Der wertmäßig insgesamt teuerste Stamm wird als „Bauer“ bezeichnet. Hier punktete in diesem Jahr bei der Submission Mitte Februar in Daldorf (Kreis Segeberg) ein Stamm aus dem Privatwald. Zwischen 230 und 240 Jahren alt dürfte die Eiche sein, die ihrem Besitzer 2.439 €/fm (Festmeter) gebracht hat. Diese Art des Holzverkaufes hat Tradition und wurde schon zum 54. Mal durchgeführt, 2026 mit sehr guten Ergebnissen.
Warum so alte Bäume überhaupt gefällt würden, wollte eine Journalistin bei der Verkündung der Ergebnisse wissen. Weil das Holz irgendwann nicht mehr zu verwerten sei und für gefällte Bäume wieder frische nachgepflanzt würden, erklärte Hans-Caspar Graf zu Rantzau das Prinzip der Nachhaltigkeit. Er zeigte einen Stamm, bei dem schon Fäule eingesetzt hatte und der nur ein Viertel des Preises brachte. Wirklich beurteilen kann man die Qualität erst, wenn die Bäume liegen, es lässt sich ja nun einmal nicht unter die Rinde gucken. Graf zu Rantzau ist Vorsitzender des Waldbesitzerbverbandes und war zufrieden mit der diesjährigen Submission. Dr. Manfred Quer, Geschäftsführer der Holzagentur (HOAG) und verantwortlich für den Verkauf des Holzes aus dem Privatwald, fasste zusammen: „Qualitativ gutes Holz wird auch in Krisenzeiten gut bezahlt.“
Fotos: Isa-Maria Kuhn
Beste Preise seit 27 Jahren
Für die von der HOAG repräsentierten Forsten wurde bei der Eiche ein Duchschnittswert von 797,68 €/ fm erzielt. Das ist der höchste Wert seit 27 Jahren. Als Gründe nannte Quer den frühen Termin, den Ukraine-Krieg und den Service auf dem Platz. Dort werde das Holz immer schneefrei gehalten, damit es begutachtet werden könne, und für die Kundengespräche stehe ein beheizbarer Bauwagen zur Verfügung. Was in Daldorf im Rahmen einer Gebotsabgabe in geschlossenen Umschlägen an die Meistbietenden geht, ist kein Brennholz, sondern überwiegend wertvolles Laubholz für Instrumente, Weinfässer oder die Möbelindustrie. Säge- und Furnierwerke aus ganz Deutschland und andere europäische Kunden kaufen hier im Norden. Das mag zunächst verwundern, ist Schleswig-Holstein doch nach wie vor das waldärmste Bundesland, aber wir hier oben kommen sehr gut voran mit dem Waldumbau und haben auch weniger Waldschäden als andere Regionen.
Fast 1.800 Festmeter verkauft
Angeboten wurden auf der Submission vor allem Eiche (855 fm), Esche (38 fm), Ulme (5 fm), Bergahorn (2 fm), Douglasie (157 fm) und Lärche (17). Das sind über 1.077 fm aus dem Privatwald. Hinzu kamen noch einmal 722 fm aus den Landesforsten. Bis auf einen Stamm wurde das Angebot restlos zugeschlagen. „Mit dem Ergebnis können wir rundum zufrieden sein“, zieht ebenso Holzvermarkter Thies Mordhorst von den Landesforsten eine positive Bilanz. „Die starke Beteiligung von 26 Bietern aus dem In- und Ausland unterstreicht die Attraktivität von Wertholz aus Schleswig-Holstein. Das ist eine Verdoppelung des Käuferinteresses im Vergleich zum Vorjahr.“
Auch die Landesforsten stellten einen Spitzenstamm. Neben dem schon erwähnten „Bauern“ gibt es noch die „Braut“. Das Höchstgebot der diesjährigen Wertholzsubmissionen erzielte eine Eiche aus der Försterei Haale der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Mit dem höchsten Festmeterpreis von 2.869 €/fm ist dieser Stamm auf dem Lagerplatz Daldorf die „Braut“ der Submission. „Der Stamm ist einer der wertvollsten, den die Landesforsten in den vergangenen Jahren auf den Wertholzsubmissionen in Daldorf vermarkten konnten“, freut sich Revierförster Sören Reimers.
Fazit
Die Lieferbetriebe der Privatforsten haben ein beeindruckendes schleswig-holsteinisches „Holzschaufenster“ mit herausragenden Highlights gezeigt. Dabei konnte ein sehr guter Umsatz von rund 730.000 € (2025: 694.000 €; 2024: 672.000 €; 2023: 582.000 €; zuzüglich Mehrwertsteuer) für den liefernden Privatwald eingefahren werden. Die Landesforsten zeigten sich ebenfalls zufrieden.




