Pacht- und Kaufpreisspiegel
SO TEUER IST AGRARLAND IN SCHLESWIG-HOLSTEIN
Das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) veröffentlichte am 12. August zum zehnten Mal den vom Statistikamt Nord erstellten Kauf- und Pachtpreisspiegel. Ziel der jährlichen Veröffentlichung ist es, mehr Transparenz auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt zu schaffen. Die Auswertungen liefern nicht nur landesweite Durchschnittspreise, sondern zeigen auch differenziert die Preisentwicklungen von Acker- und Dauergrünland in den Kreisen und Naturräumen Schleswig-Holsteins.
Die Daten wurden nach anerkannten statistischen Methoden ausgewertet. Grundlage sind die Genehmigungen von Grundstückskaufverträgen sowie die angezeigten Pachtverträge, die beim Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung (LLnL) vorliegen. Es werden nur Verträge ab einer Flächengröße von 2 ha erfasst, sodass die Ergebnisse von den jährlichen Veröffentlichungen der Statistikämter abweichen. Belastbare Aussagen zu längerfristigen Preistrends sind jedoch nur eingeschränkt möglich, da in einigen Regionen nur sehr wenige Verträge geschlossen werden. Einzelne Verträge können deshalb den Mittelwert deutlich beeinflussen. Aus diesem Grund werden seit zwei Jahren zusätzlich gewichtete Mittelwerte veröffentlicht, um das Preisniveau bezogen auf die tatsächlich gehandelten bzw. verpachteten Flächen besser abzubilden. Während beim arithmetischen Mittelwert der Preis einer Fläche unabhängig von ihrer Größe berücksichtigt wird, fließt beim gewichteten Mittelwert der Kauf- bzw. Pachtpreis entsprechend der jeweiligen Flächengröße in die Berechnung ein.
Der aktuelle Kauf- und Pachtpreisspiegel zeigt einen weiterhin heterogenen landwirtschaftlichen Bodenmarkt: Im Vergleich zur Vorperiode (2023/2024) sind die Kaufpreise für Ackerflächen landesweit nahezu unverändert geblieben. Sie stiegen lediglich um durchschnittlich 0,14 % auf 47.449 €/ha. Während die Kaufpreise für Dauergrünland jahrelang nahezu konstant geblieben waren, stiegen sie gegenüber der Vorperiode deutlich um 5,15 % auf 23.345 €/ha. Die Pachtpreise für Dauergrünland gingen im landesweiten Durchschnitt gegenüber der Vorperiode um 2,83 % auf 334 €/ha zurück. Sie liegen damit erstmals seit der Erstveröffentlichung des Pachtpreisspiegels unter dem landesweiten Durchschnittswert des Zeitraums 2015/2016 (damals: 351 €/ha). Die Pachtpreise für Ackerflächen erhöhten sich landesweit moderat um 1,91 % auf 585 €/ha.
Wie in den Vorjahren zeigen sich zum Teil erhebliche regionale Unterschiede: So fielen beispielsweise die Kaufpreise für Ackerflächen im Naturraum Hamburger Ring um 24,49 % auf 55.223 €/ha. Damit liegen sie aber immer noch deutlich unter den höchsten Ackerpreisen in der Dithmarscher Marsch mit 96.359 €/ha. In der Eider-Treene-Niederung sanken die Pachtpreise für Ackerflächen um 4,15 % auf 575 €/ha, während sie für Dauergrünland in den Südmecklenburgischen Niederungen um 27,63 % auf 142 €/ha anstiegen.
Pachtpreise für Ackerland nach Kreisen





