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Kartoffeln: Knapp und teuer

Marktkommentar
Von Karsten Hoeck LK-Markt
Foto: Imago

Vor dem Start der Frühkartoffelsaison steigt die Spannung im Großhandelsgeschäft. Das Angebot aus dem Vorjahr fällt aktuell nur noch gering aus. Gute Qualitäten sind kaum im Angebot. Auch Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum finden nur zögernd den Weg in den hiesigen Handel.

Bereits im vergangenen Herbst sorgte Regenwetter für Ernteprobleme. Viele Partien wurden zu nass gerodet. Einige Felder konnten gar nicht mehr befahren werden. Durch den milden Winter waren die Lagerbedingungen nicht optimal. Dies hatte hohe Absortierungen zur Folge, was das Angebot weiter verringerte. Die Großhandelspreise für Speisekartoffeln der letzten Ernte erreichten in diesem Frühjahr Werte, die zu dieser Jahreszeit bisher noch nicht erzielt wurden. Viele regionale Notierungen wurden in diesem Frühjahr relativ früh eingestellt, da kaum noch alterntige Ware angeboten und gehandelt wurde.

Mittelmeerware europaweit gefragt

Mit dem rückläufigen inländischen Angebot stellt der LEH auf Importware um. Bisher wurden vor allem Frühkartoffeln aus Israel, Zypern und Ägypten angeboten. Jetzt sollten eigentlich größere Mengen aus Spanien und Italien folgen. Doch auch in Spanien fällt die Frühkartoffelernte klein aus, da weniger Fläche bepflanzt wurde und die Erträge gering sind. Das kleine Angebot ist europaweit gefragt. Statt der erwarteten Preisabschläge können sich aktuell nochmals höhere Forderungen für Frühkartoffeln durchsetzen. Spanische Ware wurde bislang mit 95,00 €/dt schon recht teuer gehandelt. Mittlerweile sind die Forderungen auf über 100 €/ dt gestiegen.

In vielen Regionen in Deutschland werden erste Frühkartoffeln aus dem Unterfolienanbau angeboten. Auch hier bleiben die Preise auf recht hohem Niveau. Die relativ kleinen Mengen, die hier geerntet werden, werden meist im Direktabsatz verkauft und ergänzen kaum das Angebot im Großhandel. Die frühe Ware aus dem Feldanbau wird ebenfalls zunächst vor Ort vermarktet. Auch bei der Auspflanzung in diesem Frühjahr sorgten zu nasse Böden für Verzögerungen. Damit verschieben sich die Erntetermine nach hinten. Während es im Norden zwischenzeitlich auch trockene Witterungsphasen gab, sorgten in Süd- und Westdeutschland erneut Gewitter für hohe Niederschlagsmengen, die die Feldarbeiten oft durchgehend behindert haben.

Regen verzögert die Abreife

Mittlerweile wird die Angebotslage im Kartoffelhandel als prekär bezeichnet. Die hohen Preise sorgen dafür, dass man auch im Ausland nach Quellen sucht. Bis auf dubiose Gerüchte blieb dies jedoch meist erfolglos. In überregionalen Regionen will man jetzt die Abreife der frühen Bestände künstlich beschleunigen. Wegen der Nässe bringt dies jedoch nur selten den erwünschten Erfolg. Auch hier wäre trockenes Wetter von Vorteil.

Die Preise für alterntige Ware steigen durch diese Entwicklung weiter an und übertreffen die Hausse des vergangenen Jahres. Doch nur wenige Anbieter haben noch Ware in entsprechender Qualität im Angebot und können profitieren. Auch für die Haupternte deuten sich bereits jetzt stabile Marktverhältnisse an, da die Anschlussorten erst spät in die Erde gekommen sind, was zu späten Ernteterminen führt. Somit deutet vieles darauf hin, dass Kartoffeln vorerst knapp und teuer bleiben.

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