StartNachrichtenPflanzeWege zu einer zukunftsfähigen Grünlandwirtschaft

Wege zu einer zukunftsfähigen Grünlandwirtschaft

Neues Modell- und Demonstrationsvorhaben „GLAKTIV“ will Lösungsstrategien entwickeln
Von JKI
Vor dem Hintergrund des Klimawandels soll ein neues Modell- und Demonstrationsvorhaben Lösungsstrategien für eine zukunftsfähige Grünlandwirtschaft entwickeln. Foto: Isa-Maria Kuhn

Dauergrünland in Deutschland sinnvoll zu bewirtschaften, stellt landwirtschaftliche Betriebe aufgrund des Klimawandels und wachsender ökonomischer Hürden vor immer größere Herausforderungen. Hier setzt das neue Modell- und Demonstra­tionsvorhaben (MuD) „GLAKTIV“ an. Außer dem Julius-Kühn-Institut (JKI) sind sechs Verbundpartner beteiligt. Sie erarbeiten gemeinsam mit 30 bis 36 Praxisbetrieben in sechs Modellregionen Deutschlands Konzepte, die gleichermaßen die Wirtschaftlichkeit und die Nach­haltigkeit der Grünlandbewirtschaftung berücksichtigen sollen.

Das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) mit 2.713.481 € geförderte Projekt läuft über drei Jahre. Es wird vom JKI in Braunschweig koordiniert. Projektleiterin ist Dr. Katrin Kuka, die am JKI auch die Stabsstelle Grünland leitet, die am JKI-Fachinstitut für Pflanzenbau und Bodenkunde am Standort Bundesallee angesiedelt ist.

Dauergrünland ist elementar für die Grundfutterversorgung von Wiederkäuern und erfüllt darüber hinaus eine Vielzahl an Ökosystemleistungen. So trägt es unter anderem zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zur Regulation des Wasserhaushaltes oder zur Bindung von Kohlenstoff in Vegetation und Böden und damit zur Klimaregulation bei. Darüber hinaus ist Dauergrünland ein Teil des Landschaftsbildes und hat somit zusätzlich einen kulturellen Wert.

Zahlreiche Heraus­forderungen für Grünland

„In den vergangenen Jahrzehnten führte die Nutzungsintensivierung von Grünland zur Verbesserung der Futterleistung, durch die zunehmende Homogenität aber auch zu einer Verarmung der Artenvielfalt“, sagt Katrin Kuka. „Gleichzeitig werden artenreiche und extensive Flächen wirtschaftlich immer unrentabler und in der Folge unzureichend genutzt, wodurch sie von Verbuschung bedroht sind. Die Grünlandbewirtschaftung steht damit zunehmend vor der Herausforderung, eine wirtschaftlich tragfähige Grundfutterproduktion mit wachsenden Anforderungen an Tierwohl- und Umweltstandards sowie einer höheren witterungsbedingten Unsicherheit in Einklang zu bringen.“

Im Mittelpunkt des Modell- und Demonstrationsvorhabens „GLAKTIV“ steht die abgestufte Grünlandnutzung als Mosaik aus intensiver, mittelintensiver und extensiver Bewirtschaftung. Dabei sollen Produktionsleistungen und Ökosystemleistungen nicht gegeneinandergestellt, sondern standortbezogen miteinander kombiniert werden: Leistungsfähige Flächen liefern hochwertiges Grundfutter, während extensiv genutzte Flächen artenreiche Bestände und wichtige Ökosystemleistungen sichern. So sollen Wirtschaftlichkeit, Biodiversität und Klimaschutz im Dauergrünland gemeinsam gestärkt werden.

Hintergrundinformationen zur Vorgehensweise

Für die Entwicklung, Erprobung und Demonstration einer praxistauglichen, abgestuften Grünlandbewirtschaftung werden in dem Projekt sechs Modellregionen in Deutschland einbezogen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der dort vorherrschenden Standortbedingungen, der agrarstrukturellen Gegebenheiten und der betrieblichen Organisationsformen. Jede Region wird dabei durch fünf bis sechs Demonstrationsbetriebe vertreten, die für die jeweilige Region repräsentativ sind und auf denen eine abgestufte Bewirtschaftung entweder schon angewendet wird oder geplant ist. Nutzungsintensität, Düngestrategie und Artenzusammensetzung werden betriebsindividuell angepasst. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung von praxistauglichen Strategien, die auf unterschiedliche Standortbedingungen übertragbar sein sollen und dort mithilfe von klaren Entscheidungskriterien, Schwellenwerten und Indikatoren direkt angewendet werden können. pm


Eckdaten zum Projekt

Fördersumme: 2.713.481,64 €

Laufzeit: 12/2025-12/2028

Geldgeber: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat über den Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Verbundpartner in den Bundesländern:

Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Landwirtschaftliches Zentrum Baden-Württemberg

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft


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