Mann lange einen Milchviehbetrieb. Auf ihrem früheren Bauernhof ist heute eine kunterbunte Schar Federvieh zu Hause.
Federn aller Art sind die Malgrundlage für Sabine Kempka-Beth. Nachschub erhält sie von ihrer Schwester Gabi, die auf ihrem Hof Hühner, Gänse und Enten hält. Foto: Silke Bromm-Krieger
„Hier gibt es verschiedene Hühnerrassen, Enten und Gänse. Wenn die ihre Federn verlieren, bekomme ich die schönsten und besten Exemplare für meine Kunst“, freut sie sich und greift zu einem Beutel, in dem sie Einzelstücke in den unterschiedlichsten Längen und Farbnuancen sicher verwahrt. Sogar ein paar Pfauenfedern sind darunter. Bevor die Hobbykünstlerin anfängt, auf einer Feder zu malen, säubert sie sie. „Man kann sie tatsächlich in ein Wäschenetz geben und dann in der Maschine im Handwaschgang mit ein wenig Feinwaschmittel vorsichtig waschen“, fand sie heraus. Nach dieser Prozedur landen sie zum Trocknen auf einem Handtuch. Danach sucht sie sich eine Feder aus und überlegt, welches Motiv passend sein könnte. Farbe, Form und Muster der Feder geben dabei das Motiv vor. Anfänglich malte die Mutter zweier Söhne meist Tiere und Vögel, später wagte sie sich an Windmühlen, Strandkörbe, Elfen oder Segelschiffe heran. Bald wurden Menschen in ihrem Umfeld auf die federleichten Kreationen aufmerksam und fragten an, ob sie auch ein geliebtes Haustier oder einen anderen, individuellen Motivwunsch bei ihr in Auftrag geben könnten.
Irgendwann kam die Teilnahme an Hobbykünstlermärkten hinzu. „In diesem Jahr geht es Ende März wieder mit dem Habyer Frühjahrsmarkt los unter dem Motto ‚Frauen stellen aus‘. Der Austausch mit den Besuchern und anderen Ausstellerinnen ist immer toll. Das macht mir viel Spaß“, schwärmt sie. Gern gewährt sie Interessierten einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen.
Mit einem dünnen Marderhaarpinsel malt sie eine Eule auf den ungewöhnlichen Malgrund. Foto: Silke Bromm-Krieger
„Mein kreativer Prozess beginnt mit dem Grundieren der Stelle, auf der ich mein Motiv zeichnen möchte. Hierfür nutze ich die Acrylfarbe Titanweiß“, bemerkt Sabine Kempka-Beth. Um das anschaulich zu machen, baut sie flink ihren Arbeitsplatz auf. Lampe, Lupe, Acrylfarben, Farbpalette, ein Glas Wasser, einige dünne Marderhaarpinsel und eine Feder als Malgrund, mehr braucht sie nicht. Sie greift zum Marderhaarpinsel, grundiert sehr dünn eine Mini-Fläche auf der ausgewählten Feder und skizziert danach konzentriert und mit ruhiger Hand, frei ohne Vorlage, den Umriss einer Eule in Braun.
Wenn diese Feder fertig bemalt sein wird, wird sie sie so belassen, wie sie ist. Von einer abschließenden Fixierung sieht sie ab. Alles soll so natürlich wie möglich bleiben. Bei Motiven, die sie erstmals gestaltet, helfen ihr Ansichtsfotos, um jedes Detail naturgetreu auf die Feder zu bannen. „Bei einer winzigen Feder mit einem winzigen Motiv nutze ich zusätzlich eine Lupe, um alles besser sehen zu können“, bemerkt sie, während sie für die klitzekleinen Augen der Eule einige Tupfer in Orange und Schwarz aufbringt.
Waren es zunächst nur Federn, die sie bemalte, so entwickelte sie ihre Kunst über die Jahre autodidaktisch und experimentell immer weiter. Sie besuchte Volkshochschulkurse und beschäftigte sich mit der Technik der Aquarellmalerei. Neben einzelnen verzierten Federn, die sie beispielsweise auf Briefkarten klebt oder für ein Lesezeichen einlaminiert, gestaltet sie nun ebenfalls Bilder mit einem überraschenden dreidimensionalen Effekt, der bei längerer Betrachtung sogar noch intensiver wird. Dafür klebt sie die fein bemalten Federn auf eine Leinwand, erhöht optisch mit kleinen Pads das Motiv und bindet dann die Feder harmonisch in eine von ihr gemalte Landschaft in Aquarell ein.
