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Anmutiger Tanz in den Herbst

Herbstanemonen lieben helle Standorte mit feuchtem Boden
Von Karin Stern
Das Lampenputzergras bildet einen tollen Hintergrund für die Herbstanemone. Vorne leuchtet der Purpur-Sonnenhut. Foto: Karin Stern

Die edlen Schalenblüten der Anemonen sind im Herbstgarten einfach unentbehrlich. Der natürliche Charme der reich blühenden Grazien begeistert ebenso wie ihre Langlebigkeit und Robustheit.

Eins gleich vorweg: In der Regel haben ­Herbstpflanzungen Schwierigkeiten, den Winter zu überstehen. Wer schon beim Anblick der Fotos die Herbst­anemone im eigenen Garten sieht, wartet mit der Neupflanzung besser bis zum Frühjahr. Und auch sonst ist etwas Geduld gefragt. Die volle Pracht der weißen, rosafarbenen oder karminroten Blüten entfaltet sich drei bis vier Jahre nach der Pflanzung. Doch einmal etablierte Herbstanemonen sind sicher winterhart, robust und langlebig.

Von zartem Rosa bis zum tiefen Karminrot reicht die Farbpalette. Foto: Karin Stern

Der Handel bietet verschiedene Arten, Auslesen und Kreuzungen der Herbstanemonen an (Anemone hupehensis, Japonica-Hybriden, Anemone tomentosa). Die Unterschiede liegen vor allem in der Wuchshöhe (60 bis 140 cm), dem Blühbeginn (frühe Sorten bereits im Juli, spätere im September), der Blütenform (einfach, halbgefüllt, gefüllt) und der Blütenfarbe. Die Sorte ‚Ouvertüre‘ öffnet bereits Mitte bis Ende Juli ihre großen, rundlichen, hellrosafarbenen Blüten. Sie zeichnet sich durch eine reiche Blüte und sehr gute Standfestigkeit aus. Mit 80 cm Wuchshöhe zählt sie wie die ebenfalls früh blühende ‚Praecox‘ zu den niedrigeren Sorten. ‚Prinz Heinrich‘ ist mit dem Blühbeginn im September der Spätzünder unter den Herbstanemonen. Die gefüllte Sorte bewährt sich seit über 100 Jahren und wurde bei der Staudensichtung mit „ausgezeichnet“ bewertet. Mit halb gefüllten, weißen Blütenschalen erfreut ‚Honorine Jobert‘ von August bis Oktober.

Wer weiße Blüten bevorzugt, wählt unter den Sorten 'Whirlwind' und 'Honorine Jobert'. Foto: Karin Stern

Sämtliche Arten bevorzugen sonnige bis lichtschattige Beete. Je heller der Standort ist, desto wuchs- und blühfreudiger zeigt sich die Herbstanemone. Wichtig ist ein humus- und nährstoffreicher Boden, der im Sommer mäßig feucht zu halten ist. Die grazilen Schönheiten vertragen weder Trockenheit noch Staunässe. In den ersten beiden Wintern nach der Pflanzung ist ein Schutz aus Herbstlaub oder Nadelreisig angebracht. Fühlt sich die Staude wohl, breitet sie sich über Ausläufer aus und kann dann schon mal 1 m in der Breite einnehmen. Dies gilt insbesondere für die Sorten von Anemone tomentosa, die starkwüchsig sind und viel Platz brauchen. Die Anemone-japonica-Hybriden wachsen dagegen eher zahm. Sie eignen sich daher gut für kleinere Beete.

Herbstanemonen lassen sich schön mit anderen Stauden vergemeinschaften. Besonders hübsch wirken sie neben kontrastreichen Pflanzpartnern. Weiß blühende Sorten passen gut zu Herbsteisenhut ‚Arendsii‘ (Aconitum carmichaelii), der Blauen Waldaster ‚Little Carlow‘ (Aster cordifolius), der Oktobersilberkerze ‚White Pearl‘ (Cimicifuga simplex) und dem China­schilf ‚Dronning Ingrid‘ (Miscan­thus sinensis). Für rosafarbene Sorten empfehlen sich das Chinaschilf ‚Beth Chatto‘ oder das Bergwaldgras ‚Aureola‘ (Hakonechloa macra) als Pflanzpartner. Nicht unerwähnt bleiben dürfen das Reitgras (Calamagrostis), und das Pfeifengras (Molinia). Hübsch wirkt auch die Kombination mit den tänzelnden Blüten des Patagonischen Eisenkrauts (Verbena bonariensis) und der Prachtkerze (Gaura lindheimeri). Ton-in-Ton-Effekte ergeben sich in der Nachbarschaft spät blühender Prachtspieren (Astilbe x arendsii) und buschiger Herbstastern (Aster dumosus). 

Quelle: Karin Stern

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