In neuer Zusammensetzung lud der Agrarausschuss des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein zum letzten Treffen des Jahres ein. Wie in den vergangenen Jahren endete die Veranstaltung mit einem gemütlichen Beisammensein und leckerem Essen. Rund 25 Landjugendliche folgten der Einladung und trafen sich im Detlef-Struve-Haus in Rendsburg.
Hauptreferent des Abends war Thomas Andresen, vielen bekannt durch seinen Social-Media-Auftritt „Hof Barslund“. Zu Beginn stellte er sich und seinen landwirtschaftlichen Betrieb vor, der auf drei Standbeinen basiert: der Milchviehhaltung mit 450 Schwarzbunten sowie 70 Jerseys auf einem zweiten Standort, der Energieproduktion mittels Biogas und Photovoltaik sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Ein lang gehegter Wunsch sei es für ihn gewesen, einmal bei der Landjugend einen Vortrag zu halten – dieser erfüllte sich nun.
Seine ersten Schritte in der Öffentlichkeitsarbeit machte er vor rund 15 Jahren, als Wasserbüffel auf extensiven Flächen für Aufmerksamkeit sorgten. Heute betont Andresen, dass im Grunde jeder Landwirt Öffentlichkeitsarbeit leiste – allein durch die Präsenz im Dorf, wo immer wieder ein Teleskoplader oder ein Trecker gebraucht werde. In die Kamera zu sprechen und die tägliche Arbeit auf Social Media zu zeigen, müsse jedoch jeder für sich wollen. „Das liegt nicht jedem“, so Andresen.
Authentisch bleiben
Er ermutigte die Teilnehmenden, Presseanfragen von Radio oder Fernsehen offen anzunehmen. Wichtig sei dabei, authentisch zu bleiben und nichts darzustellen, was nicht dem tatsächlichen Alltag entspreche. „Social Media ist mein Wohnzimmer“, erklärte er. Dort entscheide er selbst, was er zeige. Kommentare, die unter die Gürtellinie gingen, lösche er konsequent – auf faire Kritik hingegen gehe er gern ein, respektlose Nutzer blockiere er.
Auch das Thema Shitstorms wurde ausführlich besprochen. Solche Situationen könnten schnell entstehen und seien belastend. Deshalb rät Andresen, Kommentare stets im Blick zu behalten und regelmäßig zu moderieren. Darüber hinaus empfahl er, gern auch einfache, alltägliche Momente zu teilen – etwa eine Abkalbung in den frühen Morgenstunden oder einen besonderen Sonnenaufgang beim Futterladen. Ein kurzer WhatsApp-Status genüge bereits, um einen ersten Schritt in die Öffentlichkeitsarbeit zu machen.
Breite Zielgruppe
Zu seinen Followern zählen rund 60 % Menschen aus der Landwirtschaft und 40 % ohne agrarischen Hintergrund – eine für Agrar-Influencer bemerkenswert breite Zielgruppe. Nach dem Vortrag blieb Zeit für vertiefende Fragen und einen lebhaften Austausch.
Den kulinarischen Abschluss bildete ein Bratenbuffet mit köstlichen Fleischwaren aus Wohlde, das keine Wünsche offenließ. Bei festlicher Stimmung wurden Gespräche fortgeführt und Kontakte geknüpft.
Der Agrarausschuss wünscht allen eine besinnliche Weihnachtszeit und freut sich auf spannende Treffen im Jahr 2026 – mit vielen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Ideen für Veranstaltungen oder Referenten nimmt das Team gern unter: agrar@landjugend-sh.de oder direkt über die Sprecherinnen und Sprecher entgegen.