Eingebunden in eine Landschaft in Aquarelltechnik ist hier ein Wolf auf gleich mehreren Federn zu sehen. Foto: Silke Bromm-Krieger
„Oft können die Betrachter auf den ersten oder zweiten Blick gar nicht erkennen, dass in das Bild eine Feder oder mehrere Federn eingearbeitet sind. Sie nehmen es erst später wahr und staunen.“ Deshalb habe sie für ihren Stand auf den Hobbymärkten mittlerweile ein Schild dabei, auf dem geschrieben steht „Malerei auf Federn“. Und dann plaudert sie ein bisschen aus dem Nähkästchen, erzählt, dass bei den Besuchern Katzen- und Vogelmotive hoch im Kurs ständen, dass nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder mit großen Augen fasziniert vor ihrem Stand stehen blieben und dass es bisher erst einmal einen Malwunsch gab, den sie unerfüllt ließ.
„Ein Mann, der zu Hause Spinnen hielt, wollte, dass ich seine Tarantel auf einer Feder verewige. Er kündigte an, mir dafür vorab Fotos seiner Spinne zu schicken. Ich lehnte ab, weil ich Spinnen überhaupt nicht mag. Ich male am liebsten Motive, die mir gefallen und die mir Spaß machen“, gesteht sie.
Über Instagram (malerei_auf_federn) nahm eine Dame aus Bayern Kontakt zu ihr auf. „Dreimal hintereinander gönnte sie sich selbst zu Weihnachten ein federnes Kunstwerk ihrer grauen Katze. Ich hatte freie Hand, wie ich ihren Liebling in Szene setzte. Es war für sie jedes Mal eine Freude und Überraschung, die Päckchen am Heiligabend auszupacken.“ Auch an den Auftrag eines Zoomitarbeiters, der sie bat, auf einer Uhufeder einen Uhu zu zeichnen, erinnert sie sich gut.
Ihre Kunst ist für Sabine Kempka-Beth längst nicht nur Hobby, sondern eine Hommage an die Natur. „Mir ist es wichtig, die kleinen Dinge in der Natur wertzuschätzen, an denen man sonst unachtsam vorübergeht, ohne sie richtig wahrzunehmen. Federn mit ihren oft magisch schimmernden Farben sind für mich wahre Wunderwerke“, stellt sie heraus. Auch sei die Feder ein Symbol für Leichtigkeit, Macht und Stärke. Für manche sei sie Glücksbringer und Talisman. Es werde angenommen, dass die Malerei auf Federn eine der alten Traditionen der indigenen Völker sei.
Doch sei diese Art der Malerei keineswegs ein Selbstläufer. Bis man sie vollends beherrsche, dauere es. „Es erfordert gute Augen, viel Geduld und Feingefühl, weil die zu bemalende Fläche sehr klein ist. Manchmal braucht es eine Weile, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin“, verrät die Künstlerin. Wenn sie sich am Morgen an den Tisch setze, um zu malen, tauche sie ganz in ihre Beschäftigung ein, vergesse alles um sich herum. Zufriedenheit stelle sich ein. „Manchmal schaue ich dann zufällig auf die Uhr und stelle erstaunt fest, dass es plötzlich schon Mittag geworden ist“, schmunzelt sie. Weitere Infos über sie und ihre Kunst gibt es unter malerei-auf-federn.de
Leicht wie eine Feder, heiter und beschwingt, präsentiert sich die Miniatur-Kunst von Sabine Kempka-Beth. Foto: Silke Bromm-KriegerDie Motive variieren Foto: Silke Bromm-KriegerLöwe im Pfauenauge Foto: Silke Bromm-KriegerEine Eule breitet ihre Schwingen aus. Sie ist eingebettet in eine Schneelandschaft in Aquarelltechnik. Foto: Silke Bromm-KriegerErst auf den zweiten Blick sieht man, dass hier mehrere Federn in das Katzenbild eingearbeitet sind. Foto: Silke Bromm-KriegerMit Vorliebe setzt die Künstlerin Tiere in Szene. Foto: Silke Bromm-KriegerSabine Kempka-Beth fertigt in ihrer Technik auch Briefkarten an. Katzen sind eines der Lieblingsmotive. Foto: Silke Bromm-Krieger
Die Nitratbelastung des Grundwassers in Deutschland sinkt. Das zeigt die vom Agrar-Informationszentrum Proplanta vorgenommene Auswertung der dazu für 2023 vorliegenden Erhebungen des Umweltbundesamtes. Demnach überschreiten immer weniger Messstellen den Schwellenwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter. Auch in den Veredlungshochburgen Cloppenburg und Vechta geht es mit der Belastung abwärts.
