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BDL serviert Seuchenschutz

Junglandwirtefrühstück im Rahmen des Deutschen Bauerntages
Von Dr. Robert Quakernack
Malte Blöcker (li.) und Casimir zu Waldeck besuchten als Mitglieder der Schleswig-Holstein-Delegation den Deutschen Bauerntag. Foto: rq

Afrikanische Schweinepest, Blauzungenkrankheit, Geflügelpest – Seuchen bedrohen die Tierproduktion. Wie wichtig Biosicherheit auf den Betrieben ist und wo es Zielkonflikte gibt, verdeutlichten die Gespräche beim Junglandwirtefrühstück des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) im Rahmen des Deutschen Bauerntages in der vergangenen Woche in Freiburg. Casimir Prinz zu Waldeck und Pyrmont sowie Malte Blöcker vertraten Schleswig-Holstein.

Blöcker bewirtschaftet zusammen mit seiner Familie einen Milchvieh-Futterbau-Betrieb in Schmalstede, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Eine wichtige Erkenntnis aus dem Impulsvortrag von Dr. Iris Fuchs, Präsidentin der Bayerischen Landestierärztekammer, war für ihn, dass Impfstoffe nicht immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Daher seien Prävention und mehr Widerstandskraft in der Nutztierhaltung zentrale Ziele.

Standortvorteil

„Wir in Schleswig-Holstein haben Glück, dass wir geografisch gesehen relativ weit entfernt von Seuchenregionen wie dem Balkan sind“, schilderte der Milchviehhalter. Dadurch habe man oft mehr Zeit zu reagieren. Dennoch sei auch hier bemerkbar, dass der Seuchendruck steige. So seien beispielsweise zuletzt Fälle der Blauzungenkrankheit in ganz Deutschland vermehrt aufgetreten.

Beim Junglandwirtefrühstück stand nach dem Vortrag zur Tierseuchenprävention der persönliche Austausch im Fokus. Foto: Conrad von Roeder

Für den Vertreter des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein ist klar: „Wir müssen uns mit Biohygiene beschäftigen.“ Hier gebe es jedoch Zielkonflikte mit dem Tierwohl. Geschlossene Ställe seien besser zu kontrollieren als offene. Ein weiteres Konfliktfeld ist laut Blöcker die Öffentlichkeitsarbeit. Er erklärte: „Eigentlich wollen wir transparent sein und Menschen auf unsere Höfe einladen, damit jeder sehen kann, wie wir produzieren.“ Auf der anderen Seite warnte die Tierärztin, dass jede fremde Person ein Eintrittsrisiko für Tierseuchen darstelle.

Grundsätzlich vertritt Blöcker den Standpunkt: Je weniger Stress ein Tier hat, desto besser für die Gesundheit. „Im Sommer muss man versuchen, den Hitzestress gering zu halten, zum Beispiel durch Lüftungs- oder andere Kühlsysteme.“ Ein geringes Stressniveau bedeute für das Tier mehr Widerstandskraft gegen Krankheiten.

Das Bauerntagsfazit des Milchbauern viel insgesamt positiv aus. „Für mich ist es wichtig, solche Touren mitzumachen, weil man so die Chance hat, Politik mitzugestalten.“ Des Weiteren helfe der Austausch mit Personen aus anderen Regionen des Bundesgebietes, um Rückschlüsse für sich und den eigenen Hof zu ziehen.

Plädoyer für Erneuerbare

Zu Waldeck kommt vom konventionellen Ackerbaubetrieb Gut Farve in Ostholstein und hat kürzlich sein Bacherlorstudium der Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen. Zu Beginn des Jahres nahm er am TOP-Kurs der Andreas-Hermes-Akademie teil. Dabei gewann er intensive Einblicke in die deutsche und europäische Agrarpolitik. Dieses Wissen konnte er auf dem Deutschen Bauerntag vertiefen.

Besonderes Interesse hat der gelernte Landwirt an der Energiepolitik. Er betonte: „Wenn wir selbst Energie erzeugen, sind wir weniger abhängig von internationalen Märkten.“ Die Probleme durch die Blockade der Straße von Hormus seien in Freiburg mehrfach angesprochen worden. Um die Energiewende hinzubekommen, sei jedoch unter anderem der Netzausbau voranzutreiben, um die im Norden produzierten Strommengen in andere Regionen Deutschlands zu leiten. Vor allem bei Betreibern von Biogasanlagen herrsche derzeit große Unklarheit, wie und ob ein Weiterbetrieb möglich sei. Dabei seien diese Anlagen wichtig, weil sie Kreislaufsysteme zuließen, der regionalen Wärme- und Gaserzeugung dienten und auch für die Verwertung tierischer Erzeugnisse Vorteile brächten. Er kritisierte vor diesem Hintergrund, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Grundlast über Gaskraftwerke sichern wolle und damit die Abhängigkeit von fossilen Energien verstärke. „Wir alle warten sehr gespannt auf das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)“, so zu Waldeck. Er zeigte sich überzeugt: „Wenn wir nicht in der Lage sind, die Energieproduktion im Mittelstand zu halten, verlieren wir Krisensicherheit.“

Einen positiven Eindruck gewann er von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU). Dieser habe bereits Erfolge vorzuweisen. Seine Rede verdeutliche aber auch, wie schwierig es sei, konkrete Maßnahmen in einem langsam mahlenden System umzusetzen.

Der Ostholsteiner freute sich, in Freiburg einige Mitstreiter aus dem TOP-Kurs wiederzusehen. Auch den Austausch mit den anderen Delegierten – insbesondere der Gruppe aus Schleswig-Holstein – hob er positiv hervor: „Alle waren offen und kommunikativ. So gab es einfach ein gutes Miteinander auf diesem Bauerntag.“

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