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Landesjungzüchterschau in Rendswühren

Sicheres Auftreten und das richtige Gespür für das Tier
Von Lena Wichmann, Rinderzucht Schleswig-Holstein
Sieger Typtierwettbewerb „Madita“ (r.) von Dirk Huhne und Reserve „Flip Flop“ von ­Heiner Staggen

Wenn die Jungzüchter in den Ring treten, geht es um weit mehr als nur um eine Platzierung. Sicheres Auftreten, der richtige Umgang mit dem Tier und ein gutes Gespür für die Anweisungen der Richterin sind gefragt, so auch in diesem Jahr bei der Landesjungzüchterschau Mitte September in Rendswühren.

An diesem Vormittag stellten sich insgesamt knapp 50 Jungzüchter bei der Firma Blunk den aufmerksamen Augen von Richterin Maren Buxtrup aus dem Münsterland. Nach einer Richterbesprechung begrüßte Sarina Andresen, erste Vorsitzende des Landesjungzüchterverbandes der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH), die Teilnehmer und Zuschauer in der dekorierten Maschinenhalle. Neben einem Foodtruck und einem Eisstand konnten die interessierten Besucher mit großen Augen auch die zahlreichen Maschinen des Lohnunternehmens bewundern.

Die Jüngsten machen den Anfang

Den Auftakt bildeten die ersten vier Klassen. In Klasse 1 konnte sich Helene Lohmann aus Groß Rheide mit „Gabriele“ den Klassensieg sichern. Die Richterin lobte das bereits sehr eigenständige und flüssige Vorführen sowie die gute Beantwortung der Fragen nach dem Namen und den Fressgewohnheiten des Kälbchens. Auch als bestes Typtier der Klasse konnte sich „Gabriele“ behaupten. Dahinter folgte Janne Frederike Kaack aus Mözen mit „KAX Dequiera“ auf 1b. Sie konnte bereits eine tolle Halfterhaltung an ihrem Tier präsentieren.

Siegerin „Jung“ Thea Schwerdtfeger (2. v. r.) und Reserve Asmus Beutin (3. v. r.) mit Richterin Maren Buxtrup (2. v. li.), Sarina Andresen (r.) und Ingo Schnoor (RSH, li.)Fotos: Sina Thomsen

In Klasse 2 ging der Klassensieg an Thea Schwerdtfeger aus Schwedeneck mit „Lady in Black“. Für die Richterin stellte sie mit ihrer Überlegenheit eine ganz klare Spitze dar. Das Tier aus dem Stall der Familie Staggen in Rendswühren wurde gleichzeitig zum Typtier der Klasse bestimmt. Fiete Wendt aus Riepsdorf, der ebenfalls schon seit Jahren erfolgreich an den Jungzüchterschauen teilnimmt, erreichte mit „IHC Granada“ durch eine tolle Gesamtpräsentation den 1b-Platz.

Auch in Klasse 3 wurde es spannend. Beeke Karlotta Kaack aus Mözen setzte sich mit „KAX Dorivage“ am Halfter an die Spitze. Maren Buxtrup hob lobend hervor, dass die Teilnehmerin sie während der gesamten Vorführung im Blick gehabt habe. Auch die Aufstellung ihres Kalbes in der Endlinie habe sehr gut geklappt. Liv Reimers aus Westerhorn folgte mit „Wonder Pea P“ auf dem 1b-Platz und habe laut Richterin bereits ein sehr hohes Niveau in ihrer gesamten Vorführung zeigen können. Das beste Typtier „Fuchs“ kam aus der Zucht von Tim Hamann, Groß Buchwald.

Den Abschluss der Altersklasse „Jung“ bildete die Klasse 4. Hier konnte sich Asmus Beutin aus Ostenfeld mit „Flip Flop“ durch eine ruhige Vorführung und die schnelle Umsetzung der Zeichen von Richterin Maren Buxtrup den Klassensieg sichern. „Flip Flop“, ebenfalls aus der Zucht der Familie Staggen, wurde zugleich als Typtier der Klasse ausgezeichnet. Bela Fritz aus Groß Buchwald erreichte mit „Flippi“ den 1b-Rang.