Im Jahr 2023 haben deutlich weniger Messstellen in Deutschland den in der EU-Grundwasserrichtlinie festgelegten Schwellenwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter überschritten als in den Jahren davor. Das geht aus der Auswertung der jüngsten Erhebungen des Umweltbundesamtes (UBA) hervor, die das Agrar-Informationszentrum Proplanta vorgenommen und auf einer interaktiven Nitrat-Karte visualisiert hat. Die Novellierung der Düngeverordnung, die zum 1. Mai 2020 in Kraft getreten ist, scheine sukzessive Früchte zu tragen, resümiert Proplanta.
Wie aus der Karte hervorgeht, waren die gemessenen Nitratwerte in den Landkreisen Erding und Vogtlandkreis mit jeweils 0,10 Milligramm Nitrat pro Liter besonders niedrig. Auch die Landkreise Altenkirchen, Plön, Dahme-Spreewald sowie Spree-Neiße kamen auf Werte unter 0,2 Milligramm. Nur marginal darüber lagen die Landkreise Nordwestmecklenburg und Aurich. Spitzenreiter im negativen Sinne waren diesmal laut Proplanta Wolfsburg mit gemessenen 159,36 Milligramm und der Rheinland-Pfalz-Kreis mit 127 Milligramm Nitrat pro Liter. Die Landkreise Cloppenburg und Vechta als bekannte Veredlungshochburgen kamen bei den Nitratmessungen auf 96,92 und 66,56 mg/l, der benachbarte Landkreis Oldenburg auf 82,55 Milligramm pro Liter. Während die Werte in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta zuletzt aber spürbar zurückgingen, legte die Belastung 2023 in Oldenburg zu.
Union, SPD und Grüne haben sich auf ein sogenanntes Biogaspaket geeinigt. Der Änderungsantrag zum ursprünglichen Gesetzentwurf vom vergangenen Dezember sieht unter anderem vor, die Ausschreibevolumina für 2025 und 2026 zu erhöhen. Ohne verlässliche Anschlusskonzepte drohe mehr als 400 Anlagen und damit auch zahlreichen Wärmenetzen allein in Schleswig-Holstein bis 2030 das Aus, erklärte der Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (LEE SH) am Freitag voriger Woche. Damit sei die Erneuerbare Wärmewende im Land gefährdet.
Der Energieausschuss hatte sich am Mittwoch mit den Stimmen von SPD, Grünen und Union mehrheitlich für das Paket ausgesprochen. Der Bundestag stimmt am 31. Januar (nach Redaktionsschluss) über das sogenannte Biomassepaket ab. Wie aus dem Gesetzentwurf zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hervorgeht, soll das Biomasseausschreibevolumen in diesem Jahr auf 1.300 MW erhöht werden. Auch für 2026 ist demnach ein erhöhtes Volumen von dann noch 1.126 MW vorgesehen. Sichergestellt werden soll damit eine Anschlussperspektive für jene Bestandsanlagen, die andernfalls aus der Förderung fallen würden. Der Flexibilitätszuschlag soll zudem auf 100 € erhöht werden.
Kristina Clemens (LEE SH), Martin Laß, Viktor Bester und Felix Papenfuß (v. li.) Foto: jh
Bereits am Freitag voriger Woche machte der LEE SH in Kiel auf die dringende Notwendigkeit von Anschlusskonzepten für Biogasanlagen nach Ende der 20-jährigen EEG-Vergütung aufmerksam und hob die Rolle der Bioenergie für die Versorgungssicherheit und als Baustein der kommunalen Wärmeversorgung hervor. Laut dem Branchenverband wurden zwischen 2004 und 2010 bundesweit mehr als 4.000 Anlagen (also rund 40 %) mit einer installierten Leistung von rund 2,6 GW in Betrieb genommen, denen nun, 20 Jahre später, das Aus drohe. Allein in Schleswig-Holstein seien davon bis 2030 mehr als 400 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 157 MW betroffen.
Grundbedürfnis Wärme braucht klare Regularien
Martin Laß, Vorstandsmitglied des LEE SH und Betreiber des Regenerativen Speicherkraftwerks der Bioenergie Gettorf, betonte: „Wir können in einem derart wichtigen Infrastrukturbereich wie der Primärenergieversorgung mit Wärme, einem Grundbedürfnis des Menschen, nicht mit Regularien arbeiten, die sich alle paar Jahre ändern.“ Ingenieure der kommunalen Wärmeplanung brauchten verlässliche Zusagen, wo die benötigte Wärme künftig herkommen könne. Anlagenbetreiber wollten auch weiterhin investieren und ihren Beitrag zur kommunalen Wärmewende leisten, erklärte Laß, der als Sachverständiger zum Biomassepaket im Energieausschuss des Bundestages gesprochen hat. Diesen Beitrag könne die Biogasbranche zudem schneller und günstiger liefern als Wasserstoff- oder Gaskraftwerke, die jedoch in der geplanten Kraftwerksstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums bevorteilt würden.
