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Fachausschuss Tierhaltung und Futterbau in Noer

Mitglieder tagen auf dem Versuchsgut Lindhof der Universität Kiel
Von Isa-Maria Kuhn, Landwirtschaftskammer SH
Der Methanausstoß der Kühe wird an einer „Naschistation“ gemessen. Foto: Isa-Maria Kuhn

Einer von drei Versuchsbetrieben der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) war die Tagungsstätte für den Fachausschuss ökologische und konventionelle Tierhaltung und Futterbau. Im vergangenen Monat ging es auf den Lindhof in Noer, Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Dr. Ralf Loges ist langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter, unterrichtet an der CAU ökologischen Landbau und hat die Umstellung 1993 begleitet. „Die Kühe haben gewechselt, ich bin noch da“, stieg er humorvoll in die Vorstellung ein. Knapp 190 ha, bewirtschaftet von 6,5 Mitarbeitern, dienen vor allem der Milchviehhaltung auf der Weide. Die 100 Jerseykühe werden kleegrasbasiert gefüttert. Vorbild ist die Milchviehhaltung in Irland. Dort ist der Ökolandbau nicht etabliert, und so kommen tatsächlich zahlreiche irische Besucher und besichtigen den Betrieb. Die Kühe kommen früh im Jahr auf die Fläche, sobald ein erster Flaum zu sehen ist. Sie fänden laut Dr. Loges mehr als man denke. Irgendwann fressen die Tiere weniger als aufwächst, und dann geht es in die Portionsweide. Wenn der Klee explodiert, dann ist die Frage nicht, ob sie zu wenig Eiweiß bekommen, sondern eher zu viel. Die Kühe geben knapp 6.000 l Milch, die aber sehr hohe Fett- und Eiweißgehalte hat, sodass umgerechnet 7.800 l energiekorrigierter Milchmenge für eine 500 kg schwere Kuh dabei herauskommen. Der Ökomilchpreis ist relativ stabil, die Betriebe leiden derzeit demnach weniger unter dem niedrigen Milchgeld als die konventionellen.

Die Hinterlassenschaften der Kühe werden im Ackerbau verwendet (vor allem Dinkel, Hafer und Winterweizen), weil das Kleegras keine Stickstoffgabe benötigt. Die Vermarktung des Fleisches erfolgt teilweise über den extern betriebenen Hofladen und Erzeugergemeinschaften, die der Milch über die gläserne Molkerei, eine reine Biomeierei in Münchehofe und Dechow.

Dr. Ralf Loges (Mitte) weiß dank Platemeter immer genau, wie viel Aufwuchs auf den Weiden ist. Foto: Isa-Maria Kuhn

Prof. Dr. Uta Dickhöfer stellte die aktuellen Forschungsschwerpunkte des Lindhofs vor. Dazu zählen die Optimierung des Weidemanagements und der Weideleistung durch die Analyse des Weideverhaltens, die Analyse der Einflussfaktoren auf den Methanausstoß, die Prüfung alternativer Futterpflanzen und die Untersuchung von Humusspeicherung.

Im Sommer sei politische Pause gewesen, jetzt sehr viel Austausch, viele Projekte, die 2027 ausliefen, schilderte Geschäftsführerin Stephanie Wetekam Aktuelles aus der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH). „Die neue Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik steht an, wir werden weniger Volumen zur Verfügung haben. Das ist ein wichtiges Thema auch für uns als Kammer, denn die europäische Eler-Förderung und EIP-Agri-Themen haben großen Wert für die Betriebe.“ Alle Führungsstellen seien besetzt. Ferner sei KI ein großes Thema. Die Kammer sei sehr weit vorn, der digitale Düngeberater „Martin“ laufe gut, neue Themen sollten dazukommen. Eine aktuelle Auswertung habe ergeben, dass viele Zugriffe am Wochenende und vor 7 Uhr stattfänden. Angestrebt wird eine hybride Beratung. Die KI soll, wenn sie nicht mehr weiterhelfen kann, an einen Berater verweisen. „Wir brauchen außerdem eine KI-Richtlinie für die Mitarbeiter. Ich bin ein großer Fan davon, KI einzusetzen. Sie gibt uns Schnelligkeit, aber muss im Rahmen bestimmten Leitplanken angewendet werden“, sagte sie. Berichtet wurde außerdem von einer erfolgreichen, sympathischen Darstellung der Kammer auf der Norla und von der neuen Stabsstelle für Innovationen und abteilungsübergreifende Themen.

Der Leiter des Lehr- und Versuchszentrums Futterkamp der LKSH, Claus-Peter Boyens, erklärte, dass der Neubau des Kuhstalls nun endgültig genehmigt sei, eine Einleitgenehmigung vorliege und die Gewerke teilweise schon ausgeschrieben seien. Dr. Imme Dittrich, Fachbereichsleiterin Rinderhaltung, gab einen Überblick über aktuelle und geplante Versuche zu Zusatzfuttermitteln für Milchkühe bis hin zu Festfutter für Kälber. 

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