Anschließend stand der erste Höhepunkt des Tages an: Alle Sieger und Reservesieger der Altersgruppe „Jung“ stellten sich noch einmal dem Urteil der Richterin. Sie betonte, dass das Niveau der Kleinsten bereits sehr hoch sei, und sah damit eine vielversprechende Zukunft in der Jungzüchterarbeit. Den Sieg sicherte sich Thea Schwerdtfeger, während Asmus Beutin den Reservesieg errang.

Die mittleren Klassen

In den Klassen 5 bis 7 ging es mit den nächsten Teilnehmern weiter. In Klasse 5 setzte sich Tjark Freyer aus Lübeck mit „Fichte“ an die Spitze. Tjark habe sein Rind bereits sehr gut auf- und umstellen können und dabei die Richterin die ganze Zeit im Blick gehabt. Josephine Beutin aus Ostenfeld erreichte mit „Bluna“ den 1b-Platz. Maren Buxtrup lobte die ruhige und gleichmäßige Präsentation sowie die Ausstrahlung des Paares. Das Typtier der Klasse stellte „Kaycee“ aus der Zucht von Karsten Eggers in Papendorf.

In der anschließenden Klasse 6 ließ die Richterin in der bereits aufgestellten Endlinie die Platzierungen noch einmal tauschen. Dabei betonte sie das hohe Niveau der Klasse, sodass sie viele Aufgaben stellen musste, um den Klassensieg vergeben zu können. Paul Hoffmann aus Brunsbek konnte diese am besten umsetzen und überzeugte mit „Jessi“ am Halfter durch seine starke Präsenz im Ring. Damit konnte er den Klassensieg für sich gewinnen. Ihm folgte Ina Gerdes aus Haurup mit „AGH Frauke“ auf dem 1b-Platz. Sie konnte ihr Tier sehr ruhig und konzentriert vorführen. Zum Typtier wurde „Flocke“ gewählt, vorgestellt von Maila Ahlf aus Oldenbüttel aus der Zucht ihrer Eltern.

Siegerin „Mittel“ Martha Clausen (3. v. r.) und Reserve Tjark Freyer (2. v. r.). Es gratulieren Volker Kaack, Vorstandsvorsitzender der RSH, und Richterin Maren Buxtrup (li.).

In Klasse 7 konnte Femke Storm aus Schillsdorf mit „Miina“ den Klassensieg erringen. „Miina“ aus dem Stall der Familie Staggen wurde gleichzeitig zum Typtier der Klasse bestimmt. Die Klasse machte es der Richterin nicht leicht, sich zu entscheiden. Femke konnte in den Augen von Richterin Maren Buxtrup ihre Signale am besten umsetzen und eine Einheit mit ihrem Tier bilden. Dicht dahinter folgte Martha Clausen aus Jardelund, die mit „Feuer“ den 1b-Platz belegte. Ihre sehr gute, aufmerksame und ruhige Vorführleistung machte hier den Unterschied zu den weiteren Plätzen.

In der anschließenden Siegerauswahl „Mittel“ konnten Martha Clausen und „Feuer“ die Hinweise der Richterin bestens umsetzen. Auch durch einen hervorragend durchgeführten Tiertausch konnten sie sich den Siegertitel in der Altersklasse „Mittel“ sichern. Tjark Freyer und „Fichte“ durften sich dank einer sehr guten Präsentation über den Reservesieg freuen.

Erfahrene Teilnehmer im Ring

Mit den Klassen 8 bis 10 folgten die älteren und erfahrenen Teilnehmer. In Klasse 8 setzte sich Svea Petersen aus Bollingstedt mit „Flotti“ an die Spitze. Die Richterin betonte, dass man Svea deutlich angemerkt habe, dass sie den Klassensieg nicht hergeben wollte, und dass sie dies durch eine sehr gute Leistung habe untermauern können. Das Tier wurde gleichzeitig zum Typtier der Klasse gewählt. Nic-Luca Hollesen aus Sieverstedt erreichte mit „Flieder“ und einer sehr flüssigen und harmonischen Vorführrunde den 1b-Platz.