Vor Ort erzeugte Energie in kleinen, autarken Stoffströmen auch vor Ort und mit kurzen Transportwegen zu nutzen, sei nur sinnvoll. Bestehende Biogasanlagen zu flexibilisieren und sie zu Biogas-Speicherkraftwerken auszubauen, könne einen substanziellen Konjunkturschub auslösen und zudem die Abhängigkeit von fossilen Erdgasimporten verringern. Jedes Wärmenetz, das gebaut werde, halte zudem den Mittelstand in Beschäftigung. Der Biogasanlagenstrom werde nicht nur für bestehende oder geplante Wärmenetze, sondern auch für eine sichere Leistung im Netz gebraucht. Neben einem zukunftweisenden Biomassepaket fordert der LEE SH daher eine Kraftwerksstrategie, die technologisch für Biogas-Speicherkraftwerke offen ist.
Aus Betreibersicht schilderte Viktor Bester, Geschäftsführer der Biogas Fehrenbötel GmbH im Kreis Segeberg, die Folgen für den Anlagenstandort, wenn es zu keiner Weiterbetriebsperspektive durch ein substanzielles Biomassepaket komme. Abzüglich des Eigenbedarfs liefern die beiden Anlagen des Unternehmens mit einer Leistung von 1,8 MWel jährlich 15,8 Mio. kWh Strom und mehr als 17 Mio. kWh Wärme, unter anderem ins benachbarte Wärmenetz in Wahlstedt. Dies entspreche dem durchschnittlichen Strombedarf von rund 5.000 Haushalten und dem Wärmebedarf von etwa 1.000 Haushalten im Jahr, so Bester. Die Einsatzstoffe würden von mehr als 20 Landwirten im Umkreis erzeugt, denen Bester langfristige Lieferverträge anbiete und auch eine Diversifizierung der Erträge sowie mehr Unabhängigkeit vom Landhandel ermögliche. „Wir sind froh, eine zusätzliche Erlösmöglichkeit anbieten zu können“, so Bester.
Beitrag zur regionalen Versorgungssicherheit
„Es bereitet uns zudem große Freude, die politischen und gesellschaftlichen Zielsetzungen und Anforderungen bei der Energiewende mitzugestalten und zur Versorgungssicherheit beizutragen.“ Seit mehr als vier Jahren sei Bester mit seinem Team dabei, Konzepte für die Zukunft zu entwerfen. Unter den bisherigen Rahmenbedingungen jedoch könne die Anlage nicht wirtschaftlich weiterbetrieben werden. Ohne Fortbestehen der Anlage würde das benachbarte Wärmenetz mehr als 30 % an Grüner und regionaler Wärme verlieren. „Die Wärmeversorgung mit Bioenergie droht wegen der aktuellen Ausschreibungssystematik wegzubrechen“, kritisierte Bester.
Felix Papenfuß, Referent für Erneuerbare Gase und Sektorenkopplung beim LEE SH, gab zu bedenken, dass hinter den Anlagen zumeist familiengeführte Betriebe stehen. Fielen diese regional verwurzelten Anlagen weg, breche neben der lokalen Strom- und Wärmeversorgung auch ein großer Teil des lokalen Engagements und der regionalen Wertschöpfung weg.
Eine schnelle und klare Richtungsentscheidung brauche es daher aus mehreren Gründen. Bioenergie müsse auch nach der Wahl in einer neuen Bundesregierung klar verankert sein.
Das Kieler Landwirtschaftsministerium (MLLEV) verbessert die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe. „Wir heben zum einen die Fördersätze für den Ökolandbau an und bauen gezielt bürokratische Hürden ab. Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt, um den ökologischen Landbau für noch mehr Betriebe im Land attraktiv zu machen“, erklärte Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU).
Mit der geplanten Anhebung des Fördersatzes soll die ökologische Bewirtschaftung von Ackerflächen in Schleswig-Holstein gesichert werden. Zukünftig sollen landwirtschaftliche Betriebe 358 €/ha statt 280 €/ha Ackerfläche erhalten. „Die Anhebung der Fördergelder für den ökologischen Landbau ist gerade in Zeiten gesunkener Nachfrage nach Bioprodukten von entscheidender Bedeutung. Wir wollen den Betrieben Planungssicherheit geben und sicherstellen, dass der ökologische Landbau trotz aktueller Herausforderungen weiterwachsen kann“, so Schwarz. Die Anhebung des Fördersatzes wird vorbehaltlich der Genehmigung durch die Europäische Kommission ab 2026 wirksam.
