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Impulse für die Landjugendarbeit

Koordinierungstreffen der Bundesjugendreferenten in Fulda
Von Thore Groth
Für den LJV nahm Bundesjugendreferent Thore Groth (2. v. r.) an dem Koordinierungstreffen in Fulda teil. Foto: privat

Drei Tage lang, vom 11. bis 13. Februar, trafen sich die Bundesjugendreferenten der Landjugendverbände zum jährlichen Koordinierungstreffen im Tagungskloster am Frauenberg in Fulda. Für den Landjugendverband Schleswig-Holstein (LJV) nahm Bundesjugendreferent Thore Groth teil. Ziele des Treffens sind der fachliche Austausch, die gemeinsame Fortbildung und die Weiterentwicklung der Landjugendarbeit auf Bundes- und Landesebene.

Die Anreise nach Fulda verlief in diesem Jahr überraschend reibungslos, was in der Vergangenheit nicht immer selbstverständlich war. Nach gut sechseinhalb Stunden erreichte Thore die neuntgrößte Stadt Hessens, die mit ihren barocken Bauwerken und der Lage in der Rhön beeindruckt. Der anschließende Aufstieg zum über der Stadt thronenden Frauenberg war wie gewohnt schweißtreibend, bot aber zugleich eine eindrucksvolle Kulisse für die Tagung.

Wie demokratische Beteiligung im ländlichen Raum gestärkt werden kann, war eines der Tagungsthemen. Foto: Thore Groth

Pünktlich zum Mittagessen im inklusiv geführten Klostercafé trafen nach und nach die Bundesjugendreferenten sowie Sandra Schlee, Referentin für Jugendpolitik und Bildung beim Bund der Deutschen Landjugend (BDL), ein. In lockerer Runde wurden dann erste Themen gesammelt, die in die Tagesordnung aufgenommen wurden. Diskutiert wurde unter anderem das neue Schutzkonzept des BDL, das derzeit finalisiert wird und bereits umfangreiches Feedback aus den Landesverbänden erhalten hat. Weitere Punkte waren das jugendpolitische Engagement am Beispiel des Arbeitskreises Jugendpolitik, der sich seit Jahren als Erfolgsformat etabliert hat, sowie der Umgang mit Diskriminierung, Rassismus und Rechtsextremismus in den Verbänden. Einigkeit bestand darin, dass die Landjugend offen für alle bleibt und sich klar gegen demokratie- und menschenfeindliche Strömungen positioniert.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf internationalen Austauschformaten, Fördermöglichkeiten und dem Umgang mit internationalen Austauschlandjugendlichen beim Deutschen Landjugendtag sowie deren Begleitung. Der erste Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen in einem indischen Restaurant in Fulda aus.

Der zweite Tag begann bei für das norddeutsche Gemüt fast frühlingshaft anmutenden Temperaturen mit einem Gruppenfoto, bevor Gabriele Rohmann vom Archiv der Jugendkulturen einen Workshop zu Jugendkulturen und Subkulturen leitete. Dabei ging es um Mediennutzung, das Auftreten politischer Gruppen in Sozialen Netzwerken und die Auseinandersetzung junger Menschen mit diesen Inhalten. Neben den vielfältigen Bildungsangeboten des Archivs, wie Graffiti-Workshops und Ausstellungen, standen auch interaktive Elemente auf dem Programm: Die Teilnehmenden analysierten Texte und Liedinhalte und ordneten diese politischen Strömungen zu. Der Tag endete mit einem Besuch der Fuldaer Innenstadt, einem Abendessen sowie einer optionalen Bierprobe in einem gemütlichen Wirtshaus.

Am Freitag stand der Austausch mit Prof. Marion Näser-Lather von der Universität Innsbruck im Mittelpunkt, die online zum Forschungsprojekt „YouReAct – Young People in Remote Regions“ berichtete. Das Projekt untersucht, wie sich soziales Engagement junger Menschen in politisches Engagement überführen lässt und wie demokratische Beteiligung im ländlichen Raum gestärkt werden kann. Feldstudien fanden auch in Schleswig-Holstein statt, unter anderem in Sörup, Dagebüll und Wyk auf Föhr. Erste Ergebnisse zeigen eine ausgeprägte regionale Identität und ein starkes Gemeinschaftsgefühl, gleichzeitig aber Herausforderungen bei Perspektiven und Beteiligungsmöglichkeiten. Auffällig ist die Lücke in der Altersgruppe junger Erwachsener, die für Ausbildung oder Studium wegziehen, aber oft später zurückkehren. Gerade auf Föhr wurde zudem die Sorge um die Auswirkungen des Klimawandels deutlich, die für Inselbewohner eine zentrale Zukunftsfrage darstellt. Weitere Beobachtungen betrafen den Wandel der Dorfgemeinschaften, fehlende Räume für Jugendliche und die Bedeutung von Vereinen und Begegnungsorten. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Beteiligungsarbeit im Landjugendverband Schleswig-Holstein.

Neben der Weiterentwicklung der Landjugendarbeit gab es auch Gelegenheit, die Fuldaer Innenstadt zu besuchen. Foto: Thore Groth

Im abschließenden Block tauschten sich die Bundesjugendreferenten über ihre Arbeitsschwerpunkte aus, etwa Jugendbeteiligung, Medienkompetenz und Nachwuchsgewinnung für die Vorstandsarbeit. Diskutiert wurde, wie die Landjugend junge Menschen besser für ehrenamtliches Engagement begeistern kann, beispielsweise durch öffentliche Veranstaltungen und zielgruppengerechte Social-Media-Arbeit.

Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen mit Blick über Fulda ging es für Thore schließlich zurück nach Schleswig-Holstein. Die kleine Gruppe nutzte die restliche Zeit für einen abschließenden Stadtspaziergang in Richtung Bahnhof. Drei intensive, lehrreiche und für die Landjugendarbeit wichtige Tage gingen zu Ende. Das Treffen zeigte erneut, wie wertvoll der Austausch auf Bundesebene ist und welche Impulse sich für die Arbeit vor Ort gewinnen lassen, von der Jugendbeteiligung bis zur Nachwuchsgewinnung im Ehrenamt.

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