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Aufs Korn genommen: Kein Paradies

Von Tonio Keller
Selbst in den Tessiner Bergen ist die Zivilisation nicht ausgesperrt.  Foto: Imago

Aus dem Paradies geworfen wurde eine Kollegin bei der Hamburger Morgenpost. In ihrer Glosse beklagte sie, dass bei einem Ausflug aufs Land ihre „ländliche Idylle wie aus dem Bilderbuch“ gestört wurde: „Obstbäume blühen, eine Bank zum Ausruhen, zwei Bussarde kreisen in der Luft, Rehe äsen am Waldesrand, ein Rebhuhn läuft über den Weg.“ Dann ist der Zustand jäh zu Ende: „Der Bauer naht. Mit Treckergeknatter. Und den großen Güllewagen hat er auch dabei.“

Liebe Kollegin, wir leben nicht im Paradies, sondern in einer von Menschen geprägten Zivilisation, auch außerhalb der Großstadt. Wenn Sie paradiesisch anmutende Idylle suchen, müssen Sie weit fahren. Selbst in einem Tessiner Bergtal knattert manchmal der Helikopter über die Wipfel – weil die Neubewohner, die die verfallenen Hangterrassen rekultivieren, ihr Baumaterial nicht wie die bettelarmen früheren Talbewohner mit der Kiepe zu Fuß hochtragen wollen.

Wer auch das nicht will, muss noch weiter fahren. In finnischen Wäldern oder Salzwüsten wohnen gar keine Menschen. Und das aus gutem Grund: Dort gibt es nämlich nicht nur keine Ruhebänke, sondern gar keine Segnungen der Zivilisation.

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