Ein weiterer Schwerpunkt bei der Überarbeitung der Richtlinie zur Förderung des ökologischen Landbaus liegt auf dem Bürokratieabbau. Eine wesentliche Änderung betrifft Betriebe, die eine Ökoförderung für Dauergrünland beantragen. Bisher war der Nachweis von 0,3 Raufutterfressenden Großvieheinheiten pro Hektar Dauergrünland erforderlich. Diese Voraussetzung entfällt ab 2025 für Betriebe, die neu in die Förderung einsteigen. Somit können auch Betriebe, die Schweine oder Geflügel halten, Ökoförderung für ihre Grünlandflächen erhalten. „Dies reduziert den Verwaltungsaufwand für unsere Landwirtinnen und Landwirtinnen erheblich“, betonte der Minister.
Weitere Erleichterungen werden laut MLLEV durch die Abschaffung des gesonderten Antragsverfahrens bei der Erweiterung von Ökoflächen um mehr als 50 % geschaffen. Zukünftig kann die bestehende Bewilligung der Ökoförderung direkt im Flächenumfang angepasst werden, ohne dass ein neuer Antrag erforderlich ist. Auch die Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und den Öko-Kontrollstellen wird erleichtert. Künftig können die jährlichen Kontrollbescheinigungen direkt von den Kontrollstellen an das zuständige Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung übermittelt werden, was den Verwaltungsaufwand für die Landwirtschaft weiter reduziert.
„Klimafit und zukunftssicher – Landwirtschaft als Teil der Lösung“ hieß die Tagung des Kompetenzzentrums für klimaeffiziente Landwirtschaft, die vergangene Woche mit Unterstützung des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR) in Neumünster stattfand. Mehr als 100 Personen –darunter viele Landwirtinnen und Landwirte – tauschten sich zu den Möglichkeiten aus, den Folgen des Klimawandels zu begegnen.
Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) erklärte: „Es gilt immer wieder zu betonen, dass Schleswig-Holstein ein Gunststandort für die Landwirtschaft ist.“ Die Zunahme der Wetterextreme wirke sich jedoch auf die Ernten aus. Es gelte daher, nachhaltige Produktionsmethoden zu etablieren. Mit dem Klimakompetenzzentrum unterstütze sein Ministerium die Landwirtschaft, die Herausforderungen zu meistern, ohne die Wirtschaftlichkeit zu gefährden. Ein entscheidender Baustein sei Wissenstransfer, also der Austausch zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis.
Hilfe bei Hitze
Dr. Juliane El Zohbi
Dr. Juliane El Zohbi vom Climate Service Center Germany stellte klar: „Es wird wärmer.“ Die stärkere Erderwärmung sei wissenschaftlich unstrittig. Dauerwelken und Hitzestress träten häufiger auf. Keine Veränderung gebe es bei der Jahresniederschlagsmenge, wobei sich die Niederschlagsverteilung in Richtung der Wintermonate verschiebe. Auch Starkregenereignisse nähmen zu.
Die Frage nach den besten Anpassungsoptionen sei komplex und teilweise betriebsindividuell zu beantworten. El Zohbi berichtete von einem kürzlich gestarteten Projekt, das für sechs unterschiedliche Betriebe geeignete Maßnahmen erarbeite. Ein Pferdebetrieb wolle beispielsweise die Ställe umgestalten, um auf steigende Temperaturen zu reagieren.
Milchleistung sinkt
Prof. Uta Dickhöfer
Die Auswirkungen der Klimaveränderung auf die Tierhaltung skizziere Prof. Uta Dickhöfer von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie unterschied zwischen direkten Wirkungen wie Hitzestress und Verbreitung von Krankheiten durch Wirte – wie bei der Blauzungenkrankheit. Indirekt betroffen sei die Tierhaltung beispielsweise von Veränderungen im Ackerbau. „Andere Ackerfrüchte bedeuten auch andere Nebenprodukte, die als Futter für die Tierhaltung dienen“, so die Leiterin des Versuchsguts Lindhof.
