Trotz des Winterwetters mit eisigen Temperaturen verzeichnete die Zuchtviehauktion der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) eG Mitte Februar in Dätgen eine rege Beteiligung. Gegenüber der Januar-Auktion war das Angebot deutlich erweitert worden. Insbesondere bei den weiblichen Tieren zeigte sich eine vollständige Markträumung.
Den Auftakt der Auktion bildeten wie gewohnt die Bullen. Den teuersten rotbunten Bullen stellte erneut die Zuchtstätte Wichmann, Haby, mit dem harmonischen „Eibo PP“, genetisch reinerbig hornlos und Sohn von „Vision PP“, der mit 2.800 € zugeschlagen wurde.
Bei den schwarzbunten Bullen erzielte der „Real Syn“-Sohn der Thies/Gröhn GbR, Stuvenborn, mit 3.800 € den höchsten Zuschlagpreis. Er überzeugte durch sehr hohe genomische Zuchtwerte sowie korrektes Exterieur und überragende Eiweißwerte auf der mütterlichen Seite. Die Bullenkäufer bieten sehr gezielt, dabei sind neben der Abstammung insbesondere die Leistungsdaten, Zuchtwerte und nicht zuletzt die äußere Erscheinung die vorrangigen Kriterien. Ein rotbunter und zwei schwarzbunte Bullen blieben im Überstand.
Die vorgestellte weibliche Verkaufskollektion war durch die Kreiskollektion des Kreisvereins Ostholstein ergänzt worden. Die Gebote erfolgten unter Berücksichtigung der aktuellen Milchauszahlungspreise flott und marktgerecht, sodass erneut alle weiblichen Tiere vom Auktionatorenduo Claus-Peter Tordsen und Karsten Winder zugeschlagen und vermarktet werden konnten.
Den Tageshöchstpreis erzielte – nun schon zum wiederholten Mal – Philipp Ellerbrock, Westerau, Ellerbrock-Holsteins, der eine heterozygot hornlose „Member PP“-Tochter mit Rotfaktor aus der renommierten „ELL Laila“ VG 87 vorstellte. Die sehr gute Einsatzleistung und überdurchschnittliche genomische Zuchtwerte in Verbindung mit einem überaus starken Exterieur führten zu einem spannenden Bieterduell, das letztlich ein hiesiger Käufer mit 4.000 € für sich entschied, was vom Publikum mit Applaus bedacht wurde. Der Durchschnittspreis der schwarzbunten Färsen betrug 2.269 €.
Die acht rotbunten Färsen erzielten im Mittel 2.319 €. Hier war „Cecilia“ aus der Zucht von Jörg Göttsche, St. Margarethen, mit 2.700 € der Topseller. Diese genetisch hornlose Färse mit vielversprechenden genomischen Zuchtwerten ist eine Tochter des RSH-Vererbers „Elektro P“, von dessen überragenden Vererbungsqualitäten sich kürzlich die Besucher der Verbandsschau Neumünster am Abend anhand der dort vorgestellten Nachzucht ein Bild machen konnten.
Für die Angler Färsen lag der Durchschnittspreis bei 2.433 €, hier war Jürgen Melchertsen, Norgaardholz, mit „Douglas“, einer Tochter von „Blavand P“, am erfolgreichsten. Diese leistungsbereite und mit bestem Euter ausgestatte Färse wurde bei 2.500 € zugeschlagen. Aus dieser Zuchtstätte stammte auch die teuerste Braunvieh-Färse „Desiree“ (Vater „Piaggio“), bei ihr fiel der Hammer ebenfalls bei 2.500 €.
Die drei angebotenen Kreuzungsfärsen erreichten durchschnittlich 1.983 €, wobei Hartmut Schwarzlos, Tangstedt, mit 2.100 € die teuerste stellte.
Die nächste Auktion der RSH eG findet am 19. März im Vermarktungszentrum der RSH eG in Dätgen (direkt an der Autobahnabfahrt Bordesholm) statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen.
Fazit
Zu dieser Absatzveranstaltung ist festzuhalten, dass die Nachfrage weiterhin stabil ist und die Verkaufserlöse von den aktuellen Milchauszahlungspreisen beeinflusst sind. Die komplette Markträumung bei den weiblichen Tieren ist ein starkes Indiz für diese Einschätzung. Qualitätstiere sind weiter gefragt. Neben den vielfach genannten Einflussfaktoren auf den Verkaufserlös, zum Beispiel eine ordentliche Einsatzleistung und ein ansprechendes Exterieur, honorieren die Kaufinteressenten insbesondere Färsen, deren Kalbung nicht allzu lange zurückliegt. Vor dem Hintergrund der noch freundlichen Preise für abgehende Altkühe, sind potenzielle Kaufinteressenten aktuell gut beraten, in ihren Beständen zu selektieren und den Zukauf der Bestandsergänzung jetzt vorzunehmen.