Die nächste Klasse 9 wurde durch Sarah Chrzanowski aus Scheggerott mit „Foxi“ ganz klar angeführt. Lobend erwähnte die Richterin, dass Sarah die absolut kompetenteste Vorführleistung in dieser Klasse gezeigt habe. Leo Bucher aus Kasseedorf konnte sich mit „Madita“ durch ein sehr gutes Umstellen den 1b-Platz sichern. „Madita“ aus dem Stall von Dirk Huhne in Kasseedorf wurde gleichzeitig zum Typtier der Klasse bestimmt.

Siegerin „Alt“ Fynja Becker (2. v. li.) und Reserve Jorna Sieh-Petersen (3. v. li.), Ingo Schnoor (r.), die Richterin (li.) und Sarina Andresen (2. v. r.)

In der letzten Klasse, Klasse 10, fiel die Entscheidung zugunsten von Fynja Becker aus Bredenbek mit „Always Lovely“. Die erfahrene Jungzüchterin Fynja war in der Lage, jede Aufgabe von Richterin Maren Buxtrup korrekt und ruhig auszuführen. Auf dem 1b-Platz folgte Jorna Sieh-Petersen aus Böklund mit „OFH Fallada“. Sie konnte eine gute Kopfhaltung und eine sehr gute Aufmerksamkeit auf die Richterin präsentieren. „Gracie“ von Familie Staggen aus Rendswühren sicherte sich das beste Typtier der Klasse und damit für die erfolgreiche Zucht von Familie Staggen auch die insgesamt vierte Erwähnung als bestes Typtier insgesamt auf der Schau.

In der anschließenden Siegerauswahl „Alt“ standen noch einmal sechs Jungzüchter im Mittelpunkt. Mit viel Aufmerksamkeit und Engagement zeigten sie der Richterin und den Zuschauern ihr Können. Die Entscheidung fiel auf Fynja Becker mit „Always Lovely“ am Halfter als Siegerin. Jorna Sieh-Petersen mit „OFH Fallada“ wurde Reservesiegerin.

Entscheidung um den Grand Champion

Die vorletzte Entscheidung der Richterin stellte im Typwettbewerb die Qualität der vorgestellten Tiere in den Mittelpunkt. Aufgestellt nach dem Alter ihrer Tiere durften alle zehn Typtiere noch einmal in den Ring ziehen und bildeten dabei ein schönes Bild. Um eine bessere Übersicht zu erlangen, mussten einige Rinder den Ring anschließend wieder verlassen.

Der Sieg für das beste Typtier der Landesjungzüchterschau ging unter Applaus an „Madita“, eine „LeMagic“-Tochter aus dem Stall von Dirk Huhne in Kasseedorf. Einige aufmerksame Zucht- und Tierschaukenner konnten bereits beobachten, dass mit „Mathea“ die Zwillingsschwester von „Madita“ ebenfalls an dieser Schau teilgenommen hat. Beide Tiere haben eine berühmte, schauerfahrene Mutter. „Mitzy“ aus der Zucht von Dirk Huhne konnte sich in diesem Jahr den Titel des Grand Champion bei Neumünster am Abend in den Holstenhallen sichern und gewann auch Holstein Vision 2025 bei der RinderAllianz in Bismark. So ist es für „Madita“ ja vielleicht nicht der letzte Titel bei einer Tierschau.

Den Reservesieg in der Kategorie bestes Typtier sicherte sich „Flip Flop“, das bereits in Klasse 4 als Typtier überzeugt hatte. Das Tier befindet sich im Besitz von Heiner Staggen aus Rendswühren.

Dann folgte der letzte Höhepunkt des Tages, und der Titel des Grand Champion im Vorführen wurde mit Spannung erwartet. Final zogen die Sieger und Reservesieger der drei Altersklassen in den Ring und stellten sich dem aufmerksamen Blick von Richterin Maren Buxtrup. Unter viel Jubel entschied sie sich ein letztes Mal für Fynja Becker und „Always Lovely“, die laut Richterin diesen Sieg unbedingt habe einfahren wollen und alles dafür gegeben habe.

Mit einem Gruppenfoto und der anschließenden Geschenkeausgabe endete ein ereignisreicher Tag, der den Jungzüchtern noch lange im Gedächtnis bleiben wird, von den jüngsten Teilnehmern bis zu den erfahrenen.

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