Dickhöfer machte deutlich, dass die Nahrungsaufnahme von Milchkühen bei hohen Temperaturen abnehme. Dabei brauchten Tiere mehr Energie, um Wärme abzugeben, beispielsweise durch Schwitzen. Als Folge sinke die Milchleistung. Zudem zeigten sich negative Auswirkungen auf die Gesundheit, zum Beispiel ein höheres Risiko für Pansenazidose. Mögliche Anpassungsstrategien seien die Berieselung mit Wasser, Schatten oder Ventilation sowie die Züchtung hitzetoleranter Rassen. Zudem könne es sinnvoll sein, häufiger oder zu kühleren Tageszeiten zu füttern.
Konservierend arbeiten
Don Heinrichs
Don Heinrichs vom Beratungsunternehmen Hanse Agro erklärte: „Wir müssen die verschiedenen Funktionen des Bodens wieder mehr in den Blick nehmen.“ Er plädierte für die stärkere Integration von Zwischenfrüchten. Vegetation verringere die Temperatur auf dem Acker. Bodenbedeckung schütze zudem vor Verschlämmung bei Starkregenereignissen und vor Erosion. Heinrichs stellte die Vorteile reduzierter Bodenbearbeitung heraus, etwa höhere Infiltrationsraten, weniger Erosion, höhere Aggregatstabilität, mehr Humus und mehr Regenwürmer. Ganz ohne Produktivitätsverlust komme die konservierende Landwirtschaft jedoch nicht aus.
Klima-Projekte
Dr. Christine von Buttlar stellte das Projekt „KARO“ vor. Dabei geht es um modellbasierte Risikoabschätzungen von Ackerbaustrategien und regionale Einbindung. Die Ackerkulturen Raps und Winterweizen seien die Verlierer des Klimawandels, so von Buttlar. Mehr Informationen
Ante Koch berichtete zum Projekt „KLA-SH“. Darin werde Kartenmaterial des Deutschen Wetterdienstes analysiert, um Anpassungsmaßnahmen zu entwicklen, die für Schleswig-Holstein besonders relevant sein könnten. Aus seiner Sicht muss ein Schwerpunkt in der Ausbildung junger Landwirtinnen und Landwirte liegen. Mehr Informationen
Nicole Maack und Felix Riecken schilderten, dass im Rahmen eines Modellvorhabens zu Agrarforstsystemen auf dem Eichhof in Großbarkau, Kreis Plön, im Herbst eine 5 ha große Demonstrationsfläche gepflanzt werde. Ziel des Projektes sei, einen Praxisleitfaden zu Agroforstsystemen zu entwickeln. Riecken nannte einige Vorteile von zusätzlichen Gehölzen auf der Fläche, etwa höhere Photosyntheseleistung und Schutz vor Winderosion. Mehr Informationen
Dr. Christine von Buttlar, Fotos: rqAnte KochNicole MaackFelix Riecken
An junge Landwirtinnen und Landwirte hat Joachim Rukwied appelliert, sich aktiv in politische Diskussionen einzubringen. Dies gelte nicht nur für die Agrarpolitik, sondern gehe darüber hinaus. „Es geht um eure Zukunft“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auf dem Junglandwirtekongress, der unter Federführung des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) im Rahmen der Grünen Woche stattfand.
Rukwied mahnte eindringlich, die europäische Idee wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken: „Wenn wir in Deutschland eine Zukunft haben und global mitgestalten wollen, brauchen wir ein starkes, demokratisch aufgestelltes Europa.“
Der Präsident des European Council of Young Farmers (CEJA), Peter Meedendorp, unterstrich, dass die großen Herausforderungen für die europäische Landwirtschaft nur gemeinsam bewältigt werden könnten. „Fortschritt funktioniert nur auf europäischer Ebene“, sagte er. Der BDL-Bundesvorsitzende Lars Ruschmeyer wünscht sich, „dass wir mit mehr Mut vorangehen und offen für neue Lösungen sind“. Allein sei man vielleicht schneller, „aber gemeinsam kommen wir weiter“.
Die Bedeutung des europäischen Binnenmarkts für die hiesige Wirtschaft stellte Dr. Thomas Obst, Institut der deutschen Wirtschaft (IdW), heraus. Deutschland profitiere von der Handelsverflechtung mit anderen EU-Staaten und dem internationalen Handel insgesamt. Das gelte auch für die Agrarwirtschaft. Der Binnenmarkt sorge hier für Stabilität. Landwirte müssten die richtigen Partner finden, um die Handelsmöglichkeiten ausschöpfen zu können, so Obst. BayWa-Experte Robert Fenis verwies auf die wichtige Rolle des freien Personenverkehrs innerhalb des Binnenmarkts. Der sei eine wesentliche Voraussetzung, um den Bedarf an Arbeitskräften in der Landwirtschaft zu decken.
