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Steigende Kosten für Betriebsmittel belasten alle

Studie zeigt: Einfluss von Politik und Gesellschaft auf die Wettbewerbsfähigkeit wird sehr hoch eingeschätzt
Von Mechthilde Becker-Weigel
Düngemittelpreise könnten zur Belastungsfrage werden. Foto: Agrar-Press

Sauenhalter in Deutschland schätzen ihre Lage laut einer Umfrage der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) besonders schlecht ein, das liegt an den schwierigen Rahmenbedingungen und Wettbewerbsverzerrungen. Milcherzeuger haben einen optimistischeren Blick auf ihre Situation.

Während Milchviehhalter die aktuellen Umstände meist positiver einschätzen, sehen sich viele Schweinehalter mit schlechten Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven konfrontiert. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) anlässlich der diesjährigen EuroTier, die sie im Juli unter weltweit 2.000 Betrieben für die „DLG Agrifuture Short Study 2022“ durchgeführt hat.

In der Befragung haben Sauenhalter, insbesondere in Deutschland, ihre wirtschaftliche Situation besonders schlecht bewertet. Milcherzeuger schätzten ihre Lage besser ein. Unterschiede in den Ländern gibt es laut der Umfrage je nach agrarpolitischer Anspannung und unterschiedlichen Faktorkosten.

In Deutschland habe die Afrikanische Schweinepest (ASP) stark auf das Befragungsergebnis durchgeschlagen: Viele Betriebe schätzten die Perspektiven für den Schweinemarkt in Zukunft als unsicher ein und hätten ihre aktuelle Geschäftslage und Rentabilität nicht gut bewertet. Die Sauenhalter sähen sich zudem in erheblichem Maße den verstärkten Anforderungen im Tier- und Umweltschutz ausgesetzt. Schweinehalter im Ausland hätten dagegen die ökonomischen Rahmenbedingungen weitaus besser eingestuft.

Betroffen zeigen sich alle Betriebe der DLG zufolge von den stark gestiegenen Einkaufspreisen für Betriebsmittel und Energie, am stärksten die Geflügelhalter. Die Verfügbarkeit von Betriebsmitteln erscheine den meisten Betrieben aber noch ausreichend. Am höchsten sei von den Befragten indes der Einfluss von Politik und Gesellschaft auf ihre Wettbewerbsfähigkeit eingeschätzt worden. Für die Mehrheit der befragten Betriebe sei der Zugang zu Fremdkapital weiterhin möglich, allerdings hätten vor allem Schweinehalter ein Liquiditätsproblem, stellte die DLG fest. Die hohen Futtermittelpreise belasteten alle Tierhalter erheblich.

Die DLG stellte fest, dass Betriebe im Ausland eine höhere Investitionsbereitschaft hätten. Viele Milchviehbetriebe, die in den vergangenen Jahren in Deutschland gewachsen seien, wollten sich nun konsolidieren und über Skaleneffekte am Markt Vorteile erzielen. Den Schweinehaltern in Deutschland fehle es derzeit grundsätzlich an Planungssicherheit, um wieder in ihre Betriebe investieren zu können. Dafür stünden bei vielen Geflügelbetrieben laut Umfrage Erweiterungen und Neuinvestitionen an.

Für die Bereiche Ackerbau und Energieerzeugung wurde derzeit nur eine geringe Bereitschaft zu Neuinvestitionen angegeben. In der Tierhaltung sei eine höhere Bereitschaft für Erweiterungen und Neuinvestitionen spürbar. Schweinehalter befassten sich mit neuen Haltungskonzepten, wobei der Ausbau bestehender Anlagen rückläufig sei. In der Milchviehhaltung gehe der Trend zu mehr Automatisierung. age

BMEL sucht neue Kriterien für die Bewertung der Backweizenqualität

Eine Weiterentwicklung der Qualitätskriterien für Backweizen könnte wichtige Impulse für die Landwirtschaft und auch für die Umwelt setzen. Das ist bei einem Branchengespräch deutlich geworden, das Staatssekretärin Silvia Bender (Grüne) vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) vorige Woche mit Vertretern des Getreidehandels, der Mühlen, des Bäckereigewerbes, der Logistikbranche, der Pflanzenzüchtung sowie der Landwirtschaft geführt hat.

Der Ukraine-Krieg hat weltweit zu stark gestiegenen Preisen für Getreide und Düngemittel geführt, darunter Stickstoffdünger, der beim Anbau von Backweizen eine wichtige Rolle spielt. Hier könnten Sorten mit einem niedrigeren Rohproteingehalt und trotzdem guten Backeigenschaften eine Entlastung bringen, weil diese Sorten weniger Stickstoffdünger benötigten. Insbesondere in Zeiten sehr hoher Düngerpreise ließen sich mit dem Anbau dieser Sorten die Produktionskosten der Landwirtschaft senken. Das entlaste den Agrarsektor und die gesamte Verwertungskette nicht nur in Krisenzeiten, sondern trage gleichzeitig zum Gewässer- und Klimaschutz bei.

Ein Hindernis für die konkrete Umsetzung seien noch fehlende Schnelltestverfahren für die Qualitätseinstufung von Backweizen, so das BMEL. Sie spielten im nationalen und internationalen Handel eine wichtige Rolle. Die Forschungseinrichtungen aus dem zuständigen Geschäftsbereich seien hierzu aktiv und führten Gespräche mit potenziellen Herstellern.

Bender wies bei dem Treffen darauf hin, dass das Agrarressort vom Acker bis in die Backstube gemeinsam mit den Branchenbeteiligten eine Lösung suche, die für alle von Nutzen sei und die auch einen Beitrag zum Klimaschutz ermögliche. Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hätten die bisherigen Überlegungen zu der Thematik eine weitere internationale Dimension bekommen. „Wir haben mit der Branche verabredet, dass wir gemeinsam ein gutes und ausdifferenziertes Konzept zur Bewertung der Backweizenqualität erarbeiten, das allen nützt“, so die Staatssekretärin.Das Branchengespräch war laut Ministerium ein Teil der Prüfung, ob diese Maßnahme in das Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung aufgenommen werden kann. age

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