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Lebensraum für Amphibien und Vögel

Im Kreis Segeberg entsteht eine Moor- und Auenlandschaft
Von Karsten Paulsen
Baggerfahrer Ernst Boljen hebt Erde für ein Amphibiengewässer aus. Er wird dabei vom Amphibienexperten Florian Bibelriether unterstützt, indem dieser die Anlage des Teiches begleitet und dabei auch die Bodenqualität prüft. Foto: Karsten Paulsen

Eine Wiesen- und Weidefläche nahe der Brandsau bei Groß Rönnau, Kreis Segeberg, verändert derzeit ihr Gesicht. Auf eine 8-ha-Fläche entsteht eine naturnahe feuchte Niedermoor- und Auenlandschaft. Die Renaturierung liegt in den Händen der Ausgleichsagentur der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die das Gebiet vor zirka 13 Jahren erworben hat.

Das Stiftungsland solle in eine bunte Vielfalts-WG zurückverwandelt werden, erläutert Projektmanager Philipp Meinecke von der Ausgleichsagentur. Er beschreibt: „Aus Einheitsgrün wird quirlig bunt. Ein neues Zuhause entsteht für Frösche, Kröten, Vögel, Insekten sowie heimische Pflanzen.“
Baggerfahrer Ernst Boljen aus Dithmarschen sorgt für den Aushub der Erde für die Anlage von drei Amphibiengewässern. Bedrohte Amphibien wie der grasgrüne Laubfrosch erhalten hier laut Meinecke ein ideales Feuchtbiotop. Die Maßnahme begleitet Florian Bibelriether von der Firma Amphi Consult. Der Amphibienexperte unterstützt den Baggerfahrer beim fachgerechten Anlegen der flachen Gewässer. Dabei prüft er auch die jeweilige Bodenqualität.
„Alte Entwässerungsrohre für die damalige Drainage der Wiesen werden gekappt“, erklärt Naturschützer Meinecke. So schüfe man eine wichtige Kohlenstoffsenke und ein natürlicher Wasserhaushalt werde wieder hergestellt. Das diene nicht nur der Artenvielfalt, sondern als auch dem Klimaschutz. „Außerdem werden die Flächen wieder für Feldlerche und Kiebitz – beides selten gewordene Vögel hier bei uns – attraktiv“, erklärt Meinecke. Das artenreiche Grünland werde unter Auflagen wieder an regionale Landwirte verpachtet. Im Sommer sollen Robustrinder, vor allem Galloways, die eingezäunte Fläche beweiden und auch die Gewässer somit offenhalten.

Bei Groß Rönnau im Kreis Segeberg verwandelt die Ausgleichsagentur der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein eine 8 ha große Wiesenfläche in eine naturnahe Niederungsmoor- und Auenlandschaft. Projektmanager Philipp Meinecke begleitet das Projekt. Im Hintergrund ein bereits fertiggestelltes flaches Kleingewässer für Laubfrösche und andere Amphibien. Foto: Karsten Paulsen

Info

Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz. Laut Projektmanager Philipp Meinecke sieht sie sich als Dienstleisterin an der Schnittstelle zwischen Vorhabenträger und Behörden, die Naturschutzauflagen festlegen, wenn Eingriffe in den Naturhaushalt vorgenommen werden. Mit Hilfe der Ökokonten der Stiftung Naturschutz könnten die Vorhabenträger ihrer Verpflichtung nachkommen und ein neues Stück intakte Natur schaffen, wie jetzt bei dem Projekt an der Brandsau bei Groß Rönnau.

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