Nachdem im zurückliegenden Herbst bereits im September ein bedeutender Teil der Wintergetreideflächen bestellt wurde, bot auch der Oktober – zwar regional mit starken Niederschlägen – einige Aussaatfenster unter guten Bedingungen an.
Entsprechend sind die meisten Bestände von Wintergetreide und Winterraps gut bis teilweise stark entwickelt in den Winter gegangen. Auch spätere Termine nach Mais haben sich häufig noch ausreichend entwickeln können. So wurden laut Statistikamt Nord nach aktueller Schätzung nochmals gegenüber dem Vorjahr die Anbauflächen von Wintergerste auf 82.000 ha (+12 %) und Winterraps auf 76.500 ha (+8 %) ausgeweitet. Aber auch Winterroggen (38.300 ha, +33 %) und Wintertriticale (8.000 ha, +46 %) wurden nach dem schwachen Vorjahr wieder im Anbauumfang ausgedehnt. Lediglich der Winterweizen fand in der Anbaufläche nach dem starken Einbruch im Jahr 2024 nicht ganz zu alter Bedeutung zurück und liegt mit +28 % mehr Fläche bei nun 144.300 ha. Damit wird auch klar, dass der Anbauumfang der Sommergetreide begrenzt sein wird auf das Maß der geplanten Flächen, es sei denn, Auswinterung würde noch eine deutliche Rolle spielen.
Da die Bodenstruktur zur Bestellung an frühen Terminen überwiegend gut war, sind auch die bislang im Jahreswechsel gefallenen hohen Niederschlagssummen nicht zum Problem geworden, sodass Staunässe im größeren Umfang bislang ausgeblieben ist. Wo wegen Niederschlägen erst spät gesät werden konnte oder aufgrund des Ackerfuchsschwanzdruckes, ist ein Teil der Bestände noch schwach entwickelt mit einem bis zwei Trieben je Pflanze. Vereinzelt konnten Weizen-, Triticale- oder Roggenbestände auch durch die Nutzung von überlagertem Saatgut nicht gut etabliert werden und mussten bereits nachgesät werden. Glücklicherweise spielte Auswinterung bislang keine Rolle. Aufgefallen sind im späten Herbst bereits einzelne, überwiegend früher gedrillte Weizenflächen, wo wie üblich erste Blattseptoria und bereits ein erster Befall mit Braunrost, Gelbrost und Mehltau beobachtet werden konnte. Abhängig vom weiteren Witterungsverlauf sollten daher diese Flächen intensiver im Blick behalten und dabei die Sortenanfälligkeit berücksichtigt werden. Aktuell laufen bis auf Ausnahmen noch keine Maßnahmen auf dem Acker, da auch mit dem Ablauf der Sperrfrist für die Düngung am 1. Februar aufgrund der letzten Niederschläge die Böden noch zu feucht sind. Für die Vorbereitung der Aussaatflächen von Sommerungen sind die Bedingungen ebenso noch nicht passend.
Auf der Grünen Woche in Berlin standen in diesem Jahr die Pferde im Mittelpunkt. Neben der Bundeskaltblutschau hatten auch die Fjordpferde ihren großen Auftritt in der Tierhalle. Im Rahmen der FN-Bundeshengstschau wurden unter ihnen die Bundessieger in zwei Altersklassen ermittelt.
Sowohl bei den Kaltblütern als auch bei den Fjordpferden waren die Reihen der Teilnehmer etwas ausgedünnt. Grund dafür war die Maul- und Klauenseuche, die in einer Brandenburger Wasserbüffelherde nachgewiesen worden war. Zwar sind davon nur Paarhufer betroffen, es mussten aber auch Pferde zu Hause bleiben, die aus Beständen stammen, in denen zusätzlich Klauentiere gehalten werden.
Nele-Sophie Knudsen hatte sich trotzdem auf den weiten Weg von Emmelsbüll-Horsbüll, Kreis Nordfriesland, in die Hauptstadt gemacht, um ihr 20-jähriges Schleswiger Kaltblut Zigeunerbaron auszustellen. Der Hengst ist erst seit zwei Jahren bei ihr. Knudsen hatte ihn zunächst für eine Saison von den Züchtern Michael und Helmut Thiel aus Krumstedt, Kreis Dithmarschen, gepachtet. Doch dann wollte sie ihn nicht mehr hergeben. „Er ist einfach toll. Es gibt nichts, was ich nicht an ihm mag“, schwärmt sie. Die Züchter verkauften ihr den Hengst und nun läuft er manchmal sogar in ihrem Schulbetrieb mit.
