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Landjugend trifft Bauernverband

Gemeinsamer Austausch in Rendsburg
Von Tessa Nafziger
Stürmische Zeiten für junge Landwirtinnen und Landwirte: Die Landjugend lud zu einem Austausch mit dem Bauernverband nach Rendsburg ein. Foto: Sören Schatt

Vertreterinnen und Vertreter der Landjugend kamen Mitte März mit Bauernverbandspräsident Klaus-Peter Lucht und Vizepräsident Malte Jacobsen zusammen. Stürmischer könnten die Zeiten für Junglandwirtinnen und -landwirte kaum sein. Dementsprechend lebendig war auch der Austausch zwischen Bauernverband und Landjugend.

Besonders gefreut hat uns, dass so viele Schülerinnen und Schüler der Berufsschule ihren Weg zu der Veranstaltung gefunden haben. So stand zunächst die landwirtschaftliche Ausbildung in Schleswig-Holstein im Mittelpunkt: Was kann verbessert werden, um angehende Landwirtinnen und Landwirte besser auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen vorzubereiten? Gleichzeitig wurde deutlich, dass Schleswig-Holstein bereits eine qualitativ hochwertige Ausbildung bietet.

Ehrenamt und Kommunikation

Ein weiterer zentraler Punkt war die Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Lucht betonte, wie wichtig es sei, Verbraucher immer wieder über die Landwirtschaft zu informieren und sich durch Kritik nicht entmutigen zu lassen. Dabei stand besonders die Öffentlichkeitsarbeit in Schulen im Fokus. Junge Menschen frühzeitig über landwirt-schaftliche Themen zu informieren, könne das Verständnis und Interesse an der Branche deutlich stärken. Unerlässlich sei hierfür das Engagement im Ehrenamt sowohl im Bauernverband als auch in der Landjugend. Es dient nicht nur dazu, die Interessen der Landwirtschaft in Politik und Gesellschaft stark zu vertreten, sondern bietet auch persönlich große Chancen. Wer sich ehrenamtlich einbringt, knüpft wertvolle Kontakte, sammelt praktische Erfahrung und kann mitgestalten, wie die Landwirtschaft von morgen aussieht. Beide Organisationen sind sich einig: Ohne ehrenamtliches Engagement gäbe es keine starke Stimme für die Landwirtschaft und weniger Gemeinschaft im ländlichen Raum.

Knackpunkt Flächenverbrauch

Im weiteren Verlauf ging es um agrarpolitische Themen, die viele Betriebe aktuell beschäftigen. So wurde intensiv über den Umgang mit Naturschutzflächen diskutiert. Dabei wurde auch über Vorkaufsrecht und Ausgleichsmaßnahmen gesprochen. Auch die Nutzung von Freiflächen-Solaranlagen wurde thematisiert. Hier hob man hervor, dass viele Flächen ohnehin bereits versiegelt seien, weshalb es sinnvoller wäre, solche Standorte gezielt zur Energiegewinnung zu nutzen. Vor allem in Bezug auf die steigende Flächenkonkurrenz sind dies wichtige Themen für die Existenz vieler Betriebe.

In der Diskussion um die Zukunft der Tierhaltung zeigte sich, dass insbesondere in der Schweinehaltung große Unsicherheit besteht. In der Rinderhaltung sei hingegen eine gewisse Stabilität abzusehen, auch weil Grünland genutzt werden müsse, was mit Kühen am besten möglich sei. Zudem wurde über Ackerprämien und EU-Förderungen gesprochen. Antragsverfahren in Schleswig-Holstein müssen, im Sinne der Entbürokratisierung, möglichst einfach bleiben. Hohe Prämien dürften nicht dazu führen, dass die eigentlich günstigsten Flächen künstlich verteuert werden.

In einem offenen Gespräch gaben die Verbandsvertreter auch Tipps an junge Landwirtinnen und Landwirte: Die Landwirtschaft sei ein schöner, abwechslungsreicher Beruf mit viel Freiraum, Eigenverantwortung und Nähe zur Familie. Auch Angestellte hätten heute viele Möglichkeiten, eigene Projekte zu leiten und Verantwortung zu Übernehmen. Gleichzeitig sehen viele das Problem, dass es für junge Menschen ohne eigenen Hof schwer bleibt, in die Selbstständigkeit zu starten. Abschließend kam das Gespräch auf die anstehenden Landtagswahlen. Kritik gab es an der derzeitigen Aufteilung der Ressorts: Die Trennung von Landwirtschafts- und Umweltministerium sei aus Sicht vieler Landwirte unglücklich, da zahlreiche agrarische Themen auch das Umweltressort beträfen. Letztlich sind wir sehr dankbar für einen solch produktiven Austausch, der einmal mehr die gute Beziehung zwischen Landjugend und Bauernverband und auch die gemeinsamen Ziele herausstellt.

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