StartNachrichtenRegionalesGegen das Elend unkontrollierter Vermehrung

Gegen das Elend unkontrollierter Vermehrung

Kastrationsaktion an frei lebenden Katzen startet Mitte Februar
Von MLLEV
Die unkontrollierte Vermehrung frei lebender Katzen soll eingedämmt werden. Foto: Imago

Das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) unterstützt auch im Frühjahr dieses Jahres die Kastration von frei lebenden Katzen. Ab Montag, 19. Februar, können in Teilen Schleswig-Holsteins frei lebende Katzen über einen von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein verwalteten Fonds kastriert werden. Das Angebot richtet sich vorrangig an die örtlichen Tierschutzvereine. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Tierschutzverbänden, der Tierärzteschaft, der Kommunalen Familie, des Landesjagdverbands und des Landes Schleswig-Holstein.

Das schnelle Ausschöpfen der vorhandenen Mittel im vergangenen Herbst hat deutlich gezeigt, wie herausfordernd die Situation ist. Pro Tierarztpraxis kann deshalb im Rahmen der Aktion nur noch die Kastration von maximal zehn Tieren im Aktionszeitraum abgerechnet werden. Dadurch soll mehr Tierärztinnen und -ärzten die Möglichkeit gegeben werden, sich an der Aktion zu beteiligen, und eine gute Flächendeckung sichergestellt werden.

Voraussetzung für die Teilnahme an der Aktion und der Übernahme der Behandlungskosten ist, dass die Katzen im Aktionszeitraum in einer der teilnehmenden Gemeinden gefangen wurden. Von dem Fänger ist ein dafür vorbereiteter Vordruck zu unterschreiben. Der Fokus sollte auf die Hotspots, an denen sich die Tiere aufhalten, gelegt werden. Diese Hotspots können bei den zuständigen Gemeinden oder den örtlichen Tierschutzvereinen erfragt werden.

Die Kosten für die Kastrationen werden in voller Höhe übernommen: 30 € Honorarverzicht der durchführenden Tierarztpraxen sowie Restkostenübernahme von 125 € für Katzen beziehungsweise 156 € für Kater durch den Fonds. Alle Katzen müssen nach der Kastration wieder an die Stelle gebracht werden, wo sie gefangen wurden. Die Aktion ist bis zum 1. März geplant. Falls die Mittel im Fonds erschöpft sind, wird die Aktion vorzeitig beendet.

Ellen Kloth, Vorsitzende des Landesverbands Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes, appelliert auch an die privaten Katzenhalter, ihre Katzen mit Freigang kastrieren zu lassen. Nur so werde eine unkontrollierte Vermehrung zwischen Freigängerkatzen und frei lebenden Katzen verhindert und der Teufelskreis der stetigen Vermehrung unterbrochen.

Das Land Schleswig-Holstein stellt für das Jahr 2024 einen Betrag von 110.000 € bereit. Der Deutsche Tierschutzbund und der Landesverband Schleswig-Holstein beteiligen sich mit 10.000 €. Die teilnehmenden Gemeinden übernehmen weiterhin 50 % der jeweils in der Gemeinde entstandenen Kastrationskosten. Auch Privatpersonen haben die Möglichkeit, sich finanziell an der Aktion zu beteiligen.

Alle Dokumente (Liste der teilnehmenden Gemeinden, Vordruck und Datenschutzerklärung) befinden sich auf der Webseite: www.gegenkatzenelend.schleswig-holstein.de

WEITERE ARTIKEL
- Anzeige -
- Anzeige -

Meistgeklickt