Gemeinsam mit ihrer Freundin Kerrin Buysarr und der Züchterfreundin und Nachbarin Bente Lück sei sie nur aus Spaß nach Berlin gefahren. „Bente hatte schon einmal einen Bundessieger und schwärmte immer von der Veranstaltung. Das wollten wir zusammen erleben“, erklärt Knudsen. Mit einer Bundesprämie oder gar einer so guten Platzierung hatte sie nicht gerechnet, aber Zigeunerbaron bekam die Auszeichnung und wurde sogar Reservesieger. „Kann mich mal jemand kneifen?“, postete Knudsen danach in den Sozialen Medien.
Überraschung auf der Rückfahrt
Sie hat noch einen Bundessieger im Stall, den Hengst Ferrero, außerdem knapp 20 weitere Schleswiger. Sie alle werden neben der Zucht als Schulpferde, beim therapeutischen Reiten oder vor der Kutsche eingesetzt. Auf der Rückfahrt von Berlin wartete die nächste Überraschung auf Knudsen. Bei einem Kontrollblick auf die Kamera im Stall entdeckte sie ein gesundes Hengstfohlen im Stroh. „Das war besonders schön“, sagt die stolze Züchterin, die sich auf weitere Fohlen von ihrem Bundesreservesieger freut.
Bei den Fjordpferden war die Beteiligung aus Schleswig-Holstein etwas größer. Sechs Hengste wurden vorgestellt. Auch hier stellten Züchter aus dem Land zwischen den Meeren den Bundesreservesieger bei den Althengsten. Solfin Skova ist in der Fjordszene kein Unbekannter. Der in Dänemark gezogene Hengst wurde als Zweijähriger von Inka Störmann-Thies gekauft und auf das Gestüt Klosterhof in Flethsee, Kreis Steinburg, geholt.
Dreijährig wurde Solfin Skova beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg gekört. Zwei Jahre später, 2016, gewann er die Bronzemedaille beim bundesweiten Championat der Freizeitpferde und wurde somit Leistungshengst. Wieder ein Jahr später wurde er Bundessieger der Fjordhengste in Berlin. „Damals waren die Hengste in leistungsgeprüfte und nicht leistungsgeprüfte aufgeteilt und nicht wie heute nur nach dem Alter“, erinnert sich Störmann-Thies. Doch damit nicht genug. Vor drei Jahren wurde der Weißfalbe erneut Reservesieger der Bundeshengstschau, diesmal in Bad Segeberg. Im gleichen Jahr bekam er aufgrund seiner erfolgreichen Nachzucht den Titel Elitehengst und nahm mit Sina-Christin Joesten hocherfolgreich an der Europameisterschaft der Fjordpferde in der Dressur teil. Dies wiederholte das Paar im vergangenen Jahr.
Team Schleswig-Holstein
„Nun sind Pferd und Reiterin die ganze Woche in Berlin und machen bei der Grünen Woche im Showprogramm mit“, berichtet Störmann-Thies. Daher habe es sich angeboten, ihn auch noch einmal auszustellen. Joesten war es auch, die mit Störmann-Thies‘ Schwester, Marita Ranneck, und Denise Träger den Hengst in Berlin vorstellte.
Marita Ranneck freute sich über den Erfolg von Klosterhofs Brijan Baron. Foto: Lily Brandt
Die Besitzerin selbst wollte in diesem Jahr bei ihrem erkrankten Mann bleiben. Doch auch aus der Ferne nahm sie Anteil: „Es ist schon sehr besonders, dass Solfin Skova auch nach acht Jahren immer noch auf dem Endring vorn mitlaufen kann. Das unterstreicht die starke Qualität dieses Hengstes“, macht sie deutlich. In Berlin waren auch der von ihr gezogene Klosterhofs Brijan Baron und der bei ihr stationierte Ioran dabei. Die beiden Hengste gehören Nicola Pokrantz-Berger. Brijan Baron gewann in seiner Altersklasse den 1a-Preis. Ioran, der Siegerhengst der Körung 2024, bekam den 1b-Preis bei den Vierjährigen.
Zum Team Schleswig-Holstein gehörten auch Kevin und Billy Chlan aus Husby, Kreis Schleswig-Flensburg, sowie Inga-Lotta Harder aus Nahe, Kreis Segeberg. „Es ist immer schön in Berlin“, weiß Störmann-Thies. Stallgassenpartys und Züchterabende stärken den Zusammenhalt. Und wenn einer im Publikum „Schleswig“ ruft, brüllt mit Sicherheit eine Gruppe: „Holstein!“