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Zimmerpflanzen begutachten

Frühjahrskur auf der Fensterbank
Von Karin Stern
Wenn die Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen, wird es höchste Zeit zum Umtopfen. Foto: Karin Stern

Zimmerpflanzen sollten von Zeit zu Zeit umgetopft werden, um stockendes Wachstum durch verbrauchte Erde und beengten Wurzelraum zu vermeiden. Doch wann genau ist ein Umtopfen fällig? Pauschal lässt sich das nicht beantworten, jede Pflanze muss einzeln betrachtet werden. Junge Pflanzen wachsen meist sehr schnell und durchwurzeln ihren Topf vollständig, sodass teils jedes Jahr ein größerer Topf benötigt wird. Ältere Exemplare hingegen legen oft weniger zu und kommen mit weiteren Abständen beim Umtopfen aus.

Ein deutliches Signal für das Umtopfen ist es, wenn sich die Wurzeln bereits aus dem Abzugsloch herausschieben. Da jedoch nicht alle Zimmerpflanzen so eindeutige Anzeichen aufweisen, bringt oft ein Blick auf den herausgezogenen Wurzelballen die Wahrheit ans Licht. Bei Plastiktöpfen geht das Herausziehen recht einfach. Sitzen die Pflanzen dagegen in Tontöpfen, gießt man besser einen Tag vorher durchdringend. So löst sich der Ballen leichter. Zeigen sich bei der Begutachtung mehr Wurzeln als Erde oder winden sich Wurzeln bereits ringförmig um den Erdballen, ist das Umtopfen dringend erforderlich. Der neue Topf hat einen größeren Durchmesser als der alte Topf. Als Faustregel sollten zwischen Wurzelballen und Topfrand 2 bis 3 cm liegen. Es spricht nichts gegen die Verwendung gebrauchter Töpfe, wenn sie vorher gründlich mit Wasser und Bürste von anhaftenden Erdresten und damit auch den darin lauernden Krankheitserregern und Schädlingen gereinigt wurden. Vor dem Einpflanzen in frische Blumenerde empfiehlt es sich, mit den Händen vorsichtig alte Erde rund um den Wurzelballen abzubröckeln, ohne ihn dabei zu verletzen. Gesunde Wurzeln sehen hell aus, kranke dunkelbraun bis schwarz. Häufig ist in solchen Fällen ein fauliger Geruch wahrzunehmen. Ob sich ein Rettungsversuch noch lohnt, muss im Einzelfall entschieden werden. Ist es einen Versuch wert, spült man den Ballen komplett von Erde frei, schneidet alles Kranke und Faule ab und pflanzt neu ein.

Wurzelfilz am Topfboden schneidet man mit einem scharfen Messer ab.  Foto: Karin Stern
Beim Umtopfen bröckelt man die alte Erde im oberen Ballenbereich ab.  Foto: Karin Stern
Beim Umtopfen sollten die Pflanzen auf den Blattunterseiten auf Schädlinge hin untersucht werden. Foto: Karin Stern


Alle frisch getopften Pflanzen sind in den ersten Tagen vor allzu starker Sonne zu schützen. Die erste Düngergabe erfolgt nach etwa vier bis sechs Wochen. Bis dahin genügen die Nährstoffe in der vorgedüngten Blumenerde. Von Februar bis April ist die beste Zeit zum Umtopfen. Bei älteren Zimmerpflanzen genügt alle zwei bis drei Jahre eine „Umtopfkontrolle“. Dennoch ist es vorteilhaft, alljährlich die oberste Erdschicht mit einer Gabel leicht zu lockern, abzukratzen und gegen frische Blumenerde auszutauschen.

Alte, verbrauchte Erde lässt sich im oberen Topfbereich gut mit einer Gabel lockern und entfernen.  Foto: Karin Stern
Ältere Pflanzen müssen nicht jährlich umgetopft werden. Sie freuen sich jedoch über etwas frische Erde im oberen Topfbereich. Foto: Karin Stern


Bei der Wahl des Topfmaterials gilt es die jeweiligen Unterschiede zu bedenken. Kunststofftöpfe lassen sich leicht sauber halten, zerbrechen nicht und verdunsten durch ihre Wände kein Wasser. Daher müssen die Pflanzen weniger gegossen werden. Durch das geringere Eigengewicht sind die Töpfe jedoch weniger standfest als Tontöpfe. Deren besonderer Vorteil liegt in der Luft- und Wasserdurchlässigkeit, vorausgesetzt, es handelt sich um unglasierten Ton. Das Material saugt allerdings auch Feuchtigkeit aus der Blumenerde, daher sind häufigere Wassergaben notwendig. Bevor die Pflanze in einen Tontopf gesetzt wird, sollte sich dieser für einige Stunden in einem Wassereimer vollsaugen. So zieht der Tontopf nicht sofort die Feuchtigkeit aus der frischen Blumenerde. Für die meisten Pflanzen ist eine konische Topfform angebracht. Das erleichtert das Herausziehen des Wurzelballens. Lediglich Kakteen und andere Sukkulenten fühlen sich vor allem in ihrer Jugend in flachen Schalen wohler als im Topf.
Die Qualität der gekauften Blumenerde spielt eine wichtige Rolle für Entwicklung und Gesundheit der Zimmerpflanzen. Es lohnt sich nicht, hier am falschen Ende zu sparen. Gute Erde hat ihren Preis, dafür stimmen aber auch Strukturstabilität und Nährstoffgehalt. Hochwertige Blumenerde speichert Wasser sowie Nährstoffe und gibt beides nach und nach an die Pflanzen ab. Die im Handel angebotenen Spezialerden für Kakteen, Palmen, Orchideen, Grünpflanzen oder Zitruspflanzen sind auf die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzengruppe abgestimmt. Für alle anderen Pflanzen wählt man eine hochwertige Zimmerpflanzenerde. In den angebotenen torffreien Substraten werden als Torfersatz Rindenhumus, Holzfaser oder andere Stoffe aus Nachwachsender Produktion eingesetzt. Tipp: Winterblühende Zimmerpflanzen wie Alpenveilchen oder Kamelien werden erst nach dem Ende der Blüte umgepflanzt. Mit dem Umtopfen von Orchideen darf man sich Zeit lassen, bis die Wurzeln oben aus dem Topf herauswachsen.

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