„Die LandFrauen haben mich stark gemacht – durch Seminare, Qualifikationen und ganz besonders durch das Vertrauen, das sie mir entgegengebracht haben“, erklärt Claudia Jürgensen.
Seit 2015 engagiert sich die Jübekerin ehrenamtlich im Präsidium des LandFrauenVerbandes. Dort macht sie sich für die Vereinsarbeit, vor allem aber für die Gemeinschaft stark. Nun hat sie sich schweren Herzens dazu entschlossen, ihr Amt in der Vertreterinnenversammlung am 24. März niederzulegen.
Seit nahezu zwölf Jahren ist der Kalender von Claudia Jürgensen prall gefüllt mit LandFrauenterminen. „Das ist auch gut so, denn so konnte ich vieles von dem, was die LandFrauen mir gegeben haben, auch zurückgeben“, ergänzt sie. Nach den ersten beiden Jahren im Präsidium folgten sechs Jahre Vizepräsidentinnenschaft. 2023 trat sie zur Wahl der Präsidentin an, nachdem ihre Vorgängerin Ulrike Röhr in ihrer laufenden Amtsperiode ausschied. Dieses Engagement war für Claudia Jürgensen stets selbstverständlich, aber es kostete auch Kraft.
„Während meiner Zeit als Präsidentin hat sich in meinem privaten Umfeld sehr viel verändert“, erzählt sie. „Gemeinsam mit meinem Mann bin ich betriebstechnisch noch einmal durchgestartet, habe meinen Status von der mitarbeitenden Familienangehörigen zur Unternehmerin gewechselt. In diese Zeit fiel leider auch der Abschied von vier mir sehr nahestehenden Menschen. Drei von ihnen habe ich zusammen mit meinem Mann gepflegt. Kurzum: Ich habe bei Pflege und Abschied sehr viel Kraft gelassen und gleichzeitig mit meinem Mann ein Herzensprojekt für unsere zweite Lebenshälfte aufgebaut.“ Und wer Claudia Jürgensen kennt, der weiß, dass für sie die Qualität zählt und nicht die Quantität. Gleich zwei Projekte mit Herzblut zu füllen, ist aus diesem Grund nicht mehr zu schaffen. Deshalb fällte sie ihre Entscheidung, vom Amt der Präsidentin in der laufenden Amtsperiode zurückzutreten.
Bei dieser schwierigen Entscheidung hat ihr eines sehr geholfen: die Zuversicht, dass ihr Frauen nachfolgen werden, die mit genau dem gleichen Herzblut und mit neuen, eigenen Ideen die Verbandsarbeit nach vorn bringen.
„Zukunft ist eine innere Entscheidung“ – das hat der Zukunftsforscher Matthias Horx einmal gesagt, und auch die Präsidentin hat ihre Entscheidung mit Blick in die Zukunft getroffen. „Zum einen geht es mir um die Zukunft des Verbandes, zum anderen um meine persönliche Zukunft“, sagt sie. „Mit meinem vorzeitigen Rücktritt schaffe ich für die Frauen in den nachzubesetzenden Posten die Möglichkeit, in die Vorstandsarbeit hineinzuwachsen – so, wie es vor vielen Jahren auch bei mir gewesen ist.“
Unterwegs an der Flensburger Förde
Auftakt zur Sitzung des Gesamtvorstands
Zur Sitzung des Gesamtvorstands war der LandFrauenVerband Schleswig-Holstein e. V. in diesem Herbst zu Gast bei Neubauer Touristik. Das in Flensburg ansässige Familienunternehmen ist bereits seit vielen Jahren treues Mitglied im Verein zur Förderung der Weiterbildung im LandFrauenVerband Schleswig-Holstein e. V. Bevor die Gremienarbeit begann, stand eine gemeinsame Fahrt entlang der Flensburger Förde auf dem Programm.
Los ging‘s am romantischen Wasserschloss des Ostseebades Glücksburg. Von dort aus schlängelt sich die Straße oberhalb des Wassers durch den herbstlichen Wald. Rechter Hand gibt es immer wieder freie Sichtachsen auf die Ostsee.
Vorbei am historischen Flottenkommando, dem exklusiven Fünf-Sterne-Hotel Alter Meierhof, dessen Küche zu den besten des Landes zählt, passierten wir auch das „Rote Schloss am Meer“. In der heutigen Offiziersschule der deutschen Marine wurde am 23. Mai 1945 das letzte Kapitel des Deutschen Reiches zugemacht: Die britische Besatzungsmacht verhaftete die letzte Reichsregierung unter Großadmiral Karl Dönitz.
Wir durchquerten Hafen und Altstadt und fuhren am Westufer Richtung dänische Grenze. Reiseleiter Knut führte aus, wie die Kultur der Region durch den Nachbarn Dänemark geprägt ist. Bis zu 20 % der Bevölkerung gehören hier der dänischen Minderheit an. Die Region gilt heute als Beispiel für einen konstruktiven Umgang mit nationalen Minderheiten. Die dänische Kultur ist fest verankert: Es gibt dänische Schulen und Kindergärten, Vereine und Theater.
Unser Weg ging nun auf dänischer Seite auf dem Fjordvejen direkt am nördlichen Ufer der Förde weiter. Die Panoramastraße durch die sanfte Hügellandschaft schenkte uns immer wieder malerische Blicke auf das tiefblaue Fördewasser, vorbeiziehende Segelboote und die deutsche Küste im warmen Herbstlicht.
Der Reiseleiter führte uns unterhaltsam und kompetent durch historische Besonderheiten, Landeskunde, Kultur und Wirtschaft der Region an der Flensburger Förde. Die zweistündige Busfahrt hatte beinahe den Erholungswert eines Kurzurlaubs, und so starteten alle frisch und gut gelaunt in die anschließende Gremiensitzung.
Dr. Judith Bühlmeier



