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Zeit für Veränderung und Weichenstellung

Kommentar zum Jahreswechsel
Von Mechthilde Becker-Weigel
Im Licht der Morgensonne über dem flachen Wasser des Hauke-Haien-Koogs wartet der Graureiher geduldig auf Beute. Foto: Ulrike Baer

Das Jahr 2023 ist noch jung, und alle guten Hoffnungen liegen noch vor uns. Die größte ruht auf Frieden, nachdem Russland seinen brutalen Angriffskrieg auf die Ukraine am 24. Februar 2022 begonnen hat. Europa hat schnell zu spüren bekommen, wie fragil die Energieversorgung ist, dass Ernährungssicherheit mit funktionierenden Lieferketten, Klima und Anbaukultur zu tun hat und dass Politik allein nicht satt macht. Eine Inflationsrate von 10 % hat die Verbraucherinnen und Verbraucher zurückhaltender gemacht, und es wird eher zu billigeren Lebensmitteln gegriffen, die häufig unter schlechteren Umweltbedingungen in Drittstaaten entstehen und Wettbewerbsvoraussetzungen verzerren können. Dieser Wettlauf wird anstrengend für die Bäuerinnen und Bauern hierzulande.

Die Inhalte der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum von 2023 bis 2027 wurden von der EU-Kommission mit Verspätung beschlossen, aber sie stehen seit Jahresende. Hinzu kommen die Pläne der EU-Kommission aus dem Sommer 2022 zur weiteren Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes und auf Ebene der Bundesländer die Ausweisung der Roten Gebiete und damit verbundene Düngerestriktionen. In Schleswig-Holstein wird zudem die Diskussion um die zukünftige Bewirtschaftung der Niedermoorstandorte härter geführt.

Agrarpolitisch hat der Norden im neuen Jahr die Chance, Führungskraft zu beweisen und Weichen zu stellen. Zum Beginn des Jahres hat Schleswig-Holstein turnusgemäß den Vorsitz der Agrarministerkonferenz für 2023 übernommen. Damit hat Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) die Möglichkeit, zwischen Bund und Ländern zu moderieren und Akzente zu setzen für die drängenden Themen der Agrarpolitik – vom Umbau der Tierhaltung über Umwelt- und Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel bis zur Ausrichtung der GAP. 

Trotz aller Herausforderungen und Hindernisse hat die Begeisterung bei den jungen Landwirtinnen und Landwirten im vorigen Jahr offenbar nicht gelitten. Wir haben häufig gehört, dass sie überzeugt sind, den besten Beruf der Welt auszuüben. Das haben die Ausbildungszahlen und Erfolge der Abschlussklassen im vorigen Jahr wieder gezeigt. Ein Beweis dafür ist auch die Verjüngung der Kreisbauernverbände durch die Wahlen, die im Dezember abgeschlossen wurden. Junge Landwirtinnen und Landwirte engagieren sich und sind ein Garant dafür, dass frischer Wind der Erneuerung durch die Verbandsgremien weht. 

Das steht nun auch auf Landesebene bevor. Der Landeshauptausschuss des Bauernverbandes wählt in der kommenden Woche aus seiner Mitte den neuen Präsidenten. Es wird eine Wahl im wahrsten Sinne des Wortes, denn es sind mit dem amtierenden Präsidenten Klaus-Peter Lucht und Vorstandsmitglied Heinrich Mougin zwei Kandidaten aufgestellt. Vor dem neuen Präsidenten liegt eine ganze Amtszeit. für Veränderung und Weichenstellung. 

Mechthilde Becker-Weigel. Foto: bb
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